04/10/2015

David Beger (29) und Lennart Hofmaier (31)
KANO
Biogrüntee-Erfrischungsgetränk aus München

„Das Selbermachen funktioniert auch, wenn wir sehr stark wachsen“

In Asien getrunken, in Deutschland nicht gefunden – das war die Motivation für David und Lennart, selbst einen grünen Eistee zu brauen. Monatelang haben sie Mixturen in der Küche ausprobiert. Nun verkaufen sie KANO – ein Erfrischungsgetränk aus bio-zertifizierten Grüntee.

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icon_interviewPULS: Was bedeutet der Name Kano?

David Berger: Das ist ein japanischer Männervorname. Er bedeutet Gott des Wassers. Der Name hat uns vom Klang und von der Prägnanz gefallen und passt, weil Kano mit einem Sencha-Grüntee aus Japan aufgebrüht wird.

Frisch aus Japan?

Lennart Hofmaier: Ja, der Tee kommt von einer japanischen Teebauernfamilie. Die restlichen Zutaten versuchen wir, möglichst regional einzukaufen. Die Zitronenmelisse wächst bei München. Sie wird am Produktionstag geerntet, weil sie empfindlich ist. Unser Hopfen wächskano_herstellung04t in der Hallertau. Kamille und Baldrian sind getrocknete Zutaten aus Deutschland. Ingwer und Zitronengras kommen aus einem fairen Projekt aus Uganda. Wir verwenden Mehrwegflaschen, die man bis zu 50 Mal füllen kann. Regionalität und Nachhaltigkeit sind uns sehr wichtig. Aber wir werden bestimmt auch mal einen Fehler drin haben, wir sind ja noch Frischlinge.

Wie ist die Idee entstanden?

Lennart: Wir zwei wollten schon lange ein Projekt starten, wussten aber nicht was und wie. Es kam der glückliche Zufall, dass wir zur gleichen Zeit von Asien-Reisen zurückkehrten. Ich aus Peking, David aus Taiwan. Dort haben wir gerne als Erfrischung ungesüßten Grüntee getrunken. Zurück in Deutschland konnten wir so ein Produkt nicht finden. Damit kam eines zum anderen. Wir haben in unseren Küchen monatelang verschiedene Mixturen ausprobiert, Tees und Kräuter gemischt, um den Geschmack aus Asien herauszufinden. Eines Abends Ende 2013, hatten wir endlich eine Rezeptur gefunden, die wir unglaublich lecker fanden.

Und was steckt jetzt drin, in eurem Rezept?

David: Das ist unser Betriebsgeheimnis. Wir können allerdings Kano-bottle-whiteverraten, dass der Tee frisch aufgebrüht, leicht gesüßt und mit Kräutern versetzt wird. Die verschiedenen Zutaten haben verschiedene Ziehzeiten. In dem Moment war uns nicht bewusst, was wir alles noch machen müssen, um den Tee in Flaschen zu bekommen. Relativ schnell haben wir festgestellt, dass wir es nicht alleine machen können. Wir haben einen Fruchtsafthersteller in Baden-Württemberg gefunden, der stellt uns die Infrastruktur zu Verfügung. Wir sind aber selbst vor Ort und mischen den Tee an.

Ist es eine Übergangslösung, dass ihr den Tee selbst mischt?

David: Nein. Wir sind an einem Punkt, an dem wir sagen, das Selbermachen funktioniert auch, wenn wir sehr stark wachsen. Es wäre kein Problem, das Ganze abzugeben, wir würden dem Produzenten auch vertrauen. Aber wir sind gern vor Ort und beim Prozess dabei. Die Rezeptur ist unser Herzstück. So wird die Mischung zu 100 Prozent so, wie wir sie in unserer WG-Küche gemacht haben. Die Schritte sind die Gleichen. Nur die Mengen haben sich geändert.

Wieso, glaubt ihr, kann der Markt noch einen weiteren Bio-Drink gebrauchen? Es gab in den letzten Jahren, angefangen bei Bionade, schon so viele…

kano_mood06Lennart: Es gibt total viele, ja. Aber Kano schmeckt auch ganz anders als die anderen. Dazu kommt die Regionalität. Das ist uns auch wichtig. Kano wird in Süddeutschland hergestellt, von zwei Jungs. Es wird hier in der Region vertrieben und verkauft. Das gefällt unseren Kunden.

David, Du bist eigentlich Fotograf. Wieso hast du umgesattelt?

David: Ich arbeite als Fotograf auch selbstständig und hatte dadurch bereits Erfahrungen im unternehmerischen Denken. Von dem her war ich naiv genug, das zu tun. Meine fotografischen Fertigkeiten kommen unserem Startup natürlich auch zugute. Man zweifelt schon zwischendurch, wenn man so etwas macht. Aber das macht die Sache auch spannend. Ich bin Kreativer, Lennart ist BWLer, das ergänzt sich gut.

Schreibt ihr denn schon schwarze Zahlen?

David: Noch schreiben wir rote Zahlen, weil wir viel kano_herstellung03investieren mussten. Man muss fairerweise sagen, dass wir dafür bei Mama und Papa angeklopft und einen Zuschuss bekommen haben. Aber wir fangen gerade an, kostendeckend zu arbeiten.

Was tut ihr, um bekannter zu werden?

Lennart: Momentan machen wir jedes Wochenende Verkostungen an möglichst vielen Orten: In Cafés, Biomärkten, Kochhäusern, am Kiosk an Reichenbachbrücke. Die Leute probieren, stellen Fragen, wir kommen ins Gespräch. Ein paar Leuten fehlt die Kohlensäure, manche wollen eine größere Flasche oder weniger Süße. Manchmal trifft man komische Leute. Als wir probiert haben, Kano in Bars anzubieten, sind wir an einen Imbissbetreiber geraten. Er hielt ganz und gar nichts von unserer Idee. Daher hat er uns eine Dreiviertelstunde lang beraten und wollte anschließend auch noch eine Beratergebühr. Wir versuchen natürlich, