04/10/2015

Naomi Owuso (34)
Tickaroo
Liveticker-App aus Regensburg

„Man sollte im Kleinen ausprobieren, ob die Idee funktionieren kann“

Tickaroo funktioniert nach dem Crowdsourcing-Prinzip: Zuschauer im Stadion liefern die Ergebnisse für alle, die Zuhause sitzen. Die Idee zu der App kommt von Naomi Owuso aus Regensburg. Inzwischen leitet sie das Unternehmen seit vier Jahren und beschäftigt zwanzig Mitarbeiter.

Team Tickaroo

 

icon_interviewPULS: „Tickaroo“, da steckt das Wort „Liveticker“ ja fast schon im Namen. Was genau habt ihr da entwickelt?

Naomi Owuso: Tickaroo ist eine Plattform, mit der jeder einen Liveticker mit seinen Lieblingsteams erstellen kann. Der Nutzer trägt auf unserer Webseite das Sportevent ein, über das er schreiben möchte. Neben Ergebnissen lassen sich auch Bilder, Videos  und Kommentare hinzufügen und man kann in den sozialen Medien posten. Alle anderen können das dann live mitlesen.

Liveticker-Apps gibt’s ja so einige. Was ist bei euch anders?

Die meisten Liveticker gelten nur für die oberen Ligen. Sobald es um die unteren Ligen geht, ist es für die Leute schwierig, Informationen zu bekommen. Wir stellen ein Tool zur Verfügung, mit dem jeder Informationen teilen kann. Bei anderen Liveticker-Apps werden die Daten zur Verfügung gestellt. Die interessieren uns relativ wenig. Bei uns kommen die Live-Informationen von den Usern, wir stellen nur die Technologie.

Tickaroo_iPhone_ScreenshotWie bist Du auf die Idee gekommen? Bist du selbst ein Sportfan?

Ich bin ein sehr großer Baseball-Fan. Wenn Bundesliga war, dann gab es keine Möglichkeit, Livedaten abzurufen, wie man das von anderen Sportarten gewohnt ist. Ich hab in einer Agentur gearbeitet, in der wir solche Apps für den Fußball-Bereich gebaut haben. Als wir uns den Markt angeguckt haben, haben wir festgestellt, dass eigentlich viele Vereine ab der zweiten oder dritten Liga keine standardisierte Liveticker-Lösung haben. Bei Sportarten wie Baseball, Handball oder Eishockey gab es das auch nicht. Wir hatten das unserer Firma vorgestellt, aber da war kein Interesse vorhanden. Also habe ich selbst eine gegründet.

Ihr kommt aus Regensburg und wollt da auch bleiben. Was verbindet ihr mit der Stadt? Ist das einfach deine Heimat?

Ich bin hier geboren und über ein paar Umwege wieder hier gelandet. Wir haben eine sehr gute Abendkultur hier, sehr gute Preise was Wohnung und Lebenshaltungskosten angeht. Die Leute leben gern hier. Wir sind bestens versorgt mit allem. Wenn wir in Berlin wären, hätte ich viel mehr Angst, dass Mitarbeiter abgeworben werden. Natürlich holen wir uns Inspirationen weltweit, wir setzen sie aber genau hier in Regensburg um, weil wir hier alles haben was wir dafür brauchen und hier auch sehr gut leben können. Ich denke schon dass die meisten vom Team das sehr zu schätzen wissen. Ob sie das als Heimat bezeichnen, ich glaube darüber denken sie gar nicht nach. Sie fühlen sich einfach angekommen.

Seid ihr alle so bayernverbunden?

Ja, auf jeden Fall. Wir haben Mitarbeiter, die aus Bayern stammen und Mitarbeiter die in anderen Ländern Tickaroo_Website_Screenshotaufgewachsen sind, in Brasilien, Italien, Ägypten, Südafrika, Kasachstan oder den USA. Wir haben aber hier alle einen Platz gefunden, an dem wir uns weiterentwickeln können, weil uns die notwendige Freiheit, Unterstützung und eine ausgezeichnete Infrastruktur haben. Das ist schon Luxus. Vielleicht braucht jemand Berlin oder New York oder London. Das sind glaube ich andere Typen. Wir hatten sogar eine Mitarbeiterin, die ein Angebot von Spotify in Stockholm bekommen hatte. Sie war sogar da und hat den Vertrag unterschrieben. Letztlich hat sie sich dann aber total verloren gefühlt und ist wieder zurückgekommen.

Welchen Rat würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Man sollte im Kleinen ausprobieren, ob die Idee funktionieren kann. Also, ob Leute begeistert sind und auch bereit, dafür eine Hemmschwelle zu überwinden, sei es Daten in eine App einzugeben oder etwas zu bezahlen. Erst wenn das der Fall ist, würde ich erst den nächsten Schritt gehen, Geld in die Idee stecken und eine GmbH gründen.

 

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.