28/02/2017

Manuel Hornung (28)
Lou-i
Baseballcaps mit Holzschild aus Friedberg

„Mein erster Gedanke war Holz und nur Holz“

Seit er ein kleiner Junge ist, rennt Manuel mit Cap auf dem Kopf rum. Aber auf die gängigen Baseballcap-Modelle hatte er irgendwann keine Lust mehr. Manuel wollte etwas Neues schaffen, verbunden mit seinem Lieblingsrohstoff. Seit einem Jahr verkauft er Caps mit Schildern aus Holz.

lou-i_caps_holz_unikate_produktion_schneiden_panels_atelier

icon_interviewPULS: Deine Caps sind ziemlich außergewöhnlich. Wie oft wirst du drauf angesprochen?

Manuel Hornung: Immer öfter. Die Leute fragen, ob es wirklich Holz ist und welche Stoffe wir verwenden. Und ob sie die Cap mal aufsetzen dürfen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, deine eigenen Caps zu machen?

Ich bin schon immer leidenschaftlicher Cap- und Mützenträger gewesen. Nahezu ein Fetischist, von klein auf. Viele Kinder ziehen ihre Mütze runter, sobald man sie ihnen aufsetzt. Ich habe meine nie abgenommen. Und ich war einfach unzufrieden mit den Mützen, die es schon zu kaufen gab. Die  schauen alle gleich aus. Seit Jahren gibt es keine Neuerungen, vor allem bei den Stoffen. Fast jeder läuft mit der New York Yankees Cap rum. Dabei wissen die meisten gar nicht, was die Yankees für eine Sportart betreiben.

Wie ging es weiter nach der ersten Idee?

lou-i_baseballcap_zebrano_leder_miku_unikat_madeingermanyIch habe meine alten Caps auseinander genommen um zu sehen, aus welchen Bestandteilen sie bestehen. Von meiner alten Sammlung, an die 50 Stück, ist kein Teil verschont geblieben. Ich habe die alte Nähmaschine von meiner Oma ausgeliehen und mich rangewagt, so eine Cap selbst zu nähen. Die erste war dann nach acht Stunden fertig. Sie war natürlich nicht perfekt, sah aber cool aus. Und ich habe gesehen, dass ich daraus ein super Produkt machen kann. Dabei habe ich weder Modedesign studiert noch eine Schreiner- oder Schneiderausbildung.

Was hast du davor gemacht?

Ich habe vorher BWL studiert und war im PR Bereich tätig. Meinen PR Job habe ich einfach so gekündigt. Noch am selben Tag saß ich mit meinen Eltern auf der Terrasse und wir haben überlegt, was ich als Nächstes machen kann. Meine Mutter meinte: Warum machst du nicht etwas, was du dein ganzes Leben schon gern hast? Ich habe dann einen Job im Marketing angenommen, um Lou-i zu finanzieren. Nach der Arbeit, an meinen freien Tagen und an den Wochenenden habe ich mich komplett dem Projekt geopfert. Ich habe schnell gemerkt, dass ich mein volles Herzblut reinstecken und das full time machen muss.

Warum benutzt du für deine Caps ausgerechnet Holz?

Wir haben ein Material gesucht, das nachhaltig ist. Mein erster Gedanke war lou-i_cap_wood_unique_madeingermany_macor_1Holz und nur Holz. Das hat mich schon immer fasziniert. Und ist zur Zeit ja im Trend: Sonnenbrillen und Smartphone Cases gibt’s auch aus Holz. Ein schönes Holz, ob bearbeitet oder unbearbeitet, hat etwas ganz Spezielles. Jede Maserung ist einzigartig wie der Fingerabdruck eines Menschen. Die Haptik, die Optik, der Geruch, das macht es zu etwas ganz Besonderem. Es gab viele verschiedene Hölzer, die in Frage gekommen sind. Ich habe mich für vier entschieden: Eiche, Walnuss, Mahagoni und Zebrano. Die sind rein optisch sehr unterschiedlich und halten viel aus.

