31/07/2017

Michael Kilger (26)
MK Ledermanufaktur
Ökologische und nachhaltige Ledergürtel aus Viechtach

„Für unsere Produktion verwenden wir fast ausschließlich Kühe aus Süddeutschland.“

Wer von Kindesbeinen an mit Leder aufwächst, kann sich dem Material nicht entziehen. So ging es auch Michael Kilger, dessen Familie eine Lederfabrik besitzt. Heute stellt er unter dem Label „MK Ledermanufaktur“ eigene Gürtel und Accessoires her und verbindet damit Tradition und Moderne.

Michael Kilger Ledermanufaktur

PULS: Den Betrieb deines Vaters, die Lederfabrik, gibt es seit über 160 Jahren. Du hast nun dein eigenes Unternehmen gegründet. Was hat sich bei der Arbeit für dich verändert?

Michael Kilger: Bei uns gibt es immer noch sehr viel handwerkliche Arbeit in der Firma. Also in der Lederherstellung, in der Manufaktur sowieso. Es wird fast alles nach alten Methoden per Hand hergestellt. Natürlich hat sich die ein oder andere Maschine verändert, was die Arbeit ein bisschen erleichtert. Auch mit dem Internet, so dass man leichter Zugriff auf Kunden und Lieferanten hat. Aber prinzipiell, von der Art wie das Leder hergestellt wird, hat sich nicht allzu viel verändert.

Wie kamst du auf die Idee, eine Lederlinie mit Gürteln und Accessoires herauszubringen?

Michael Kilger LedermanufakturIch bin eigentlich auf die Idee gekommen, weil mir meine Mutter vor acht, neun Jahren mal zu Weihnachten zwei Marken-Gürtel geschenkt hat – und nach wenigen Wochen waren beide kaputt. Da hab ich mir gedacht: das ist doch eine Unverschämtheit. Da muss es doch was Besseres geben. Dann hab ich mich ein bisschen mit der Materie beschäftigt und relativ schnell gesehen, dass es wenige hochwertig produzierte Sachen aus Leder gibt – vor allem nicht in Deutschland hergestellte. Dann hab ich mir gedacht, gibt es was Naheliegenderes, als dass ich es selber machen würde? Wir stellen schließlich selber eines der weltbesten Leder in unserem Bereich her. So bin ich auf den Schluss gekommen.

Du gibst ja auch eine lebenslange Garantie auf deine Gürtel, oder?

Genau, das war eigentlich mein großes Ziel,  nicht diesen Wegwerf-Konsum zu unterstützen. Wir wollten das einfach anders machen. Und das Leder, das wir produzieren, ist wirklich unzerstörbar, weil es so zwischen drei und fünf Millimeter Stärke hat. Das wird in der aufwendigsten und schonendsten Art und Weise hergestellt. Vegetabile Grubengerbung heißt das. Die Leder werden dabei zwischen sechs und zwölf Wochen in der Grube gegerbt, ausschließlich durch natürliche Gerbstoffe, wie Baumrinden. Da sind also keine Chemie und keine chemischen Zusätze mit dabei. Durch die schonende Gerbung ist das einfach ein unglaublich langlebiges Produkt.

Hast du die Idee zu deiner eigenen Lederlinie komplett alleine entwickelt?

Es wer tatsächlich am Anfang mehr oder weniger so. Ich wollte es einfach für mich selber ausprobieren und einen Gürtel machen. Dann hab ich relativ schnell gesehen, dass eine gewisse Begabung da war und dass es funktioniert. Dann kam so der typische Werdegang: Die Leute im Michael Kilger LedermanufakturBekanntenkreis haben gesehen, was ich mache, und wollten auch gerne sowas haben. Da stand noch nicht so die Idee im Vordergrund, dass die Gürtel tatsächlich verkauft werden sollten. Ich wollte einfach für mich ein hochwertiges Produkt erstellen, das besser ist als das, was man im Laden kaufen kann. Das hat sich dann immer weiterentwickelt. Eigentlich habe ich die meisten Sachen, von der Idee bis zur Umsetzung, bis vor kurzem noch ganz alleine gemacht. Mittlerweile sind schon eine Vollzeitkraft und zwei Teilzeitkräfte mit in der Manufaktur engagiert, weil es so viel Arbeit ist, dass man das allein gar nicht schaffen kann.

