04/10/2015

Markus Bischof (35)
Made in Happy Nürnberg
Möbeldesign aus Nürnberg

„Für mich gibt’s nichts Schlimmeres als am Pool oder Strand liegen zu müssen“

Markus Bischof ist eigentlich gelernter Schreiner, arbeitet aber seit fünf Jahren als Produktdesigner. Sein Motto ist das Pippi-Langstrumpf-Prinzip: „Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt.“ Deswegen enthält seine Produktpalette auch Tabakpfeifen oder Poolabdeckungen.

001_Markus_Poertraits_0133

icon_interviewPULS: Wie kamst du dazu, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Markus Bischof: Das ging bei mir relativ fließend, ich wurde noch während meiner Diplomarbeitsphase von einem Designbüro abgeworben. Dann bin ich eigentlich über einen Zufall in die Selbstständigkeit gerutscht, da ich über einen Young-Design-Wettbewerb einen Messestand erhalten habe. Da habe ich eine wahnsinnig gute Resonanz auf mein Produkt bekommen und zwei Tage später war ich selbstständig. Das war damals eine Leuchte, die ich aus Unwissenheit am Stromkabel aufgehängt habe – was  in der Branche eigentlich total verboten ist. Aber so war mein Produkt das Innovativste auf der Messe. Das hat mir die nötige Motivation für meine Selbstständigkeit gegeben.

Warum bist du mit deinem Büro ausgerechnet in Nürnberg gelandet?

02_nokri_renderingDie Geschichte ist witzig, wenn man weiß, dass ich vorher in New York gearbeitet habe. Aber das waren für mich einfach glückliche Umstände. Während meiner Diplomarbeit in Hamburg ist mir das Geld ausgegangen und ein Geschäftsfreund hat mir dann hier einen Auftrag abgegeben. Das lief dann so gut, dass ich kurz darauf in einem Designbüro angestellt wurde und mich dann selbstständig gemacht habe. Außerdem bin ich gar nicht so weit von hier geboren und hab daher auch eine Verbundenheit zu den Menschen und der Region.

Das ist ein gutes Stichwort: Was bedeutet denn für dich Heimat?

Ich denke die Bedeutung des Begriffs lernt man erst zu schätzen, wenn man ein bisschen älter ist. Ich persönlich finde diese Verbundenheit sehr wichtig, auch in familiärer Richtung. Zwei Jahre nachdem ich das Designbüro gegründet habe, habe ich auch ein eigenes Möbellabel gegründet, weil ich regionale Produkte machen wollte. Jeder hinterfragt seine Hühnereier, seinen Käse und Schinken aber niemand hinterfragt seine Einrichtung. Daraus ist dann der Claim entstanden „Von freilaufenden glücklichen Handwerkern“, weil wir da auch diesen Heimatbezug aufbauen wollten.

Welche Rolle spielt Bayern für deine Produkte?

Ich denke, dass Bayern so eine ganz eigene Strahlkraft hat, Sattler_circolo-slim-tablewas die Produkte angeht. Ich möchte dadurch kein anderes Bundesland beschneiden, aber die Bayern haben schon so eine interessierte und offene Art, sich mit neuen Produkten auseinanderzusetzen. Zwei Monate nach der Gründung unseres Möbellabels durften wir gleich im Neuen Ägyptischen Museum in München ausstellen – das war großartig.

Dein Credo ist: Produkte müssen über die Funktion hinausgehen. Was bedeutet das?

Dass ich ein Produkt nicht gut finde, wenn es nur formal gut gelöst ist, also nur eine hübsche Form hat. Bei unserem Credo „product beyond function“ geht’s einfach darum, dass auch eine emotionale Komponente mit drin sein sollte. Man soll einfach Freude haben, wenn man ein Produkt bedient. Nicht nur die Funktion zählt, sondern auch Selbstverständlichkeit, Anwendung und Emotion.

Wo holst du dir deine Inspiration für deine Produkte?

Es geht vieles intuitiv. Die erste Inspiration kommt bei uns eigentlich immer so aus der Intuition. Aber es sind natürlich auch Kulturen und Menschen, man geht in die Stadt oder aufs Land und sieht was, wo man denkt: Wow das ist total klasse, da mach ich jetzt was anderes draus. Ich denke, dass der Pool, die Kreativität anzuheizen eigentlich grenzenlos ist. Der kreative Kopf arbeitet eigentlich immer – für mich gibt’s nichts Schlimmeres als am Pool oder Strand liegen zu müssen.

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