19/03/2018

Stefan Hechberger (35), Cornelia Hechberger (29), Marcus Schneider (35)
Sock up your life
Nachhaltige Socken

 „Sorry Oma, unsere Socken sind nachhaltiger als deine selbstgestrickten.“

Viele Klamotten haben Nachhaltigkeits-Siegel – aber woraus sie bestehen und wie sie produziert werden, ist trotzdem schwer herauszufinden. Das hat den Informatiker Stefan Hechberger aus der Nähe von Passau genervt. Mit seiner Frau und einem Freund macht er jetzt Socken, bei denen die Produktion für die Kunden komplett transparent ist. Wie schwierig das ist, hätte der „Chief Executive Sock-Master“ aber nicht gedacht. Zumal seine strickende Oma eine harte Konkurrentin ist.

icon_interviewPULS: Stefan, was hat dich an normalen Socken aus dem Laden gestört?

Stefan: Ich habe immer schon nachhaltige Klamotten gekauft. Und nicht nur bei Socken, sondern bei allen Kleidungsstücken haben mir Hinweise gefehlt, wo sie herkommen und wie sie produziert wurden. Eigentlich hat man nur gutes Gewissen gekauft. Mich hat gestört, dass man sich auf ein Siegel oder ein Zertifikat verlassen muss, ohne mehr darüber erfahren zu können. Man hat eigentlich nur dieses Siegel erhalten und musste fünf Euro mehr zahlen.

Bei den Socken, die du und deine beiden Mitstreiter Cornelia und Marcus anbieten, erfährt der Käufer jetzt mehr?

Ja, die Idee war, Kleidung möglichst transparent herstellen zu lassen hinsichtlich der Inhaltstoffe und auch hinsichtlich des Produktionsprozesses. Das eine geht Hand in Hand mit dem anderen: Wenn wir nicht wissen, wer sie herstellt, dann können wir unmöglich sagen, was drin ist. Das bedeutet, wir mussten Firmen suchen, die bereit waren, uns in die Prozesse einzuweihen und uns mit ihren Chemikern und Technikern reden zu lassen.

Selber strickt ihr aber nicht. Ihr holt euch die Baumwolle aus Griechenland nach Deutschland, lasst sie in einem Betrieb färben und in einem anderen stricken. Warum ist das nachhaltig?

Ich habe lange Zeit recherchiert und ich konnte kein Unternehmen finden, das weniger Transportwege erzeugt als wir mit unseren Socken. Ich hab’s mal durchgerechnet: Unsere Socken legen von der Baumwollpflanze bis zur fertigen Socke ungefähr 2000 km zurück. Das klingt nach viel, aber ist rein von der CO2 Bilanz pro Paar Socke im Vergleich echt in Ordnung.

Trotzdem sagst du, du trägst weiterhin auch gern die Socken, die dirdeine Oma gestrickt hat. Welche Socken sind nachhaltiger, was die CO2-Bilanz angeht – Sock up your life oder selbstgestrickt von der Oma?

Das Garn von den Omasocken kann ich schwer einschätzen. Meine Oma hat das irgendwo gekauft, ich glaube im Wolle-Laden in Passau, und hat das dann einfach verstrickt. Jetzt verbraucht meine Oma beim Socken stricken wahrscheinlich weniger CO2 als die Sockenstrickmaschine. Der Punkt geht an die Oma. Aber bezüglich Sockengarn und den darin verwendeten Chemikalien und anderen Hilfsstoffen, würde ich drauf wetten, dass unsere Socken nachhaltiger sind. Entschuldige, Oma.

Weiß das deine Oma?

Also ich muss ganz ehrlich sagen: Meine Oma ist vor kurzem 90 Jahre alt geworden. Die kann mit dem Thema Nachhaltigkeit nicht so unglaublich viel anfangen.

Es gibt Sock up your life inzwischen seit zweieinhalb Jahren. Was waren die größten Hürden bis jetzt?

Das fehlende Grundwissen. Marcus und ich sind Informatiker. Ich kann mich noch an den ersten Anruf bei einer Färberei in Deutschland erinnern. Ich wurde dann gleich mit dem Geschäftsführer verbunden. Und der hat mit Fachbegriffen um sich geworfen, bis ich irgendwann gesagt habe: „Herr So-und-so, das macht keinen Sinn.“ Wenn man mit den Leuten nicht auf einer Ebene sprechen kann, dann ist natürlich auch Transparenz schwierig. Und gerade das Thema Transparenz ist bei vielen Betrieben ein rotes Tuch, die meisten haben mehr oder weniger sofort aufgelegt und das Gespräch beendet. Das hätte ich mir leichter vorgestellt. Ich dachte eigentlich, dass die sich – da die Textilindustrie in Deutschland ohnehin schon so brach lag –über Neu-Aufträge freuen würden. Das war schwieriger als zuerst gedacht, muss ich ehrlich sagen.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der mit einem ähnlichen Ansatz wie du heute antritt?

Er soll mich anrufen. Kein Witz. Ich bin gern bereit, jedem weiterzuhelfen, wenn er Fragen oder Probleme hat. Wir sind froh, wenn mehr Leute sich für transparent hergestellte Kleidung interessieren und unterstützen gern.


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