09/05/2016

Florian Ehrnböck (33)
Stenz
Natürliche Bartpflegeprodukte aus Niederbayern

„Wahrscheinlich könnte man so eine Flasche sogar austrinken, ohne dass einem etwas passieren würde.“

Florian Ehrnböck trägt schon lange Bart, war aber mit den gängigen Bartpflegeprodukten nie wirklich zufrieden. Also hat er sich einfach selbst ein Bartöl gemischt. Aus dem ist mittlerweile eine handgemachte Produktreihe geworden, die auch einen Bartbalsam enthält. Ein Must-Have für alle Bartträger, die nicht nur gut aussehen, sondern sich auch gut anfühlen wollen.

Stenz Beard Care

PULS: Wie bist Du auf die Idee gekommen, Deine eigene Bartpflege zu produzieren?

Florian Ehrnböck: Die Idee ist eigentlich zufällig entstanden, als ich gerade ein Bartöl für mich gesucht habe. Ich war von den meisten Ölen enttäuscht, weil die Produkte oft sehr teuer sind und dann aber eine wirklich schlechte Qualität haben. Also hab ich mir gedacht, ich probiere es mal selber aus und habe mir angeschaut, wie das funktioniert. Das hat gut geklappt. Ich habe dann meine Freunde testen lassen und die haben mir dann gesagt, dass es schon cool wäre, wenn ich es verkaufen würde. Daraufhin habe ich mich schlau gemacht, ob das funktionieren kann, was es kostet und was ich beachten muss. Vor einem halben Jahr habe ich dann meine erste Produktlinie auf den Markt gebracht. Das hat gleich super funktioniert und bisher läuft es sehr gut.

Wer steckt hinter Stenz-Beard Care?

BeardOilDas bin nur ich alleine. Meine Frau unterstützt mich natürlich, wo sie kann. Sie muss dann immer schnuppern, weil es ja am wichtigsten ist, dass die Frauen den Geruch gut finden. Sobald eine Frau nämlich sagt, dass es nicht gut riecht, nimmt es der Mann auch nicht mehr her. Ich habe vorher in einem Designbüro gearbeitet und von dem her hatte ich Zugang zu den besten Adressen, die mir dann beim Layout geholfen haben.

Was ist das Besondere an deinen Produkten?

Ich finde erstmal, dass das Design schon sehr ins Auge sticht. Die Produkte werden nur mit natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt und es ist einfach nichts dabei, was irgendwie chemisch ist. Wahrscheinlich könnte man so eine Flasche sogar austrinken, ohne dass einem etwas passieren würde. Dann ist mir eben auch die Regionalität sehr wichtig und dass man seine Sache nicht outsourced. Da gibt man lieber mehr Geld aus, kann aber dann wirklich auch komplett mit seinem Namen dahinter stehen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Woher beziehst Du Deine Produkte?

Meine Produkte beziehe ich von einer kleinen Firma in der Nähe von Augsburg, die für mich produziert und abfüllt.
Kosmetikprodukte darf man aus hygienischen Gründen leider nicht in der eigenen Küche zu Hause herstellen. Zudem braucht man super viele Zertifikate und Analysen, die die Menschen dann vor Ort für mich übernehmen. Ich habe also quasi das Grundrezept gemacht, bin nach Augsburg gefahren und habe mir alles angeschaut. Das ist ein ganz kleiner Betrieb, der seine Produkte immer von dem Ort bezieht, wo es halt gerade am besten hergeht. Da haben die Händler dann zwar nicht immer alles vorrätig, dafür kann man selber bestimmen, wie viel man letztendlich braucht. Ich muss also keinen ganzen Tanklastzug abnehmen, sondern kann bei allem mitreden. Und man unterstützt eben kleine Betriebe.

Welche Rolle spielt Bayern für Dein Produkt?

