04/10/2015

Stefan Geisberger (34) und Susanne Ulhorn (33)
Studio Munique
Handgefertigte Accessoires aus München

„Gegenstände, die man öfter in der Hand hat, sollten einem auch was wert sein“

Susanne und Stefan lernen sich beim Feiern in einem Münchener Club kennen. Was sie noch nicht wissen: Sie werden ein Paar und eröffnen drei Jahre später auch noch ein gemeinsames Grafikdesign-Studio. „Studio Munique“ ist aber kein reines Dienstleistungsbüro, sondern auch eine kleine Manufaktur. In ihrem Shop bieten die beiden Accessoires und verzierte Alltagsgegenstände an – alles „Munikate“ sozusagen.

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icon_interviewPULS: Eure Geschichte klingt schrecklich romantisch. Wie hast du Susanne kennengelernt?

Stefan Geisberger: Susi kenne ich tatsächlich vom Feiern, im Atomic Cafe in München war das. Dass wir beide Grafiker sind, haben wir aber erst später erfahren. Inzwischen sind wir sechs Jahre zusammen, das ist natürlich auch ein langer Prozess.

Wie kam es denn dann zur Gründung von Studio Munique?

Studio_Munique3Ich war damals noch fest angestellt, während sie schon seit zwei Jahren selbstständig war. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mir das auch vorstellen konnte. Ich habe mir gedacht: Bevor du jetzt nochmal in eine andere Agentur reinrutschst und wieder mal Nine-to-Five oder noch längere Schichten schiebst, probier’s doch mal. Damit kann ich mich jetzt seit vier Jahren einigermaßen ganz gut über Wasser halten.

Damit meinst vermutlich eure Dienstleistungen als Grafik- und Designstudio. Wie kamt ihr auf die Idee, auch Accessoires zu verkaufen?

Letztendlich haben wir gesagt: Wir müssen für so viele Kunden Dinge machen, die wir nicht unbedingt schön finden oder bei denen wir sagen: Nee, da ist jetzt nicht wirklich das Herzblut zu entdecken. Irgendwann haben wir also angefangen, Wanduhren zu entwerfen, um sie auf T-Shirts zu drucken. Aber dann haben wir uns gedacht, eigentlich können wir auch gleich eine echte Wanduhr daraus machen – und so hat es seinen Lauf genommen. Es sind immer mehr Produkte entstanden, immer wenn wir mal wieder die Zeit gefunden haben oder Ideen hatten, sei es für den Wohnbereich oder Lifestyle. Seit kurzem sind wir außerdem kein reiner Webshop mehr, sondern haben im Münchner Westend einen kleinen schönen Laden, wo wir unsere Sachen im Schaufenster ausstellen.


Hast du ein Lieblingsstück?

Studio_Munique10Ja, das ist so ein Card Holder, der mit einem Zugmechanismus die Karten rausholt und mit einer Art Klammer die
Geldscheine in Position hält. Ich mag ihn, weil er sich gut in der Hand anfühlt, weil es ein kleiner Geldbeutel ist, weil er kompakt ist. Es geht mir grundsätzlich um den Alltagsgegenstand, also um die Frage: Wie gehe ich eigentlich mit meinen Alltagsgegenständen um? Schlüssel, Telefon, Geldbeutel – diese Gegenstände, die man öfter am Tag in der Hand hat, sollten einem auch was wert sein.

Bei den Sachen, die ihr verkauft, könnte man meinen, eure Homebase ist in Kreuzberg.

Es gibt auch kreative Leute in München und nicht nur in Berlin! Ich finde es ein bisschen schade, was da immer Vergleiche mit Berlin gezogen werden. Das Schöne ist, dass München sehr klein ist – ich sehe für mich deshalb mehr Chancen in München. In Berlin würde ich in der breiten Masse an Kreativität wahrscheinlich untergehen.

Bei euch spielt ja ein ganz spezieller Faktor auch eine Rolle: Hast du nicht manchmal Angst, die Beziehung mit Susanne könnte irgendwann in die Brüche gehen und eure Firma damit auch?

Naja, das Ding ist halt, dass man sehr viel Zeit miteinander verbringt – das ist was wunderschönes und man lässt Studio_Munique6Probleme eigentlich nicht über Tage stehen. Es ist ganz normal – wir haben als Paar auch unsere kleinen Problemchen, aber letztendlich sind wir eingespielt und eigentlich ein gutes Team. Und dass man dann nach der Arbeit natürlich mal Freizeit mit seinen Freunden verbringt, ist auch klar. Ich glaube, das machen wir ganz gut von der Aufteilung her. Wir müssen ja auch nicht von Zuhause aus arbeiten, somit ist das Berufliche schon mal ein bisschen vom Privaten getrennt.

Gab es etwas, worüber ihr fast gestolpert wärt, etwas, das ihr anderen Startups mit auf den Weg geben würdet?

Ja, es einfach nur lassen, weil es echt extrem zeitaufwendig ist! Der ganze Rattenschwanz, der schon an einem einzigen Produkt dranhängt, ist einfach komplett irre. Das wäre eigentlich auch ein zweiter Job. Aber das ist eben die Leidenschaft. Wer seine freien Wochenenden oder Abende liebt, der wird keine Zeit finden, das so umzusetzen.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.