04/10/2015

Iris Emtmann (28) und Eva Kallweit (30)
Things Like Diamonds
Schmuck & Design aus Erlangen

“Man merkt, dass immer mehr Leute eigene Kreativ-Shops eröffnen“

Iris und Eva haben in Erlangen einen Kreativflohmarkt initiiert. Das hat sie inspiriert ihre eigenen Designs zu verkaufen. Jetzt machen sie handgemachte Ketten und Dekoration mit dem gemeinsamen Label “Things like Diamonds“.

Interview-BR-(10)

icon_interviewPULS: Ihr zwei habt euch auf einer Party kennengelernt. Wie wurde daraus ein Label?

Iris Emtmann: Wir haben gleich gemerkt, dass wir auf der gleichen Wellenlänge liegen und beide etwas Kreatives machen wollen. Zuerst haben wir einen Flohmarkt mit DJs, Kreativ- und Essenständen ins Leben gerufen. Wir haben dort unsere ersten Schmuckkreationen verkauft, der Markt und unser Schmuck kam gut an. 2010 haben wir dann einen eigenen Webshop eröffnet. Inzwischen sind unsere Ketten auch in einigen Läden zu haben, unter anderem auch in Amsterdam.

Macht ihr „Things like Diamonds“ hauptberuflich?

Nein. Ich arbeite als Ingenieurin, Eva ist künstlerisch-technische Mitarbeiterin am Institut für Theater- und Medienwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität.

Interview BR (5)Hast du jemals bereut, nicht Design studiert zu haben?

Manchmal denke ich, es wäre schöner gewesen. Aber mein normaler Job macht mir auch viel Spaß. Ich mag den Kontrast zwischen den beiden Welten. Für mich ist Schmuck machen ein guter Ausgleich. Wenn ich es hauptberuflich machen würde, könnte vielleicht der Spaß daran verloren gehen. Es ist ein Wunschgedanke, aber so wie wir beide gerade beruflich eingespannt sind, wird sich in den nächsten Jahren erst einmal nichts ändern.

Was fasziniert euch an Schmuckdesign?

Wir finden es schön, wenn man selbst etwas herstellt. Am Schönsten ist es, durch Zufall Leute mit unseren Ketten zu sehen. Wenn wir auf den Märkten stehen, die Leute sich freuen und man Komplimente bekommt, wissen wir, dass wir das Richtige tun.

Wie viele Ketten verkauft ihr im Jahr?

2014 hatten wir etwa 90 Bestellungen, bei denen teilweise Interview BR (4)mehrere Ketten geordert wurden. Es schwankt immer. Zu Weihnachten nimmt das Geschäft zu. Allerdings merken wir in letzter Zeit, dass immer mehr Leute eigene Kreativ-Shops eröffnen.

Wie teilt ihr euch die Arbeit ein?

Wir arbeiten meist abends oder am Wochenende, etwa ein- bis zweimal die Woche. Der Herstellungsprozess ist das Schöne: Jeder hat seine Lieblingsmaterialien und macht damit sein eigenes Design. Ich mache viel mit Holz, Eva arbeitet gerne mit Baumwolle, Leder, Edelsteinen und Keramik. Jeder hat dabei sein Heimstudio, ein Zimmer mit Werkzeugen, Utensilien und Versandmaterialien und kann sich da austoben. Keiner redet dem anderen rein. Wir haben Glück, weil wir vom Design her zusammenpassen. Wenn wir eine gemeinsame Kollektion machen, entwickeln wir das Design zusammen und setzen sie dann in der Holzwerkstatt meiner Eltern um.


Was nervt am Designerdasein am Allermeisten?

Nervig ist, wenn man nicht mehr genug Kettenmaterial übrig hat und es mal wieder länger dauert. Und man darf den Zahn der Zeit nicht verpassen. Man muss immer neue Sachen bringen, die den Leuten gefallen. Dann bekommt man auch Feedback. Interview BR (7)Das Gestalten macht ja gerade deswegen so viel Spaß, weil man darauf Reaktionen erhält.

Eure Ketten bekommt man für unter 20 Euro. Das ist für Handarbeit relativ günstig.

Wenn ich schönen Schmuck woanders sehe, möchte ich auch nicht 100 Euro dafür ausgeben. Wir wollen unseren Schmuck für so viele Leute wie möglich zugänglich machen, auch wenn jede Kette handgemacht und ein Einzelstück ist.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.