04/06/2018

Stefan Klare (36)
Tripstix
Aufblasbare Stand-Up-Paddle-Boards

Jeden Prototypen habe ich auf dem Eisbach und in der Isar getestet.

Stefan Klare ist ein leidenschaftlicher Eisbach-Surfer und Stand up Paddler. Weil er sein Surfboard nie auf Reisen mitnehmen konnte, hat der Maschinenbauer ein aufblasbares Stand-Up-Paddle-Board entwickelt. Sein Anspruch: Es muss in einen Rucksack passen und darf auf dem Wasser nicht schlechter sein als ein echtes Brett. Die Idee hat ihm schöne Dienstreisen auf die Philippinen beschert – aber auch sehr viele Stunden mit der Entwicklung eines Algorithmus, der etwas schaffen soll, das eigentlich gar nicht geht.

 

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PULS: Wie viele andere Münchner Surfer und Stand Up Paddle Fans bist Du seit Jahren auf dem Eisbach und der Isar unterwegs. Warum wolltest du dein Brett aufblasbar machen?

Die Idee hatte ich 2011, da war ich noch Promotionsstudent. Ich war öfters beruflich unterwegs und wenn eine Konferenz am Meer war, war das Problem, dass ich kein Surfboard mitnehmen konnte. Jeder Surfer kennt das: Das Reisen mit dem Surfboard ist einfach immer mit Stress verbunden. So entstand die Idee, etwas Transportables zu kreieren: Eine aufblasbare Version, die man gut mitnehmen kann. Daher auch der Name: Trip wie die Reise. Und Stix wie das Board. Zu ihrem Lieblingsbrett sagen Surfer auch „mein Magic Stick“.

Wie ging es nach der ersten Idee weiter?

Ich hab ins Blaue hinein einfach mal ein Patent angemeldet. Und dann immer weiter getüftelt. Der erste Prototyp ist bei mir zuhause in der WG-Küche entstanden. Da habe ich dann einfach mal den Küchentisch umfunktioniert zur Werkstatt.

Seitdem sind noch einmal ein paar Jahre vergangen, 2018 sollen die ersten Bretter auf den Markt kommen. Warum braucht das so lange?

Mir war von Anfang an bewusst, dass es lang dauern wird – wenn auch nicht, dass es so lang dauern wird. Aber das liegt daran, dass unser Vorhaben sehr ambitioniert ist: Das ist echt eine Raketenwissenschaft im Bereich der aufblasbaren Bretter. Es gibt viele Leute, die auch die Idee hatten, ein Board im Röhrendesign zu bauen – aber es hat noch keiner hinbekommen. Was wir machen, ist ungefähr so wie ein Blatt Papier krumm zu falten – was eigentlich nicht geht. Ich habe dafür einen Algorithmus geschrieben. Das hat Jahre gedauert und mir fallen immer noch Bugs auf.

Mit rund 1.500 Euro ist ein Tripstix-Brett nicht billig, trotzdem habt ihr in einer Kickstarter-Kampagne schon viele Käufer gefunden. Was bringt dein Brett dem Wassersportfan, das ihm andere aufblasbare Bretter nicht bieten können?

Die anderen aufblasbaren Boards auf dem Markt sind aus meiner Sicht hauptsächlich zum Rumpaddeln und Planschen. Wenn man wirklich ambitioniert den Sport betreiben und sich Richtung Welle orientieren wollte, hat man bisher zum Hardboard greifen müssen. Für diese Leute soll Tripstix eine echte Alternative sein, weil es die gleiche Leistung wie ein Hardboard bietet. Bei einem Board ist sehr wichtig, dass es sehr genaue Formen hat. Mit meinem Algorithmus kann ich den Tripstix-Brettern exakte und stabile Formen geben, obwohl sie aufblasbar sind. Außerdem haben sie durch eine Zwei-Kammern-Technologie mit Vakuum eine hohe Biege-Steifigkeit.

Tripstix will, dass man mit dem Board in die ganze Welt verreisen kann. Seid ihr also global oder auch ein bisschen bayerisch?

Bayerisch! Schon weil die Hälfte der Board-Tests mit den Prototypen hier in Bayern stattgefunden haben. Am Anfang habe ich die Bretter noch selber gebaut, heute bekomme ich die Prototypen geschickt – und immer geht es damit erstmal auf die Isar und auf den Eisbach. Auch wenn ich am Bodensee aufgewachsen bin, fühle mich inzwischen als Münchner. Bei der Entwicklung von Tripstix hat mich auch die TU München sehr unterstützt.

Kennen die Tripstix-Prototypen also nur bayerische Gewässer?

Nein, um ein Brett auf Herz und Nieren zu testen, muss man auch ans Meer fahren, wo es größere Wellen gibt. Das mache ich auch regelmäßig. Ich muss also regelmäßig auf Dienstreisen zu Stränden, zum Beispiel auf die Philippinen (lacht).

Als promovierter Maschinenbauer könntest Du andererseits aber auch schon längst sehr viel Geld in der Wirtschaft verdienen. Denkst Du manchmal daran?

Das Geld würde ich zwar schon nehmen, aber das klassische 9-bis-5-Büroleben, das gefällt mir nicht. Ich bin jetzt auch im Büro, sogar eher länger als von neun bis 17 Uhr, aber es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Es ist etwas, das ich auch machen würde, wenn ich nicht arbeiten müsste.


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