24/01/2017

Jonas Jäger (25), Lilly Ingenhoven (26), Christoph Lutz (28)
Monaco Monkey
Boxershorts aus München

„Vielen ist es scheißegal, was sie unten drunter tragen.“

Krabben, Flamingos oder Bananen – bei den drei Freunden Jonas, Lilly und Christoph geht es ziemlich tierisch zu. Sie entwerfen seit Ende 2016 nachhaltige Boxershorts unter dem Label Monaco Monkey. Ihr Motto: Boxershorts sollen endlich wieder cool werden.

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PULS: Wie kommt man auf die Idee, Boxershorts selbst zu designen?

Jonas Jäger: Die Idee ist auf einer Party entstanden.

Lilly Ingenhoven: Jonas kam auf mich zu und meinte: „Hey, es gibt eigentlich keine richtig geilen Boxershorts. Du und ich – wir machen das.“ Und ich habe zu Jonas erstmal gesagt: „Ne, das läuft nicht, ich mache schon mit meinem Label weiter.“ Mit Boxershorts habe ich ja nichts am Hut, es ist ja kein Produkt, das mich als Frau sofort anspricht. Aber Jonas war relativ penetrant und hat seine Idee mehrere Male vorgetragen, und sie hat sich ja wirklich cool angehört. Daraus hat es sich mehr oder weniger zufällig ergeben. Da ich meinen Freund mit ins Boot genommen habe, hat sich das ganz gut ergänzt von den Aufgabengebieten.

Jonas: Es kann doch nicht angehen, dass es immer nur Boxershorts von Modeketten gibt oder sich die Leute ihre Unterwäsche von der Mutter kaufen lassen.

Monaco MonkeyLilly: Wir haben wirklich viel recherchiert, weil wir wissen wollten, welchen Preis wir für eine Boxershorts verlangen können. Dabei haben wir Leute querbeet befragt und viele haben zugegeben, dass ihre Mutter noch Unterwäsche für sie kauft. Und die meisten aus unserem Freundeskreis sind wohlgemerkt auch keine 19 Jahre mehr. Das ist erschreckend!

Jonas: Deshalb wollten wir Boxershorts wieder cool machen. Die Leute scheinen wohl nicht auf ihre Unterwäsche zu achten. Vielen ist es wohl scheißegal, was sie untendrunter tragen.

Was habt ihr vor Boxershorts gemacht?

Lilly: Wir kommen alle drei aus unterschiedlichen Bereichen. Ich habe Modedesign studiert und habe auch ein eigenes Label. Jonas ist unser Maschinenbauer, Christoph hat Betriebswirtschaft studiert. Damit haben wir drei nötige Aspekte abgedeckt. Ich bin bei Monaco Monkey für den kreativen und schnitttechnischen Teil zuständig, Jonas macht Marketing und alles, was mit dem Online-Shop zusammenhängt. Und Christoph erledigt alle kaufmännischen Angelegenheiten – von der Frage, welche Gesellschaftsform am besten ist, bis hin zur Steuererklärung.

Seit wann gibt es das Label dann?

Lilly: Wir arbeiten schon seit zwei Jahren daran. Zuerst haben wir PrototypenMonaco Monkey hergestellt, sie zig Freunden angezogen und weiter optimiert. Da wir keinen Zeitdruck hatten, konnten wir das voll ausnutzen. Ende 2016 sind wir dann online gegangen. Davor haben wir an Freunde und Bekannte unter der Hand verkauft.

Jonas: Unser Hauptproblem war anfangs, dass wir keine Lieferanten gefunden haben, die fair produzieren. Oder Stoffe, die nicht aus China oder Indien kommen. Dieser „Lieferantenfindungsprozess“ hat uns im ersten Jahr komplett geschafft.

Jetzt habt ihr einen polnischen Familienbetrieb gefunden, der eure Unterwäsche herstellt. Wie kamt ihr zu dem Kontakt?

