04/10/2015

Patrick Fisher (26), Fabian Glasow (25), Simon Fischer (24)
King Lui Boards
Longboards aus dem Allgäu

Bei schlechtem Wetter bauen wir die Longboards, bei gutem Wetter fahren wir darauf.“

Patrick, Fabian und Simon stehen eigentlich mit beiden Beinen im Beruf oder studieren. Trotzdem haben sie ihr Hobby zu einer Art Teilzeitjob ausgebaut: Die drei Allgäuer bauen in der eigens gezimmerten Werkstatt Longboards in außergewöhnlicher Optik.

PULS: Ihr seid selbst leidenschaftliche Longboarder, da liegt die Idee, sich sein Board irgendwann mal selbst zu bauen, recht nahe…

Patrick Fisher: Unser Freundeskreis hat schon immer was damit zu tun. Ich fahre seit 13 Jahren Skateboard, das war für mich immer die Alternative zum Fußball. Beim Skateboarden geht es nicht darum, zu gewinnen oder der Beste zu sein, sondern nur darum, gemeinsam etwas zu machen. Man freut sich für andere mit, wenn sie einen neuen Trick lernen – das hat etwas familiäres. Vor drei Jahren sind wir dann zufällig aufs Longboarden gekommen. Auf Events haben wir Leute mit selbstgebauten Brettern gesehen. Ein Spezl war da, der Longboard Selbstbau Workshops macht. Und da haben wir uns gedacht, es wäre doch ein ideales Hobby, wenn wir die Dinger bei schlechtem Wetter selber bauen und bei gutem Wetter darauf fahren.

Als reines Hobby kann man das ja nicht mehr bezeichnen – ihr habt schließlich ein Gewerbe angemeldet. Könnt ihr davon leben?

SONY DSCNein. Aber das Feedback von den Leuten hat uns richtig geflasht: „Hey cool, ihr baut selber Bretter, finden wir super.“ Und wir haben festgestellt: Wenn wir jetzt mehrere Bretter bauen, dann müssen wir die auch irgendwie verkaufen. Gevatter Staat sieht das ja nicht so gerne, wenn man das unter der Hand macht. Da war uns klar, dass es eigentlich nur den offiziellen Weg gibt, wenn wir in größerer Stückzahl produzieren wollen.

Mit eurem Startup dürfte es wohl besiegelt sein – das Allgäu ist eine Longboard Hochburg, oder?

Die Longboard Community im Allgäu gibt es schon sehr lange. In den letzten Jahren ist das Ganze dann auch ziemlich groß geworden. Das bringt das Allgäu ja schon dadurch mit sich, dass wir hier Berge haben und damit eine größere Auswahl an Spots, die man fahren kann.

Wenn du auf das vergangene Jahr zurückblickst – was hat dir am besten gefallen?

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Wenn ich zurückdenke, wie unsere Werkstatt am Anfang ausgeschaut hat: Eine alte Scheune, die so zugestellt war, dass man nicht durchlaufen konnte. Und jetzt haben wir einen komplett isolierten, gedämmten Raum. Wir haben mehrere Modelle und in dem einen Jahr schon um die 100 Bretter gebaut. Dieser Schaffensprozess im Allgemeinen, etwas von Hand machen und dann das fertige Produkt selber fahren – das ist für uns das absolute Highlight.

Würdest du anderen Leuten raten, ein Startup zu gründen?

Eines ist ganz klar: Ein Startup bedeutet auf jeden Fall viel Arbeit. Zu meiner 40-Stunden-Anstellung als Heizungsbauer kommen dann halt noch mal zehn bis zwanzig Stunden fürs Unternehmen dazu. Irgendwann möchte man auch noch fahren gehen, dann hat man noch eine Beziehung und so weiter. Aber ich kenne keine Langeweile mehr. Ich habe wirklich sehr viel Spaß, und denke, das ist auch das Wichtigste.


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