02/03/2016

Markus "Bam Bam" Steinke (40)
Pindung
Innovative Tourenski- und Freeridebindung

„Das Wichtigste ist immer der Plan B“

Die „Pindung“ von Bavarian Alpine Manifest soll die eierlegende Wollmilchsau für Freeride-Skifahrer und Tourengeher sein. Bislang mussten diese immer einen Kompromiss eingehen: zwischen einer leichten, komfortablen Pin-Bindung zum Aufsteigen und einer stabilen, massiven Alpin-Bindung zum Abfahren.

BAM - Jakob Schweighofer

icon_interviewPULS: Worum geht es bei der Pindung?

Markus Steinke: Das Pin-System ist zum Aufstieg das Beste, was es gibt: ein geringes, bewegtes Gewicht am Fuß, idealer Drehpunkt, niedrige Standhöhe. Dadurch ist es wie ein normales, natürliches Gehen. Aber in der Abfahrt birgt das gewisse Nachteile, zum Beispiel sind Kraftübertragung und Auslösewerte schlechter. Die Idee war, eine herkömmliche Bindung so zu modifizieren, dass man mit einer Pin-Bindung aufsteigen kann und trotzdem zum Abfahren die volle Performance und Sicherheit einer herkömmlichen Alpin-Bindung hat.

Der Skibranche geht es nicht so gut – hattest du schon mal Zweifel daran, ausgerechnet in dieser Branche was neues zu starten?

BAM - Jakob SchweighoferIch war von Anfang an so Feuer und Flamme, dass mir klar war: Hey, du bist dickschädlig genug sowas durchzuboxen und auf den Weg zu bringen. Da gehört sicherlich auch ein klein bisschen Naivität dazu. Eine Bindung lässt sich nicht so leicht umsetzen, aber weil ich vorher schon in der Skibranche gearbeitet habe, waren zumindest die Türen offen und ich habe einen Weg gesehen, wie ich das Ganze angehen kann. Mittlerweile sind wir zu dritt in der Firma und es ist schön zu sehen, wie jeder Spaß daran hat und voller Enthusiasmus ist.

Wieviel Unternehmergeist braucht man, um eine eigene Idee umzusetzen? 

Ich glaube, man muss dafür schon ein bestimmter Typ sein, einen Hang zum selbstständig Arbeiten haben und sich auch BAM - Jakob Schweighoferzusammenreißen. Ich habe die Firma aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet und dadurch gab es dann auch einen Gründungszuschuss für mein eigenes Gehalt, um erstmal das tägliche Brot zu sichern. Man muss schon Abstriche machen. Da gab es einfach mal ein Jahr lang kein Auto und ich habe alles mit dem Rad gemacht. Wenn dann alles greift und man Leute findet, die sich beteiligen und man weiter kommt, dann fühlt man sich gestärkt. Es ist eine riesige Verantwortung und es ist etwas anderes, ob man alleine umeinander wurschtelt oder erste Angestellte hat – das ist schon sehr spannend.

Ihr habt eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, worum ging es euch dabei?

Uns ging es schon ein bisschen ums Geld, aber auch um BAM - PindungFeedback – und das war grandios. Es war unglaublich lehrreich, zu sehen, wie es nach und nach tröpfelt. Wenn mal fünf Tage lang nichts passiert, kommt man ins Grübeln. Man schaut eigentlich alle fünf Minuten nach, ob sich was getan hat. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Natürlich waren beim Crowdfunding auch Skeptiker dabei, aber nur an Kritik kann man wachsen und wir wachsen gern.

Hast du Tipps für andere Start Ups und Gründer?

Das Wichtigste ist immer der Plan B. Man darf sich nicht zu sehr in eine Richtung verrennen. Wenn die eine Richtung nicht funktioniert, darf man nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern muss sich fragen: „Was habe ich noch für andere BAM_JakobSchweighofer_Jakob_AufstiegMöglichkeiten?“ Bei mir hat sich da dann irgendwie immer wieder was aufgetan. Ich habe sehr viele Gespräche mit der Bank geführt. Letztendlich bin ich dort immer gegen eine Wand gerannt, weil ohne ein Haus, das du verpfänden kannst, kriegst du keinen Pfennig. Und trotzdem hab ich es geschafft, auch ohne Kredit von der Bank. Sich in die Ecke stellen und zu warten, dass einer anruft, davon passiert nichts.

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