04/10/2015

Philipp Radtke
Königslinie
Magazin über Ski-Kultur

„Skifahren ist für mich so viel mehr als einfach nur die reine Betätigung des Runterrutschens.“

Königslinie ist ein One-Man-Skimagazin. Philipp Radtke aus München wollte Heimat, Berge und Skifahren miteinander verbinden. Herausgekommen ist das Skimagazin Königslinie. Da ist alles erlaubt, was zum Lifestyle Skifahren passt - das kann auch Kochen sein.

Philipp Radtke

icon_interviewPULS: Wie hat das mit deinem Ski-Magazin angefangen?

Philipp Radtke: Ich bin selber begeisterter Skifahrer und wahnsinnig viel im Schnee. Als freier Journalist habe ich schon für viele deutschsprachige Ski-Hefte geschrieben und dachte, dass man das irgendwie auch anders machen könnte. Mit ‘nem bisschen anderen Fokus: mit dem Lebensgefühl Skifahren im Vordergrund. Bei Königslinie haben wir auch Themen und Rubriken, die man in einem klassischen Ski-Heft wahrscheinlich nicht finden würde: z.B. Architektur, Kunst, Kochen und Musik. Themen, die ein wenig über das reine „Ich komm irgendwie den Berg hoch und rutsch ihn mit Ski wieder auf Schnee herunter“ rausgehen. Weil Skifahren für mich so viel mehr ist als einfach nur die reine Betätigung des Runterrutschens. Und ich glaube, dass es ganz vielen begeisterten Skifahrern genauso geht.

Warum eigentlich der Name Königslinie?

Magazin Königslinie - Philipp RadtkeDas ist ein Begriff, der eigentlich in der Ski-Branche nicht üblich ist, sondern eher ein Kunstwort, das in meinem Freundeskreis kursiert ist. Damit meinen wir die eleganteste und schönste Linie, die man einen Berg im Schnee hinunterfahren kann. Auch so ein bisschen angelehnt an den Königsweg, der sprichwörtliche optimale Kompromiss, den man irgendwo erzielen kann. Er soll im Kopf bleiben, zum Nachdenken anregen und nach Möglichkeit unverwechselbar sein. Was glaube ich auch größtenteils funktioniert.

Spielt Bayern eine besondere Rolle für dein Magazin?

Absolut, weil ich ein echtes Münchner Kindl bin. Ich bin hier aufgewachsen und groß geworden und leb immer noch hier. Und ich bin einfach wahnsinnig viel und gern in unseren Alpen unterwegs. Das schlägt sich auch immer wieder in den Themen des Hefts nieder. Weil unsere Gegend sehr viel hergibt find ich: zum einen, weil‘s einfach so eine schöne Gegend ist und zum anderen weil sie sich oft dem Größenwahn entziehen kann, dem das Skifahren ja mancherorts leider ein wenig verfallen ist. Selbst im Einzugsbereich von München gibt es noch viele ruhige Ecken. Gerade im Winter und gerade auf Skitour lässt sich das ganz genial erleben.

Was war bisher die größte Hürde bei dem Projekt?

Das Ganze neben meinem Job zu machen. Dieses Projekt dort Magazin Königslinie - Philipp Radtkezeitlich irgendwie reinzuklemmen, was ganz viele Abend- und Nachtschichten und durchgearbeitete Wochenenden zur Folge hatte – in der Hochphase der Magazinproduktion können das bis zu sieben Wochen sein, die ich durcharbeiten muss. Das war sicher die schwierigste Sache. Und ich musste am Anfang einfach auch wahnsinnig viel lernen, weil ich als Journalist vorher von vielen Dingen einfach keine Ahnung hatte. Angefangen bei der Frage nach dem richtigen Papier, aber auch: Zu welcher Druckerei geh ich? Wie verläuft die ganze Vertriebsnummer, mit welchen Farben druck ich, welche Schrift nehm‘ ich und so weiter.

Arbeitest du komplett allein?

Ich hab natürlich einen Grafiker, der mir das ganze Ding layoutet und bastelt. Mittlerweile hab ich auch Autoren, die mir zuarbeiten und mir tolle Geschichten liefern, ebenso wie Fotografen. Meine Freundin hilft mir in Vertriebsdingen gut weiter. Ich schreib selbst hin und wieder Geschichten, konzeptioniere das ganze Ding und kümmere mich größtenteils um die Finanzierung – sprich das Anzeigengeschäft. Das ist leider ein notwendiges Übel in diesem Business.

OK, klingt nach viel Stress. Was belohnt dich dafür?

Magazin Königslinie - Philipp RadtkeEinfach wenn man das erste Mal beim Drucker steht und sieht, wie das Cover aus der Druckmaschine läuft. Und wenn das Magazin dann gebunden vom Buchbinder kommt und man es das erste Mal in den Händen hält und sieht, dass das Ding 500 Gramm wiegt und groß ist und glänzt und gut riecht… das ist natürlich schon immer wieder ein toller Moment. Und die ersten Feedbacks von den Lesern, die begeistert sind. Das ist ein toller Lohn für die Arbeit und das Herzblut, das man da rein gesteckt hat.

Was meinst du, wie geht’s mit dir und dem Magazin weiter?

Entweder, dass es wirtschaftlich irgendwann mal so gut läuft, dass ich das mit noch mehr Aufwand machen und mir auch Leute ins Boot holen kann. Dann würde Königslinie wie ein kleines Verlagsbüro funktionieren. Oder es interessiert sich irgendwann doch mal einer der großen etablierten Verlage für Königslinie und ich arbeite als Herausgeber für das Magazin. Der Traum wäre natürlich, dass es so gut funktioniert, dass ich das alles selber machen kann, keinen Zwängen unterworfen bin und einfach weiterhin so verrückte Geschichten drucken kann. So, wie ich es jetzt im Moment mache.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.