04/09/2017

Thomas Singer (28) und Josef Singer (30)
Paketsafe
Briefkästen für Pakete aus Niederbayern

 „Ich wünsche mir, dass es genauso logisch ist, einen Paketsafe an der Hauswand zu haben, wie einen Briefkasten“

Thomas Singer wollte nie wieder verschollene Pakete bei den Nachbarn suchen. Deswegen hat er einfach gemeinsam mit seinem Cousin Josef Singer einen Briefkasten für Pakete entwickelt. Den "Paketsafe" stellen sie in Handarbeit bei sich zu Hause in Geiselhöring her.

Credit: Fotografie Andrea Wurm

PULS: Was kann man sich denn unter einem „Paketsafe“ vorstellen?

Thomas Singer: Paketsafe ist so etwas wie ein Briefkasten für Pakete. Das sieht so aus: Ein schwarzer Sack aufgerollt unter einem Briefkastendeckel – ungefähr so groß wie eine Zeitungsrolle. Der Paketsafe wird in der Nähe des Briefkastens montiert, so dass ihn der Zusteller auch sofort sieht. Kommt der mit einem Paket, wenn ich nicht zu Hause bin, kann er es dort einsperren. Dazu hebt er denn Deckel, der Sack geht auf und er kann das Paket reinlegen. Dann zieht er die Schlinge zu – das Sicherheitsschloss schließt sich dann automatisch. Mit meinem Schlüssel kann ich das dann ganz einfach wieder aufsperren. Deswegen auch der Name „safe“ – der Sack ist wasserfest und schnittsicher. Für alle Zusteller, die das nicht wissen, gibt es auch eine bildliche Anleitung bei jedem Paketsafe. Der Kunde muss vorher nur den Zustelldienst per Abstellerlaubnis dazu berechtigen, das Paket auch ohne Unterschrift zu hinterlegen. Das Formular bekommen die Kunden aber von uns.

Wie kommt man denn auf so eine Idee?

Credit: Fotografie Andrea Wurm

Meine Frau und ich sind beide berufstätig und tagsüber nicht zu Hause. Wir bestellen aber beide gerne im Internet. Uns ist einfach oft passiert, dass wir nach der Arbeit noch einem Paket hinterher laufen mussten. Die kann man aber meistens erst am nächsten Tag zu unmöglichen Öffnungszeiten abholen. Das hat mich so geärgert, dass ich mir gedacht habe: Da muss eine Lösung her! Wir reisen auch gerne, deswegen weiß ich, dass es für Backpacker schnittsichere und wasserfeste Taschen für Wertgegenstände gibt. Da habe ich mir gedacht: Mensch, wenn es das in groß geben würde, das wäre ja perfekt!

Wie lange hat das gedauert: von deiner Idee bis zum fertigen Paketsafe?

Vor zweieinhalb Jahren hatte ich eine erste „spinnade“ Idee im Kopf. Da habe ich mich viel mit dem Thema „Briefkasten“ beschäftigt, recherchiert und auch viel ausprobiert. Es musste halt ein Stoff sein, der wasserfest und schnittsicher ist und dann auch noch in der Größe. Die Suche nach möglichen Herstellern war deswegen nicht ganz einfach. Heute verwenden wir einen Sack aus Nylon, an dem das Regenwasser abperlt. Zwischen zwei Stoffen ist noch ein Maschennetz aus Edelstahl eingewebt – das macht den Sack schnittsicher. Ich habe mir dann anschließend die Hilfe von meinem Cousin Josef geholt – von Betriebswirtschaft habe ich einfach nicht viel Ahnung. Gemeinsam haben wir dann durchgerechnet und beschlossen zu starten. Von der ersten Idee bis zu dem Entschluss hat es bestimmt ein Jahr gedauert.

Wo werden denn die Paketsafes hergestellt?

Wir machen die bei uns zu Hause in Geiselhöring. Das ist ein kleinesCredit: Thomas Singer bayerisches Dorf mit ungefähr 7000 Einwohnern. Die Einzelteile kommen zu uns und unser einziger Angestellter baut das dann hier zusammen. Am Anfang habe ich das noch selber gemacht, aber das würde jetzt zeitlich gar nicht mehr funktionieren. Es werden auch einfach immer mehr Paketsafes bestellt. Besonders vor Weihnachten, wenn viele Menschen das Problem betrifft, weil sie so viel im Internet bestellen. Insgesamt schwankt es so zwischen 30 und 100 Stück, die wir im Monat herstellen und verkaufen.

Was hast du denn vor deiner Idee gemacht? Hast du deinen alten Job geschmissen?

Eigentlich bin ich Elektroingenieur und mache Schulungen in der Automatisierungstechnik. Das mache ich jetzt immer noch, aber freiberuflich. Ich habe also meinen Job gekündigt, weil ich mich voll auf Paketsafe konzentrieren will – damit ich dafür flexibler bin.

Was treibt dich an?

Ich wollte schon immer eine Firma gründen und jetzt ist es endlich soweit. Ich finde es wahnsinnig spannend, an einer eigenen Idee zu arbeiten. Es Credit: Thomas Singermacht einfach total viel Spaß zu sehen: Da entsteht etwas! Es macht mich stolz, wenn ich das fertige Produkt verkaufen kann und dann auch noch zufriedene Kunden habe, die mir eine gute Bewertung geben. Ich bin nicht jemand, der Experte in einem bestimmten Fachbereich oder einer Theorie sein möchte. Ich will vielseitig arbeiten und das kann ich in meiner eigenen Firma jetzt endlich tun. Ich muss mich mit Patentanmeldung auseinandersetzen, mit Steuer, Notar, Herstellern. Das Schöne ist: Nicht nur die Firma wächst, sondern man wächst auch selbst mit. Wir sind jetzt auf einem guten Weg, aber noch lange nicht dort, wo wir hin möchten.

Wo möchtet ihr denn hin?

Unser Ziel ist es, das Paketproblem endlich zu lösen. Paketsafe soll dafür eine der beliebtesten Lösungen in ganz Deutschland werden. Ich wünsche mir, dass es genauso logisch ist, einen Paketsafe an der Hauswand zu haben, wie einen Briefkasten.


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