29/04/2019

Pacino - Sonnenbrillen aus recyceltem Plastik

Philipp Götz, Manuel Müller

Plastikstrohhalme zu verbieten ist super, aber davon werden die Meere auch nicht sauber. Von unseren Sonnenbrillen schon!

Ein cooles Produkt, das zusätzlich noch die Meere ein bisschen sauber macht – das war das Ziel von Philipp und Manuel. Beide kommen aus dem Münchner Speckgürtel und fanden es irgendwie blöd das nachhaltige Produkte oft so „öko“ aussehen. Also haben sie einfach selbst ein Unternehmen gegründet und stellen jetzt Sonnenbrillen aus 100 Prozent recyceltem Plastik her.

icon_interview

PULS: Auf eurer Website steht, dass eine Sonnenbrille aus zwölf recycelten Plastikflaschen besteht – was hat es damit genau auf sich?

Manuel: Die Sonnenbrillen sind tatsächlich aus alten Plastikflaschen. Die Flaschen werden in China eingesammelt, geschreddert und dort auch zu den Sonnenbrillen verarbeitet. Jährlich landen acht Millionen Tonnen Plastik im Meer. Das sind pro Minute ein LKW, der ins Meer geschüttet wird, wenn man das umrechnet. Wir sind beide der Überzeugung, dass man wirklich was daran ändern kann. Langsam fängt auch die Politik an etwas dagegen zu tun. Plastikstrohhalme und Einweggeschirr zu verbieten ist super. Aber davon werden die Meere auch nicht sauber, von unseren Sonnenbrillen schon!

Wie seid ihr auf die Idee der Brillen aus Plastik gekommen?

Philipp: Ich war 2018 im Frühling in Thailand und da habe ich gesehen wie verschmutzt dort alles ist. Alles wird doppelt und dreifach in Plastik verpackt. Ich dachte hier in Deutschland ist es besser, aber dann habe ich mich genauer damit beschäftigt und im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern ist Deutschland immer noch sehr schlecht aufgestellt. Pro Person und Jahr verbrauchen wir 220 Kilogramm Plastik pro Jahr – andere europäische Länder verbrauchen nur 176 Kilogramm. Daran wollten wir auf jeden Fall was ändern.

Was ist euch bisher besonders schwer gefallen?

Manuel: Das größte Problem war einen glaubhaften Hersteller zu finden – sowohl für die Brillen als auch für das Recycling des Plastiks. Wir haben uns erst lange in Europa umgeschaut und waren da nicht wirklich zufrieden.

Philipp: Wir wollen, dass unsere Brillen wirklich aus 100 Prozent recycelten Material bestehen. Erst nach langer Suche sind wir auf einen Produzenten in China gekommen mit dem das möglich war. China ist eines der Länder mit der größten Plastikverschmutzung der Welt. Wir sind auf eine Ortschaft namens Xiamen gestoßen – dort laufen die zwei größten chinesischen Flüsse zusammen und dort werden die Flaschen eingesammelt, recycelt und letztendlich auch die Brillen hergestellt.

Manuel: Auch das Produktdesign war eine große Herausforderung: Wir wollten ein Produkt was cool und stylisch aussieht. Wir haben fast ein Jahr lang an verschiedenen Samples gearbeitet und die Produkte immer wieder getestet. Es war echt ein langer Prozess.

Welche Rolle spielt Bayern für dein Produkt oder Unternehmen?

Philipp: Wir sind ja beide aus Bayern, allein das verbindet uns damit. Außerdem kann man  hier mit so einer Idee gut Fuß fassen, die Leute sind aufgeschlossen  und interessieren sich auch für Nachhaltigkeit.

Was war euer schönstes Erlebnis bis jetzt?

Philipp: Der coolste Moment war vor ein paar Tagen, als wir ein technisches Problem mit unserem Online-Shop hatten. Ich habe dann recht lange mit der Dame von der Support Hotline telefoniert. Unser Problem hat sich gelöst und zehn Minuten später hat sich die Dame von der Hotline eine Brille bestellt. Das hat uns total gefreut.

Welcher Rat hätte euch am Anfang geholfen?

Manuel: Wichtig ist, dass man sich am Anfang nicht verzettelt. Der beste Tipp ist ein Projekt einfach mal anzupacken. Irgendwann muss man einfach starten! Wir haben schließlich nicht ewig Zeit die Natur zu retten. Es ist egal, ob Leute auf Demos gehen, ob man privat Plastik einspart oder ein Unternehmen mit grünem Gedanken gründet. Wichtig ist, dass man es einfach macht!

Auf was seid ihr besonders stolz?

Philipp: Als Unternehmen sind wir Teil der Bewegung, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzt. Darauf sind wir sehr stolz. Wir helfen die Ozeane wieder ein bisschen sauberer zu machen. Jeder kann einen Teil dazu beitragen. Wir geben den Leuten eine einfache Möglichkeit mit einem coolen Produkt den Ozean ein bisschen sauberer zu kriegen.

Manuel: Außerdem haben wir einen komplett plastikfreien Versand. Das war viel Arbeit, aber wir sind stolz, dass beim Kunden wirklich kein Schnipsel Plastik ankommt.

Wie geht‘s weiter?

Manuel: Wir stehen noch ganz am Anfang. Zwei Brillen haben wir bereis realisiert und wir wollen natürlich noch ganz viele andere Modelle an den Start bringen. Für den Winter haben wir uns noch ein komplett neues Produkt ausgedacht, aber das wird noch nicht verraten! 

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.