08/11/2016

Guido Meier, Thomas Suttner, Eliane Droemer, Claudia Siebenweiber
Planke
Online-Magazin für Stand-Up-Paddling

„Wir hatten das Gefühl, dass Stand-Up-Paddling einen eigenen Rahmen braucht.“

Guido Meier ist Architekt, hat als Designer gearbeitet und bietet Stand-Up-Paddling Kurse an. Aber viel lieber wollte er ein eigenes Magazin für seinen Lieblingssport. Also hat er mit drei Freunden zusammen das Online-Magazin "Planke" ins Leben gerufen, das sich ausschließlich mit Stand-Up-Paddling beschäftigt. Gemeinsam haben sie viel Energie, Wille und Geld in Planke gesteckt, sind nach vier Ausgaben aber noch lange nicht fertig.

Planke Team by Andy Klotz

PULS: Guido, du bist Architekt, hast als Designer gearbeitet, führst das Unternehmen „Bavarian Waters“ mit Angeboten rund ums Stand-Up-Paddling (SUP) und bist mitverantwortlich für das Online-SUP-Magazin „Planke“. Was ist eigentlich dein Hauptberuf?

Guido Meier: In meinem Kopf ist alles rund um SUP, also Bavarian Waters und Planke, eindeutig am wichtigsten. Gedanklich macht das so 99 Prozent meines Berufslebens aus, weil es eben auch eine Leidenschaft ist. Den Umsätzen nach spielt die Architektur schon auch noch eine kleine Rolle. Die Bestandskunden, mit denen ich da noch arbeite, sind aber auch alle Freunde aus dem SUP-Bereich.

Wie kamst du denn überhaupt dazu, dich mit Planke selbstständig zu machen?

Credit: Andy KlotzIch hatte das Gefühl, dass das SUP einen eigenen Rahmen braucht. Vor einigen Jahren konnte man zwar auch schon davon lesen, aber nur am Rande in Kanu- und Kajak-Magazinen. Das war einfach nicht stimmig. Einige der Artikel kamen auch da schon von mir. Wie ich abends dann mal mit meinem guten Freund und Kollegen Thomas Suttner am See gesessen habe, habe ich ihn gefragt: „Können wir das nicht einfach selbst machen?“ Und er meinte: „Ja, das bekommen wir hin.“

Und dann hast du einfach die Architektur hingeschmissen und mit Thomas das Magazin großgezogen?

Nein, wir haben erst überlegt, wen wir strategisch noch brauchen, um das Magazin überhaupt machen zu können. Ich habe ganz viele Ideen für Geschichten und Thomas kann programmieren. Dann haben wir noch eine gemeinsame Freundin angesprochen, Claudia Siebenweiber. Sie ist in Sachen Design erfolgreich und echt gut. Und für die weitere Redaktion war Eliane Droemer die erste Adresse für uns. Innerhalb einer Woche hatten wir unser Team zusammen.  Die Selbstständigkeit war für mich kein Problem, ich war als Architekt auch schon selbstständig. Generell hat uns allen die Arbeit von Anfang an wahnsinnig gut gefallen. Und andere Autoren haben uns beneidet, einer hat mal gesagt: „Ich wäre auch gerne mal so frei wie ihr, nicht durch zehn Instanzen fragen zu müssen, ob der Titel meiner neuen Geschichte in Ordnung ist.“ Sowas spüren die Leser.

Ist es denn schwierig, Leser für eure Geschichten zu begeistern?

Es ist am Anfang immer ein Problem, Leser zu finden. Aber planke_02_2016_out_now_sup_emagazin_cover_lmwir hatten ein gutes Gefühl. SUP liegt voll im Trend und wir haben das Magazin erstmal gemacht, weil wir jemanden die Geschichten aus dem Sport mitteilen wollten. Das hat super geklappt. Als der wirtschaftliche Erfolg auch wichtig wurde, war das noch weniger ein Problem. Das Thema ist von sich aus so interessant, dass wir es nicht verbiegen oder emotional aufbauschen müssen. Und wenn ein Projekt von dir schwarze Zahlen schreibt, kann es ja nur gut sein.

Wie kommt ihr denn an eure Geschichten?

Wir vier sind selbst oft unterwegs, auch gemeinsam. Da erlebt man einiges. Wir haben mal einen Stand-Up-Paddler getroffen, der eigene Sponsoren hat und mit dem Sport Geld verdient. Da haben wir bei den Sponsoren angefragt: Wir wollen eine Geschichte über ihn machen und möchtet ihr vielleicht Werbung bei uns schalten? Ein andermal haben wir super Fotos geschossen und die Kamera ist uns ins Wasser gefallen. Als wir danach getaucht haben, haben wir unter Wasser ganz neue Welten entdeckt – wieder eine Geschichte. Und ein Freund hatte mal einen schweren Unfall, der war jahrelang weg vom Fenster. Jetzt hat er sich wieder hochgekämpft, das ist inspirierend.

Warum gibt es euer Magazin denn noch nicht am Kiosk?

Da wollen wir unbedingt mal hin mit Planke, aber dazu müssten wir unser Team nochmal aufstocken. Im Moment starnberg-38 Credit: Andy Klotzwürde das einfach nicht funktionieren. Das würde zu viele Anforderungen an uns stellen, die wir noch nicht leisten können. Aber wenn man so bei Contests oder Events am Strand entlangläuft und sieht, wie alle in irgendwelchen Magazinen blättern – das ist schon phantastisch. Wir dachten am Anfang immer nur, unsere Leser sind so viel auf Reisen, die nehmen sowieso nur das Tablet mit. Das Optimum für uns wäre natürlich, beide Welten zu kombinieren: Online hat all die tollen Bilder und Videos, aber gedruckt ist das einfach nochmal ein anderes Gefühl, das ich viel schöner finde.

Was war für dich bisher dein persönliches Highlight mit Planke?

Das war mal vor einiger Zeit, da war ein Paddler bei uns bei „Bavarian Waters“. Er hatte unser Magazin dabei, kam zu mir und hat mir das absolut angepriesen. Er habe es schon ganz gelesen und endlich gäbe es mal ein Magazin nur für SUP.

Und du hast ihn einfach mal reden lassen?

Genau. Ich habe ihm zugestimmt, dass ich das genauso sehe. Erst später meinte ich dann, dass ich das Magazin auch herausbringe. Das war dann natürlich sehr lustig. Aber vorher – genau so stelle ich es mir vor, wenn ein Musiker sein Lied zum ersten Mal im Radio hört. Und diese Nähe zu den Menschen ist uns mit dem Magazin auch einfach wichtig. Das wollen wir auch unbedingt so beibehalten. Vielleicht kommt Print irgendwann mal und vielleicht müssen wir uns bald mit ganz vielen Unterkategorien beschäftigen – SUP ist genauso vielfältig wie der Fahrradsport. Aber diese Freude an der Natur und an dem Sport mit seinen Geschichten und seinen Menschen machen Planke schon immer aus.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.