16/05/2017

Manuel Breit und Georg Vollmer
Powder & Heat
Brillen aus dem 3D-Drucker

„Nichts ist individueller als das Gesicht“

Ein kleines Team aus Erding druckt Brillen – mit dem 3D-Drucker. Regional, ohne Abfall und individuell. Für ihre Designs wurden sie auch schon mit dem German Design Award 2017 ausgezeichnet.

PULS: Wer steckt eigentlich hinter „Powder & Heat“?

Manuel Breit: Die Personen hinter der Marke: Das ist zum einen Simon, unser Software-Entwickler, und zum anderen Georg, der ist der Designer und arbeitet schon Jahre lang in der Brillenindustrie. Und dann gibt‘s mich, ich bin eigentlich für alles zuständig, was Technologie angeht. Und dazu kommen dann natürlich noch Leute, die uns unterstützen, die unser Produkt toll finden, es gerne vertreiben, gerne montieren. Leute, mit denen es einfach Spaß macht, zusammenzuarbeiten.

Dass man mit einem 3D-Drucker echt crazy Sachen machen kann, davon liest man ja immer wieder. Aber wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, Brillen zu drucken?

Ich komme eigentlich aus der Luft- und Raumfahrt und bin da schon sehr früh mit der Technologie des 3D-Druckers in Berührung gekommen. Da hab ich schon gedacht, dass die Technologie einfach super ist, um individuelle, auf den Kunden abgestimmte Produkte herzustellen, die in Deutschland produziert werden. Deshalb wollte ich die Technologie zum Endkunden bringen. Und dann war auch schon sehr früh der Wunsch da, eine Brille umzusetzen, weil nichts individueller ist als das Gesicht. Viele Brillenträger kennen das Problem, dass beim Optiker die Brille nicht passt, die eigentlich am besten gefällt. Da stimmt die Form an der Nase nicht oder die Länge des Bügels. So haben wir schnell gemerkt, dass das das perfekte Produkt ist für die Technologie. Denn das wichtigste ist die individuelle Fertigung.

Und dann hast du dir dein Team zusammengesucht…

Also Simon, der Software-Entwickler, und ich sind in der gleichen Straße aufgewachsen, wir haben unsere Kindheit zusammenverbracht und sind schon immer befreundet. Was uns aber gefehlt hat, war im Grunde die Design-Kompetenz für eine Brille. Da hab ich Georg auf einer Messe kennengelernt und er war auch interessiert, mit 3D-Druck Brillen umzusetzen. So hat sich der Kreis geschlossen und es war klar, dass da jetzt super Leute dahinter sind und wir die Idee umsetzen können.

Nachhaltigkeit ist ja schon auch ein zentraler Aspekt bei euch. Welche Rolle spielt es denn für euch, dass ihr regional produzieren könnt?

Für uns ist das sehr wichtig – auch die Nachhaltigkeit dahinter. Es ist nicht mehr so wie bei den Massenprodukten, dass man in Asien die Produkte bestellt und man nicht mal weiß, ob man alle verkauft. Und den Rest wirft man am Ende dann weg. Da ist unsere Technologie einfach sehr nachhaltig. Wir führen nur kleine Lagerbestände und produzieren dann, wenn wirklich Bedarf da ist. So kann kundennah produziert werden. Und die meisten unserer Komponenten kommen aus dem Umkreis Erding-München. Da haben wir unsere Partner und uns ist es auch ganz wichtig, dass wir das persönliche Verhältnis zu den Leuten pflegen können, statt nur über‘s Telefon im Ausland die Produkte zu bestellen. Wir können auch mal etwas persönlich abholen – und die kurzen Wege machen natürlich Spaß.

Vor allem, wenn das Produkt so individuell ist. Ihr seid ja eher ein kleines Team, was waren denn Schwierigkeiten auf eurem Weg?

Die größte Hürde in den letzten Jahren war eigentlich, dass die Kunden Akzeptanz zur Technologie gewinnen müssen. Da mussten wir immer viel kämpfen. Wir hatten sehr viele Ideen, aber haben uns da auch sehr schwer getan. Aber man merkt jetzt, dass die Akzeptanz in der Optik-Branche mittlerweile da ist. Die Optiker werden digital, viele wollen eine Technologie integrieren, wollen Kunden digitalisieren, wollen Maßbrillen herstellen. Also man merkt, dass es jetzt eine Veränderung in der Optik-Branche gibt.

Die Optiker waren also skeptischer als die Endkunden, also die Brillenträger?

Ja, das war erstmal die größere Hürde. Denn bei den Optikern  ist es natürlich sehr wichtig, dass sie es dann auch verkaufen, dass sie die Vorteile der Technologie auch im Laden zu den Kunden bringen und sagen: „Das ist eine nachhaltige Technologie, wir können individuell produzieren.“ Die Mitarbeiter dort haben aber noch gar keine Erfahrung mit den Materialien. Sie wissen nicht, ob es vielleicht Probleme damit gibt oder wie man zum Beispiel die Bügel noch anpassen kann. Da hat sich auch viel getan in den letzten Jahren. Und ich denke, seit einem guten Jahr spürt man da sehr stark den Wunsch von Optikern, digital zu werden.

Ihr habt den German Design Award 2017 gekriegt. Was bedeutet so ein Award für euch?

So eine Auszeichnung  zeigt natürlich, dass unsere Arbeit  geschätzt wird. Das hat uns im Team auch sehr glücklich macht, weil wir sehr viele schlaflose Nächte in das Produkt gesteckt haben. Ein Award zeichnet einfach die Qualität von einem Produkt aus und das ist natürlich für uns auch ein gutes Marketing-Instrument gegenüber den Optikern. Wir sind eine Marke –  und die kennt erstmal noch keiner. Da ist es natürlich gut, wenn man mit so Awards auch zeigt, dass man qualitativ hochwertige Produkte umsetzt.  Aber auch auf Messen zum Beispiel: Das Feedback dort, das waren für uns auch Erfolge, weil dann Leute zu dir kommen, denen dein Produkt gefällt – und die sind in der Branche. Positives Feedback baut natürlich auf und das motiviert immer wieder, weiter zu machen und nicht aufzugeben.

Für alle, die vielleicht auch eine bestimmte Idee im Kopf haben, kannst du denen einen Rat geben für ihren Weg mit dieser Idee?

Genau das eigentlich: Man darf nie aufgeben, man muss sich selbst motivieren können. Man fällt über die Jahre verteilt in viele Löcher – sie sollten halt nicht allzu tief sein. Aber dann darf man nicht aufgeben und muss motiviert dran bleiben. Auch die Personen dahinter sind wichtig. Die Idee ist das eine, aber das Team muss einfach stimmen.


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