Was waren die größten Schwierigkeiten mit Lou-i?

Die erste Hürde war sicherlich, das Produkt an sich zu entwickeln. Fast zwei Jahre lang hat das gedauert, das war eine sehr lange Leidenszeit. Ich war oft kurz davor, es hinzuschmeißen. Die zweite Hürde war, die richtige Zielgruppe zu finden. Das hat sich über die letzten Monate immer besser herauskristallisiert. Die meisten Käufer sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. Aber auch Kinder, Jugendliche und Rentner kommen zu uns. Sie sind sehr modebewusst und legen Wert darauf, sich anders zu kleiden als die Masse. Dafür greifen sie gerne auch mal tiefer in die Tasche. Und den Nachhaltigkeitsaspekt finden sie spannend.

Du importierst das Holz aus der ganzen Welt. Was macht dein Produkt nachhaltig?

Natürlich wäre es besser, einen Baum aus dem nächsten Wald zu verwenden. Wir suchen gerade geeignetes Holz aus der Region. Aber immerhin produzieren wir schon hier in Deutschland. Wir lassen die ganzen giftigen Stoffe weg, die in jeder Cap verwendet werden. Zum Beispiel PVC. Und unsere Textilien sind alle biologisch produziert.

Ganz allein schaffst du das alles aber nicht, oder?

lou-i_caps_holz_unikate_madeingermany_produktion_doppelnadel_n+ñhen_tapeNein, wir sind schon fast ein kleines Familienunternehmen. Meine Mom, ich nenne sie Art Director, ist Künstlerin. Sie hilft mir bei der Farbgebung und der Stoffauswahl. Auf die erste Messe hat sie sich noch selbst eingeladen – mittlerweile ist sie fester Bestandteil davon. Außerdem habe ich viele Freunde, die mir helfen, wo sie können.

Sitzt du noch vor der Nähmaschine?

Bei Lou-i arbeitet eine Näherin. Aber wenn Not am Mann ist, bin ich voll dabei. Ich bügle und schneide die Stoffe. Und ich nähe noch jeden einzelnen Holzknopf selber hin.

Was war dein schönster Moment?

Es gibt genauso viele schöne Momente, wie es Scheiß Momente gibt. Ein wahnsinnig schöner Moment war die Release Party, weil da die Zeit brutal harter Entwicklungsarbeit vorbei war. Und natürlich sind die kleinen Momente schön: Wenn jemand das Produkt in den Händen hält, es anprobiert, auf dem Kopf hat, und sagt: Das ist ein geiles Gefühl. Diese Genugtuung, dieses Feedback ist sensationell.


Irgendwie könnte man Tracht doch noch ein wenig moderner machen – das dachten sich vier Regensburger Studenten im Bierzelt. Kurz darauf hielten sie das erste Trachten-Cap aus Filz und mit Edelweiß-Aufnäher in der Hand. Daraus ist die Marke Bavarian Caps entstanden, die sich mittlerweile auch außerhalb Bayerns verkauft. Weiterlesen

Der Sneakerhype der letzten Jahre hat beinahe unfassbare Ausmaße angenommen. Überall auf der Welt zelten Leute vor Schuhläden, um spezielle Modelle zu bekommen. Andi und Jörg aus München sind seit ihrer Kindheit Sneakerfans. Weil es irgendwann keine komplett weißen Sneaker mehr gab, sind sie auf die Idee gekommen, ihre eigenen Sneaker herzustellen. Dabei steht für sie vor allem eines im Vordergrund: handwerkliche Qualität. Weiterlesen

Unter dem Label KlotzaufKlotz stellen Webdesigner Tim (27) und Schreiner Mathias (30) seit vier Jahren Wohnaccessoires und Küchenutensilien aus Holz her. Tim kümmert sich um den Vertrieb und das Marketing – Mathias ist fürs Holz zuständig. Kochen tun beide gern. Weiterlesen

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.