Lilly: Wir haben uns überlegt, was in der Nähe ist. Außerdem soll es moralisch und ethisch vertretbar sein und der Betrieb unsere Vorstellungen umsetzen können. So kamen wir nach Polen. Da hatten wir Verbindungen über Jonas‘ Familie und sind dort einige Betriebe abgefahren. Schlussendlich haben wir einen gefunden, der nett ist und nicht allzu weit weg von Deutschland.

Ihr kennt die Familie also persönlich?

Monaco MonkeyLilly: Es ist nicht nur eine Familie. Es ist ein professioneller Betrieb mit vielen Schneidern, aber wir kennen natürlich auch die Familie selbst. Dabei arbeiten wir als Lohnkonfektion. Wir besorgen ihnen alle Zutaten: vom Stoff, über den Knopf, das Elastikband bis hin zum Label – und sie schneidern das dann für uns zusammen. Da die Preisspanne relativ gering ist, verkaufen wir nur selber. Über Händler müssten wir nochmal im Preis aufschlagen. Das wollen wir nicht. Daher machen wir den Vertrieb selber über unsere Online-Seite.

Gehört ihr denn zu Team Tights oder Team Boxershorts?

Jonas: Definitiv Boxershorts! Wir haben lange diskutiert, sind aber der Meinung, dass Boxershorts die einzig richtige Alternative sind.

Wie definiert ihr eine perfekte Buxe?

Lilly: Die perfekten Boxershorts sind nachhaltig, haben einen guten Sitz, sind weder zu weit noch zu eng und haben bestenfalls einen ansprechenden Print.

Inwiefern ist euer Produkt nachhaltig?

Lilly: Der Stoff der Monaco Monkeys ist 100 Prozent Baumwolle, die Knöpfe sind aus Perlmutt und als GOTS ausgezeichnet. Das ist ein Öko-Standard-Zertifikat. Das Monaco MonkeyGummiband stammt von einer deutschen Firma. Wir versuchen also nicht nur die Materialien natürlich zu halten, sondern auch die Fahrtwege von Polen nach Deutschland kurz zu halten. Bei der Verpackung wollten wir sicher stellen, dass man es danach nicht wegwirft. Daher benutzen wir Gläser. Privat benutze ich die für alles. Da ich eine Glassucht habe, passt das ganz gut. Hinten im Regal stehen bestimmt knapp 500 Gläser. Vom Müsli bis Nachtisch – sogar meine Büroklammern landen in solchen Gläsern. Der Deckel ist aus Bambus, was ein schnell wachsender Rohstoff ist. Durch eine Silikonabdichtung kann man die Gläser auch mal transportieren. Aber selbst das ist immer noch besser als Plastik.

Ihr kommt aus verschiedenen Städten in Deutschland, aus Freiburg, Hannover und Düsseldorf. Wie ist es für euch, euer Label in München anzusiedeln?

Lilly: Ich wohne jetzt seit acht Jahren hier. Und auch wenn man für die Ur-Münchner immer die „Zugezogene“ bleibt, fühle ich mich hier dennoch angekommen und heimisch.

Was gefällt euch an Bayern?

Jonas: München oder besser gesagt Bayern ist mit nichts anderem zu vergleichen. Ich mag die Berge zum Skifahren oder die Eisbachwelle. Da verbringe ich viel Zeit mit Christoph. Genauso gerne kann ich in Bayern super wandern oder klettern gehen. Wenn ich das mit Hannover vergleiche, ist das Freizeitangebot in Bayern einfach ungeschlagen. Natürlich macht es auch optisch etwas her.

Was plant ihr für die Zukunft von Monaco Monkey?

Lilly: Wir wollen unser Sortiment erweitern, sodass wir vielleicht auch bald Badehosen oder Pyjamahosen machen können. Ich glaube, das kommt ganz gut an. Außerdem sehen wir, dass auch Frauen gerne Monaco Monkey Boxershorts tragen. Entweder zum Schlafen oder einfach nur zum Chillen. Deswegen versuchen wir in Zukunft, auch mehr auf unsere Frauen einzugehen und zufriedenzustellen.

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