Was ist der größte Unterschied zu den Gürteln, die man im gewöhnlichen Handel kaufen kann?

Prinzipiell habe ich zum einen natürlich unglaublich hochwertiges Leder. Man sieht sehr selten, dass der Gürtel aus einem Stück Vollleder produziert wird. Er besteht also nur aus einer Schicht und ist nicht aus mehreren zusammengeklebt, wo dann oben nur ein halbes Millimeter Leder und drunter Gummi oder Plastik ist. Das ist leider sehr häufig der Fall. Zum anderen haben wir einfach mal probiert, das Leder im Mittelpunkt zu lassen und die Gürtel trotzdem aufzupeppen. Da habe ich mir lange Gedanken gemacht. Jetzt haben wir zum Beispiel eine Möglichkeit gefunden, dass die Kanten der Gürtel per Hand mit einem Pinsel eingefärbt werden. Das sind auch ganz spezielle Farben, die wir selber entwickelt haben. Die sind passend zur Nahtfarbe, mit der der Gürtel abgesteppt wird. Bei uns soll eigentlich schon immer das hochwertige Leder im Mittelpunkt stehen. Und: wir produzieren keine Gürtel auf Lager, jeder Gürtel wird nach Maß angefertigt. Bei uns gibt es nicht nur 90, 95 und 100 Zentimeter-Gürtel, man kann sich den Gürtel auch in 97,5 Zentimeter bestellen. Der wird dann so angefertigt.

Du bist ja quasi mit Leder groß geworden. Was fasziniert dich eigentlich an diesem Material?

Michael Kilger LedermanufakturDas ist, glaube ich, bei jedem Naturprodukt so: Es ist einfach kein Stück wie das andere. Das lebt einfach, hat eigene Strukturen, entwickelt mit der Zeit eine Patina – es ist unglaublich schön. Genauso schön ist es damit zu arbeiten, weil man so viele Möglichkeiten hat. Aus einem Ausgangsprodukt, das ja eigentlich ein Abfallprodukt ist, wieder ein unglaublich hochwertiges, langlebiges Material herzustellen. Das fasziniert mich.

Ihr benutzt fast ausschließlich Kuhhäute aus Bayern oder von bayerischen Kühen. Wieso?

Wir haben auch hin und wieder welche aus anderen Ländern, weil wir von der Gerberei teilweise sehr viele Kunden im Ausland haben. Wir exportieren unser Leder weltweit und eben sehr viel nach England. Da haben wir Kunden im Reitsport-Bereich und die wollen gerne, dass wir englische Kühe verwenden.  Für unsere eigene Produktion verwenden wir fast ausschließlich Kühe aus Süddeutschland, weil – das ist in der Leder-Branche sehr weit bekannt – süddeutsche Kuhhäute für Leder die besten sind, die man auf der Welt kriegen kann. Das sind einfach bestimmte Komponenten, Michael Kilger Ledermanufakturdie da zusammenspielen. Zum einen das Klima, die Luft,  die Kälte und Wärme. Zum anderen, dass bei uns einfach eine sehr gute Vegetation herrscht und die Tiere gutes Gras zum Fressen bekommen. Und zum Dritten, dass bei uns die meisten Kühe im Sommer auf der Weide und im Winter im Stall sind. Das ist eine perfekte Kombination für ein gutes Ausgangsmaterial. Weil die Kühe viel im Freien sind, entwickeln sie eine extrem dicke Haut und wir können die dicksten Häute verarbeiten. Für uns also sehr hochwertiges Leder.

Mit dem Leder möchtest du neben den Gürteln ja auch noch andere, weitere Accessoires herstellen. Es gibt schon Portemonnaies. Was schwebt dir noch alles vor, was du aus dem Material herstellen willst?

Im Moment sind wir dabei, eine Taschen-Kollektion zu entwickeln, eher für Studenten oder Lehrer. Klassische Produkte, die man dann noch mit Kleinigkeiten ein bisschen aufpeppen kann. Dazu kommen noch viele kleinere Lederwaren wie Geldbeutel, Schlüsselanhänger, Etuis für Brillen. Zudem sind wir gerade dabei in Kooperation mit einem lokalen Schuhmacher noch Schuhe zu entwickeln, die komplett aus bayrischem, ökologischem Leder hergestellt sind.


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