17/08/2017

Matthias Bollwein (28) und Roman Leuprecht (24)
UNIKI
Private Server aus München

„Unsere Server wirken erstmal sehr technisch, werden aber für viele Menschen unglaublich emotional, weil sie ihre privatesten Dinge beschützen“

Nach dem NSU-Skandal war der Gedanke von Matthias Bollwein und Roman Leuprecht: Wir bauen mal ein paar sichere Server und schauen auf eBay, ob das die Leute interessiert. Mittlerweile holen Kunden ihre privaten Server sogar bei den Jungs persönlich ab – wie einen Neuwagen.

UNIKI

PULS: Könnt ihr uns USpace mal kurz erklären?

Matthias Bollwein: Eigentlich ist es ganz leicht. USpace ist ein privater Server für Unternehmen und Privatpersonen, der die Vorteile einer Cloud hat – wie man es auch von Dropbox kennt. Man kann also beispielsweise Daten hochladen und die mit anderen über einen Link teilen. Der entscheidende Unterschied ist die vollkommene Privatsphäre, denn die Box steht bei einem Daheim,  man weiß also wo die Daten sind – kann aber weltweit darauf zugreifen.

Die Sicherheit steht bei USpace also im Mittelpunkt.  Warum ist es denn so wichtig zu wissen, wo man seine Daten hat?

Matthias: Zum einen zeigt sich mit jedem neuen Datenskandal, Hack oder Überwachungsgesetz, was man mit digitalen Daten alles anrichten kann: Identitäten klauen, Firmenkonten plündern oder auch Aufträge stehlen. UNIKIZum anderen ist in vielen Ländern der Welt gerade die Demokratie so stark in Gefahr, wie schon lange nicht mehr. In Ländern wie der Türkei entscheidet Datensicherheit darüber, ob man im Gefängnis landet oder nicht. Die Überwachung der Bürger wird unter dem Vorwand der „Terrorbekämpfung“ ausgebaut. Übrigens auch bei uns.  Demokratie funktioniert nicht ohne Privatsphäre. Und: die Mengen an Daten und Verarbeitungsmöglichkeiten werden immer größer. Schon jetzt kann man Datensätze kaufen, die es erlauben, beispielsweise den Aufenthaltsort, oder die Einkäufe von jedem Internetnutzer zu jeder Zeit zu identifizieren.

Deswegen habt ihr euch gedacht, Ihr entwickelt mal schnell einen sicheren Server?

Matthias: Ausschlaggebend war erstmal die NSA-Affäre, daraufhin wurden wir vom Vater eines Kommilitonen gefragt, ob es denn nicht möglich wäre, eine Dropbox für sich daheim zu machen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich selbst schon einen eigenen Server, den ich mir per Hand eingerichtet habe – das ist aber kompliziert und mit hohem Aufwand verbunden, deshalb haben wir beschlossen das ganze soweit zu automatisieren, dass wirklich jeder die Chance hat, die Kontrolle über seine Daten zu haben.

Ihr habt euch gegen die Jobangebote nach dem Masterstudium entschieden und für die Ungewissheit eines eigenen Unternehmens. Woher kommt der Mut dafür?

Roman Leuprecht: Was heißt Mut? Ich sag mal, man ärgert sich später über Dinge, die man nicht getan hat und nicht über die, die man zumindest versucht hat. Wir haben beide erkannt, dass es eine super Chance ist, wir verstehen uns super – wir dachten wenn nicht jetzt, wann dann. Matthias hat nach dem Masterstudium keinen Job angenommen, ich mein Masterstudium hierfür abgebrochen. Es ist kein Mut, es ist die Motivation für was Eigenes.

Welche Rolle spielt Bayern für Euer Unternehmen?

Matthias: Eine ziemlich große. Erstmal kommen wir ja aus Bayern undUNIKI wollten, vor allem auch bezüglich der guten Erfahrungen, hierbleiben.  USpace ist schon fast ein regionales Produkt, zumindest die Produktion, denn der Hersteller hat seinen Sitz quasi um die Ecke, deshalb kommen auch all unsere Produkte mit einem Zertifikat, das bestätigt: „MADE IN BAYERN“.

Welchen Rat könnt ihr denn anderen Machern geben?

Matthias: Man sollte sich anfangs gut überlegen, ob man ein Mensch ist, der bereit ist, Dinge zu tun, die man noch nie gemacht hat. Und ob man bereit ist, sich extrem schnell in Themen einzuarbeiten, die einem oft nicht mal interessieren.

Roman: Man hat seine Ups and Downs, das ist ganz normal, aber wenn man sich den Fehlern annimmt, lernt man meist schnell daraus. Wir hatten Probleme mit dem Vertrieb – aber durch strukturiertes Arbeiten konnten wir uns weiterentwickeln, uns besser machen und das wurde belohnt. Heute stehen wir mit einigen großen Vertriebspartnern in Kontakt, nicht nur aus der Region, sondern auch mit großen Marken, die unser Produkt weiterverkaufen wollen.

Auf was seid ihr besonders stolz?

Roman: Dass wir ein Produkt geschaffen haben,  das erstmal zwar sehr technisch wirkt, aber  für viele Menschen unglaublich emotional wird, weil es eines ihrer privatesten Dinge beschützt. Oft ist es unseren Kunden so wichtig, dass sie hier herkommen und Ihren Beschützer persönlich abholen wollen. Als Erlebnis, wie bei einem neuen Auto.


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