01/12/2015

Anastasia Baron
PaperShape
3D Tiertrophäen aus Mittelfranken

 „Die moderne Tiertrophäe ist heute vegan“

Aus einem einzelnen Blogpost mit einem Origami-Panther entstand eine neue Geschäftsidee. Nachdem Anastasia Baron aus Nürnberg "aus Versehen" BWL studiert hatte, entdeckte sie ihre Liebe für Self-made Design und verkauft jetzt ihre 3D Modelle im Internet.

Anastasia-Arbeit_IMG_7279-2

icon_interviewPULS: Wie kommst du auf die Idee, Origami Tiertrophäen  zu verkaufen?

Anastasia Baron: Die Idee zu PaperShape ist aus einem Blogpost entstanden. Ich habe ein eigenes Blog, in dem ich seit 2013 DIY-Anleitungen veröffentliche. Bei der Suche nach Inspirationen bin ich dann auf eine Software gestoßen, mit der man 3D-Modelle in 2D transformieren kann. Mein Freund Harry hat dann gesagt, er hätte gerne ein Deko-Element, das sich auch für Männer eignet: Einen Panther an der Wand. Die Idee hat mich so fasziniert, dass ich alles daran gesetzt habe, diese Idee umzusetzen. Den Panther habe ich dann auf meinem Blog vorgestellt und die Vorlage über meinen Newsletter zur Verfügung gestellt. Von da an ging es los. Erst gab es den Panther, dann kam eine Freundin, die eine Kuh wollte. So hat sich das dann verselbstständigt. Die Nachfrage war einfach so groß, dass wir gedacht haben, dass wir das doch in ein Businessmodell umwandeln könnten.

Neben den Tiertrophäen gibt es auch Origami Herzen und Äpfel. Nach welchen Kriterien suchst Du Dir die Modelle aus? Muss es zum Beispiel einfach und schnell zum „PaperShapen“ sein?

Kuh-braunBislang war es eigentlich immer so, dass ich die Modelle auf
„Kundenwunsch“ entwickelt habe. Ob der Kunde im Onlineshop dann eine Tiertrophäe oder ein Dekoelement kauft, kommt ganz auf seine Geduld an. Der Apfel ist zum Beispiel eines der einfacheren Modelle, der ist in ca. 1-2 Stunden fertig. Da hat man ein schnelleres Erfolgserlebnis, während der Hirsch zu den Meisterstücken gehört. Aber wenn am Ende diese Low-Poly-Design-Trophäe an der Wand hängt, ist das Gefühl wahrscheinlich ein bisschen so wie früher, als der Jäger seine Beute erlegt hat. Nur ist die moderne Tiertrophäe heute eben vegan.

Hast du Origami basteln irgendwo gelernt? Oder wie bist du da drauf gekommen?

In der DIY-Szene ist Origami sehr verbreitet und so habe auch ich viele Modelle selbst nachgefaltet. Papier als Material ist einfach unglaublich spannend. Man hat so viele Entwicklungsmöglichkeiten. Und ich stehe gerade erst am Anfang dieser Entdeckungsreise.

BWL ist das, was den meisten Firmengründern am Anfang Probleme bereitet. War das bei dir nicht der Fall? 

Sich selbstständig zu machen ist in der Praxis vor allem nochmal etwas anderes als das, was man im Studium der BWL lernt. Wenn man versucht ein Unternehmen oder ein Label aufzubauen, dann gibt es so viele Dinge, an die man Kuh-Zusammenbaudenken muss. Die Steuer mache ich nicht selbst – dafür habe ich einen Steuerberater. Die Kostenkalkulation für das Produkt am Anfang ist natürlich auch nicht einfach, weil man nie weiß, was der Kunde bereit ist zu bezahlen. Wie finde ich das heraus? Wie gehe ich da vor? Da haben mir Kreativmärkte viel geholfen. Dort habe ich das Produkt zum ersten Mal vorgestellt und die Kunden konnten spontan heraus ihre Ideen dazu sagen. Man lernt, was die Kunden mit den Produkten assoziieren und kann dann so Stück für Stück herausfinden, wo der Preis liegen muss.

Was bekommt der Kunde letztendlich, wenn er eines deiner Kits kauft?

Im PaperShape Kit sind Papierbögen enthalten, die mit der Vorlage bedruckt sind, eine detaillierte Anleitung, wie der Kunde die einzelnen Elemente zusammenkleben muss, und die Klebepads. Was der Kunde zu Hause nur noch braucht, ist eine Schere und ein Falzbein oder ein Buttermesser, womit man die Linien falten kann. Im besten Fall noch eine Schneideunterlage.

Wie geht es weiter mit PaperShape? Hast du Pläne für die nächsten Wochen und Monate?

3-Äpfel-ProfilansichtPaperShape wird nächstes Jahr internationalisieren. Momentan liegt die Konzentration zwar noch auf Deutschland, Österreich und der Schweiz – aber es wird die Sets zukünftig auch in Englisch geben. Ich werde zudem weitere Modelle anfertigen – auch hier orientiere ich mich wieder an meinen Kunden, die sich Tiere wie ein Nashorn, Bär, Fuchs oder Kamel wünschen. Es bahnen sich auch interessante Kooperationen an, über die ich aber noch nicht allzu viel verraten darf.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.