27/05/2016

Niklas Guggenberger (27) und Lukas Dinger (26)
styleGREEN
Konservierte Pflanzen für die Wand aus Höhenkirchen

„Es gibt ab dem Moment, wo man sich die Pflanzen an die Wand hängt, nur eine Regel: Am besten gar nichts tun.“

Niklas Guggenberger und Lukas Dinger hatten keine Lust mehr auf Yuccapalme, Gummibaum & Co. und haben sich deshalb eine Alternative zur Tristesse im Topf überlegt: sattgrüne Bilder aus echten Pflanzen für Büro und Wohnzimmer. Aus dieser Idee ist ein blühendes Unternehmen gewachsen, das trotz anstehender europaweiten Expansion fest in Höhenkirchen verwurzelt ist.

Team_stylegreen_©FlowerArt GmbH

PULS: Wie kommt man denn darauf, Pflanzen einzurahmen und an die Wand zu hängen?

Niklas Guggenberger: Das alte Problem ist ja, dass Pflanzen in Büros oder zu Hause immer verwelken. Keiner kümmert sich darum und dann gehen sie ein. Plastikpflanzen will aber auch niemand haben und deshalb haben wir uns eine Lösung für dieses Dilemma überlegt: echte, natürlich konservierte Pflanzen. Damit ersetzen wir sowohl die Plastikpflanze, als auch die echte Pflanze im Topf.

Sieht gut aus, fühlt sich schön an. Welche anderen Vorteile haben bepflanzte Wände?

Gerade in Großraumbüros hat man ein riesiges Ambiente_Moos_rund_©FlowerArt GmbHAkustikproblem. Unsere Pflanzenwände sind schalldämmend und nach der ISO 354 Schallschutznorm zertifiziert. Der akustische Effekt ist schon ab dem ersten Bild gegeben, trotzdem gilt natürlich: je größer die Fläche umso größer der Effekt. Außerdem strahlt Grün immer eine Ruhe aus, gerade im Büro oder in Meetingräumen. Da kommt ein bisschen das Gefühl auf, das ich eigentlich kriege, wenn ich am Wochenende in die Natur fahre.

Welche Pflanzen eignen sich überhaupt dafür?

Grundsätzlich eignen sich alle Pflanzen, die einen niedrigen Wasseranteil haben. Mit Moosen und Farnen klappt das gut, Sukkulenten wie Aloe Vera dagegen kann man nicht verwenden. Bevor die Pflanzen an die Wand kommen, müssen sie angebaut, geerntet und konserviert werden. Wir bekommen die Pflanzen von kleinen Farmen aus ganz Europa, das erstreckt sich von Finnland bis Spanien und hängt vom jeweiligen Moos- und Pflanzentyp ab. Unsere Bauern bauen Moos an wie andere Landwirte Kartoffeln. Das Konservieren geschieht dann noch direkt vor Ort, weil man nach der Ernte nur wenig Zeit, um das Material haltbar zu machen hat.

Und dann? Müssen die Pflanzen gegossen werden?

Es gibt ab dem Moment, wo man sich die Pflanzen an die Ambiente_Mix_©FlowerArt GmbHWand hängt, nur eine Regel: Am besten gar nichts tun. Wir haben immer wieder Kunden, die denken, es wäre doch besser zu gießen. Dabei ist das eigentlich die einzige Möglichkeit, die Pflanzen zu zerstören.

Höhenkirchen ist ja euer Hauptsitz. Was macht den Standort in Bayern so besonders?

Wir waren am Anfang noch in Giesing, sind dann aber ein Stückchen weiter raus gezogen, weil wir mehr Fläche gebraucht haben. In der Innenstadt wäre das zu teuer geworden. Hier in Höhenkirchen haben wir bezahlbare 500qm für die Produktion mit unseren Floristen, Halle, Lagerbestand, Showroom und Büro zur Verfügung. Unsere insgesamt 11 Leute brauchen schließlich ein bisschen Platz, um sich auszubreiten. Und obwohl wir in ganz Europa verkaufen, ist unser Hauptabsatzort definitiv hier. Unsere Region ist ja auch eine der wirtschaftsstärksten: mit BMW und Siemens haben wir hier wichtige Kunden, während es in Berlin gar keine Industrie gibt, an die wir verkaufen könnten. Außerdem liegen wir im Münchner Raum logistisch optimal.

Von der vagen Idee zum erfolgreichen Unternehmen – was hat dir am besten gefallen auf eurem Weg?

Unser Highlight war definitiv, als wir Tatort geguckt haben Dschungelwand_©FlowerArt GmbHund plötzlich in einer Sequenz unsere Produkte vorkamen. Das ist ein schöner Moment, wenn man seine eigenen Sachen plötzlich außerhalb der Firma sieht. Und das ging dann auch so weiter: am Flughafen in Wien und Oslo oder im Münchner Google-Büro. Auf einmal mussten wir nicht mehr selbst jeden darauf ansprechen, sondern die Leute kommen jetzt auf uns zu und sagen: „Ach, ihr seid das mit dem Moos“.

Gab’s auch mal Probleme?

Am schwierigsten war definitiv die Finanzierung. Wir arbeiten ohne Fremdkapital, das heißt, wir haben keinen Investor. Das ist natürlich auch sehr schön, weil wir organisch wachsen, aber dadurch gibt es dann auch Engpässe und es ist schon tough, da wieder rauszukommen. Wir haben anfangs alles, was wir erwirtschaftet haben, sofort wieder in Lagerbestand und Produktion anstatt in neue Mitarbeiter gesteckt. Wenn wir früher mehr Leute einstellen hätten können, dann wäre Vieles einfacher und stressfreier gewesen.

Wildwuchs-Dschungelwand oder Kugelmoos?

Also mein persönlicher Favorit ist Kugelmoos. Kugelmoos ist nicht so wild und unruhig wie das Pflanzenbild. Dieses Puristische entspricht meinem eigenen Einrichtungsstil ganz gut.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.