Bayern ist für mich sehr wichtig. Ich musste mich ja auf die FE00223Suche begeben, wo man richtig produzieren lassen kann. Da war dann auch die Schweiz im Gespräch, aber für mich war es dann doch wichtiger, dass ich in meiner Heimat Bayern bleibe. Mir war es wirklich wichtig, dass Stenz ein regionales Produkt ist, weil ich es einfach nicht mag, irgendwo im Ausland produzieren zu lassen.

Gibt es viel Konkurrenz in der Branche?

Nein, gar nicht. Also: natürlich gibt es Konkurrenten, aber es ist kein Konkurrenzkampf. Die Leute aus dem Metier, in dem ich mich bewege, sind wirklich sehr nett und zuvorkommend. Wenn man Sachen nicht weiß oder man einfach etwas nachfragen will, dann ist da jeder super offen. Man kann jeden anschreiben. Genauso ist es auch von meiner Seite aus: wenn mich jemand anschreibt und etwas wissen möchte, dann gebe ich die meisten Infos schon preis. Natürlich würde niemand sein Rezept verraten, aber ich find’s eigentlich sehr angenehm so wie es ist. Es ist also eher ein großes Miteinander würde ich sagen.

Was hat Dir auf Deiner Macher-Reise bis jetzt am besten gefallen?

Das ist eigentlich der Moment, wenn du durch die Stadt läufst und du zum ersten Mal dein Produkt im Schaufenster stehen siehst. Das ist ein total irres Gefühl, wenn man sagt, man hat seine eigene Marke geschaffen und die ist jetzt schon erhältlich. Man kann sie kaufen. Das ist für mich der beste Dank für die ganze Arbeit.

Was war für Dich bis jetzt die größte Hürde?

Wenn man ein Kosmetika auf den Markt bringen will, ist die BeardBalmFavoritgrößte Hürde die Zertifizierung deines Produktes. Es gibt nämlich eine Kosmetikverordnung an die man sich wirklich strikt halten muss – und die macht es wahnsinnig schwer, Produkte legal auf den Markt zu bringen. Es gibt viele Leute, die das einfach umgehen, irgendwas zu Hause zusammenmischen und dann Bartöl draufschreiben. Das kostet dann, 9,95 Euro, alle freuen sich, weil es so günstig ist, aber sobald es dann jemandem den Bart wegätzt oder du einen riesen Ausschlag bekommst, hast du keine Sicherheit. Die größte Hürde sind also wirklich die Zertifikate und die Analysen, weil sie eben auch mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Jedes Produkt von mir umfasst zum Beispiel einen 40 Seitigen Sicherheitsbericht. Und diese ganzen Arbeitsschritte, die du im Vorfeld leisten musst, kosten dich unglaublich viel Zeit und Geld. Das spiegelt sich natürlich auch im Preis wieder.

Was steht als nächstes an?

Da der Markt schon sehr groß ist, nisten sich natürlich immer wieder neue Unternehmer ein, so dass man eigentlich immer am Ball bleiben muss. Ich schraube immer an neuen Sachen, damit ich mit dem Bartöl und dem Bartbalsam nicht einfach stehen bleibe, sondern im Nachgang immer wieder ein paar Sachen dazu kommen. Demnächst kommt beispielsweise noch eine Bürste dazu, ein Shampoo ist auch in Planung. Dann kommen noch ein paar neue Produkte in den nächsten ein, zwei Jahren und dann schauen wir mal weiter. Ich mein, Nivea hat auch mal klein angefangen, die kennt jetzt jeder. So viel sei aber schon mal verraten: eventuell ist auch etwas für Frauen dabei.

Welchen Rat würdest Du anderen Machern geben?

Ich finde man muss sich einfach trauen. Es gibt so viele geile Ideen in den Köpfen, aber leider haben viele Leute Angst zu scheitern. Man sollte sich nicht unterkriegen lassen, sondern einfach mal machen. Das heißt ja auch „Macher“ und das stimmt schon so. Auch wenn man mal Geld in die Hand nehmen muss: Pokern macht oft Spaß. Es kann sein, dass man auf die Nase fällt, aber wenn man es nie ausprobiert, wird man es auch nie wissen.

 

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.