04/10/2015

Thomas Poddey, Phillip McRae, Julian Bässler
Pazls
Magnetische Möbel aus Augsburg

„Es saß auch schon mal eine 100 Kilo schwere Person im Regal“

Unkomplizierte Möbel zum Selberbauen – das wollte die Truppe um Thomas Poddey. Rausgekommen sind Möbel, die man ganz einfach zusammenstecken kann. Ohne Schrauben, ohne Hammer. Das Geheimnis dahinter? Magnete. Fehlt nur noch das nötige Kapital.

icon_interviewPULS: Wie kam’s zu Pazls?

Thomas Poddey: Wir sind seit der Schulzeit gut befreundet. Bei einem Umzug haben wir dann festgestellt, dass es super kompliziert ist, die ganzen Möbel mitzunehmen. Und wir hätten uns manchmal auch gewünscht, dass man die Möbel an die neue Raumsituation besser anpassen kann. Irgendwie sind wir dann auf die Idee gekommen, Magnete zu verwenden. Zunächst klang das bescheuert. Nach weiteren Überlegungen fanden wir die Idee gar nicht mehr so blöd.

Wie ist aus der Idee ein Unternehmen geworden?

Zweistöckiges Magnet-Regal von PuzzlesWährend des Studiums haben wir den Business-Wettbewerb in Schwaben gewonnen. 2013 haben wir dann während des Studiums das Unternehmen gegründet, erst als GbR und jetzt als GmbH. So richtig los ging es im Herbst 2014. Da waren wir auf der Startup Night in Berlin und danach kamen die ersten Verkäufe und Anfragen der Öffentlichkeit. Wenn wir die Idee auf Messen präsentieren, sind die Menschen begeistert und wundern sich, dass vorher noch niemand auf die Idee gekommen ist.

Was ist euer Ziel mit euren Magnetmöbeln?

Man soll sich die Möbel so gestalten können wie man möchte und sie in kurzer Zeit anpassen und abändern können. Man braucht bei unseren Möbeln eben kein Werkzeug, sondern kann sie durch die Magnetverbindungen ganz einfach zusammen- und auseinanderbauen. Das ist ein ganz neuartiger Ansatz, der es erlaubt, Möbel ohne großen Aufwand an den jeweiligen Bedarf anzupassen. Da die Verbindungen sehr verschleißarm sind, können die Möbel quasi ständig und unabhängig vom Ort gestaltet werden.

Aber ist das denn überhaupt stabil genug?

Wir haben natürlich eine Weile rumgetüftelt, bis wir genau
das richtige Zusammenspiel aus einfacher Steckbarkeit und Stabilität hinbekommen haben. Die Möbel tragen eine hohe Last, weil die Sachen nicht nur magnetisch halten, sondern immer auch eine Mechanik dahinter ist. Bei unserem Regalsystem ist es so, dass in die Regalelemente unten ein Magnet eingearbeitet ist und wenn ich das Element in den Rahmen reinhalte, kommen Eisenstifte aus der Seitenwand, die durch den Magneten angezogen werden. Das heißt die Elemente liegen auch auf einem Stift auf und dadurch ist es voll belastbar. Es saß auch schon mal eine 100 Kilo schwere Person im Regal. 

Wie produziert ihr eure Möbel?

Durch die Ingenieurs-Ausbildung hatten wir eine Grundausbildung wie man an so was rangeht. Wir haben auch Leute im Team die handwerklich begabt sind. Deswegen bauen wir in der eigenen Werkstatt Prototypen. Für die Fertigung haben wir in Königsbrunn, wo auch unser Büro ist, einen Produzenten gefunden. Und hier in Bayern haben wir auch den Vertrieb aufgebaut. Langfristig wollen wir nachhaltig produzieren. Möbel und Module sollen austauschbar, modifizierbar und anpassbar sein und nicht weggeschmissen werden, wenn sie nicht mehr 100 Prozent passen.

Könnt ihr schon davon leben?

Derzeit sammeln wir über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter Vorbestellungen ein und gehen dann in die Produktion. Wir haben auch bereits eine Finanzierung erhalten. Je nachdem, wie die Kickstarter Kampagne läuft, können wir danach Pazls in Voll- oder Teilzeit vorantreiben.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Wir wollen die Art – wie man sich Möbel zusammenstellt ändern. Heute geht man in den Laden und hat ein fertiges Möbelstück. Wir wollen, dass man in den Laden geht und sich aus einzelnen Modulen sein individuelles Möbelstück zusammenpuzzelt. Das soll ein ganz intuitives System werden, also dass man das ganz unkompliziert ohne Berater oder Konstruktionsplan verwirklichen kann.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.