01/12/2015

Matthias Stölzle (29) und Pascal Poschenrieder (30)
LeuchtNatur
Luxuriöse Holz-Lampen aus Grabenstätt

„Wir wollen ein echter Made-in-Germany-Hersteller sein.“

Ein dünnes Stück Furnier brachte Matthias und Pascal auf die Idee, Lampen aus Holz zu bauen – heute räumen sie mit ihren leuchtenden Unikaten Design-Awards ab. Viel wichtiger als Auszeichnungen ist den beiden aber echte Qualität aus Deutschland.

Makers

icon_interviewPULS: Ihr seid beide gelernte Ingenieure. Wie habt ihr eure Liebe zum Lampendesign entdeckt?

Matthias Stölzle: Das war reiner Zufall. Als ich damals Wirtschaftsingenieurwesen studiert habe, hätte ich nicht gedacht, dass Pascal und ich irgendwann mal Lampen bauen. Ein Freund von uns hat sich mal eine neue Küche gekauft und dafür ein Stück Furnier mitgebracht. Wir waren begeistert, wie dünn das war. Irgendwie hat das dann einer von uns beiden an eine Fensterscheibe gehalten. Als wir gesehen haben, dass es richtig cool aussieht, wenn man das Holz hinterleuchtet, hat uns das auf die Idee gebracht, damit eine Leuchte zu bauen. Das gab es noch nicht auf dem Markt und wir dachten uns: lass das mal probieren.

Was macht eure Lampen so besonders?

15_01_12_Leuchtnatur_Leonrod_2308Jedes Stück, das wir produzieren, ist ein Unikat. Man kann eine Holzstruktur nicht kopieren, durch die Maserung entsteht jedes Mal ein einzigartiges Produkt. Außerdem machen unsere Leuchten ein extrem warmes Licht. Es ist modernes Design gepaart mit natürlichen Materialien. Wir wollen kalte Wohnräume mit unserem warmen Licht in ein gemütliches Zuhause verwandeln.

Wie lange dauert der Weg von der Idee bis zur Lampe?

Etwa zwei Wochen. Es gibt aber immer wieder Sachen, die man verändert, damit es sich günstiger produzieren lässt, besser funktioniert und kundenfreundlicher wird. So ein Produkt befindet sich permanent in der Weiterentwicklung. Der erste Schritt ist immer, sich mit Stift und Papier eine Form zu überlegen, dann setzen wir das Ganze am Computer in einem 3D-Programm um. Diese 3D-Daten senden wir an unseren Maschinenbaupartner, der fertigt das Ganze und wir basteln die Lampe bei uns zu Hause in der Prototypen-Werkstatt zusammen. Dann wird eingeschaltet und es leuchtet.

Ihr legt viel Wert darauf, nur Materialien und Komponenten aus Deutschland zu verwenden. Warum?

Das ist uns wichtig, weil wir ein echter Made-in-Germany-15_01_03_LeuchtNatur_Storytelling_192Hersteller sein wollen. Diese Marke hat auf dem internationalen Markt leider ein bisschen an Bedeutung verloren. Um wettbewerbsfähige Preise zu erzielen, müssen viele Produkte aus China bezogen werden. Einige, die sich als deutsche Produzenten ausgeben, packen nur den Stempel „Made in Germany“ drauf – im Grunde wird das ganze Produkt aber in China gefertigt. Wir produzieren wirklich regional. Das Ganze hat auch einen sozialen Hintergedanken, wir arbeiten zum Beispiel mit der Lebenshilfe zusammen. Wenn wir größere Stückzahlen produzieren, übernehmen die die Endmontage für uns.

Wer sind eure Kunden? Und wohin verkauft ihr überall?

Wir verkaufen in alle möglichen Länder, nächste Woche fahren wir zum Beispiel nach Moskau auf die internationale Möbelmesse. In Dubai waren wir schon zweimal. Der Hauptmarkt ist für uns aber natürlich Europa – vor allem Österreich und Deutschland. In Zukunft wollen wir unser Vertriebsnetz ausweiten, nach Skandinavien, England, in die USA. Wir verkaufen sowohl an Privatkunden als auch an gewerbliche Kunden wie Hotels, Restaurants und Bars. Bis jetzt überwiegt der projektbezogene Bereich, also Interior Design, aber wir konzentrieren uns gerade verstärkt darauf, Kontakt zu Händlern aufzubauen.

Wie schwer ist es, sich mit so einem Unternehmen den Lebensunterhalt zu verdienen – vor allem am Anfang?

Das ist enorm schwierig. Wir wussten nicht, dass der Leuchtmarkt so ein Verdrängungsmarkt ist – wir waren ja Area_600_600_01_02totale Quereinsteiger. Vor allem in Deutschland hat man da ein ziemlich engstirniges, stures Klientel von Lampenhändlern. Die verdienen so viel an ihren Leuchten, dass sie nicht auf neue Produkte angewiesen sind. Die meisten Läden haben fünf bis zehn bekannte Firmen und mit denen machen sie ihren Umsatz. Wenn man eine neue, außergewöhnliche Produktidee hat, ist es schwierig, die Erfolgschancen dafür einzuschätzen. Da muss man viel auf Messen vertreten sein, viel vorfinanzieren. Die meisten Händler wollen für Ausstellungsstücke zum Beispiel erst mal nichts bezahlen. Bis wir mal einen Fuß in der Tür hatten, hat es mindestens eineinhalb Jahre gedauert.

Wie sieht es in deiner eigenen Wohnung aus? Hängen da eure Lampen?

Klar. In unseren Wohnungen haben wir die ersten Objekte, die wir jemals gebaut haben, als Erinnerung aufgehängt. Da spiegelt sich ein bisschen LeuchtNatur-Geschichte wider. Wir nutzen unsere privaten Wohnräume auch oft als Showroom. Da es Unikate sind, gibt man das ein oder andere Stück natürlich auch ungern her… Aber wenn man bedenkt, dass man seine Brötchen damit verdienen muss, geht das schon.

 

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