13/03/2018

Alexander Böckl (30), Jozo Lagetar (31), Alfons Weinzierl (30)
Wuidi
Wildwarner-App aus Niederbayern

„Wenn wir die Wuidi-App in Berlin gelauncht hätten, wäre das nie so ein Erfolg geworden.“

Was tun bei einem Wildunfall? Wen rufe ich an? Und wo bin ich eigentlich? Genau diese Fragen stellten sich Alexander Böckl und Alfons Weinzierl, als sie auf der Heimfahrt mitten in der Nacht ein Wildtier überfuhren. Damit es anderen Autofahrern nicht so geht wie ihnen, haben die beiden Studenten zusammen mit ihrem Freund Jozo Lagetar vor zwei Jahren eine App entwickelt, die helfen soll, Wildunfälle zu vermeiden. Und die sagt, was zu tun ist, wenn es doch passiert.

PULS: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine App zu entwickeln, die Wildunfälle verhindern soll?

Alfons Weinzierl: Wir selbst hatten vorher gar nichts mit dem Thema zu tun, sind selbst keine Jäger oder dergleichen. Aber damals im Studium, im Dezember 2014, ich weiß noch als wäre es gestern gewesen, hatten der Alex und ich nachts auf der Heimfahrt einen Wildunfall. Wir wussten nicht wie: „Was machen wir jetzt? Wo sind wir überhaupt?“. Wir haben uns gefragt: Haben andere das Problem auch oder war das nur Pech? Dann haben wir ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass Wildunfälle eine der häufigsten Unfallursachen sind: Alle zweieinhalb Minuten passiert in Deutschland ein Wildunfall und die Zahlen steigen. Also haben wir gesagt, vereinfachen wir das für andere Autofahrer.

Welche Rolle spielt der Standort Bayern für euer Produkt?

Natürlich spielt er eine immens wichtige Rolle, weil wir auch selbst Niederbayern sind. Und es ist hauptsächlich ein Problem für den ländlichen Raum. Wir bleiben auch auf dem Land, hier hatten wir unsere ersten Unterstützer. Wir glauben, wenn wir die Initiative in Berlin gemacht hätten, wäre das nie so ein Erfolg geworden. Weil einfach das Problembewusstsein auf dem Land da ist und man hier auch die richtigen Ansprechpartner findet. Deswegen haben wir auch die Firmengründung in dem kleinen Dorf Sallach bei Geiselhöring durchgezogen.

Was hat euch seit der Gründung bisher am besten gefallen an der Arbeit?

Zum einen sind wir zu dritt und die Arbeit im Team am eigenen Baby ist schon irgendwo Selbstverwirklichung. Das bedeutet nicht, dass alles glatt läuft. Also es ist eine starke Schwankungskurve, mit allen Höhen und Tiefen. Aber ich glaube, wenn man zu dritt ist, kommt man durch alle Tiefen durch. Und die Höhen sind im Team umso schöner. Mein Highlight war zum Beispiel letztes Jahr, als wir geehrt wurden vom Bundesverkehrsministerium mit dem deutschen Mobilitätspreis. Wenn man da konkurriert mit riesigen Firmen, die mit viel Budget tolle Sachen machen, und du dann auf Bundesebene geehrt wirst als junges, niederbayerisches Start-up, das mit eigenen Mitteln so ein Wildwarnbaby hochzieht, ist das schon ‘ne tolle Sache.

Was waren das konkret für Tiefen?

Zum einen geht’s, wie bei jedem Start-up glaube ich, um die Finanzierung. Während des Studiums war es noch kein Problem, weil wir alles selbst entwickeln konnten und wir hatten nicht viel zu verlieren. Nach dem Studium wurde das Thema ernster, weil wir dann entscheiden mussten: Bleibt’s beim Studentenprojekt oder machen wir das ernsthaft? Und so haben wir schon gekämpft um ein Gründerstipendium, das natürlich auch seine Hürden mit sich bringt. Beim ersten Mal haben wir es nicht erhalten, bei der zweiten Antragstellung, dann hat es funktioniert. Es ist häufig so, dass vieles was man sich erhofft, nicht gleich beim ersten Mal klappt. Aber man muss dranbleiben und wird dann, wenn man hartnäckig bleibt und Durchhaltevermögen zeigt, auch belohnt.

Und welchen Rat würdet ihr anderen geben?

Auf alle Fälle keine Angst vorm Scheitern haben. Egal ob es mit „Wuidi“ langfristig was wird, die Erfahrung und die Erlebnisse, die wir hier hatten, sind auf alle Fälle allen Aufwand wert. Und selbst wenn wir aus Idealismus auch nur einen Unfall verhindert haben, dann hat sich die Arbeit schon rentiert. Auf der anderen Seite: die Gründung im Team ist empfehlenswert. Ansonsten: hartnäckig bleiben, Durchhaltevermögen zeigen, auch, wenn beim ersten Anlauf etwas nicht gelingt, klappt es oft beim zweiten oder dritten Mal.


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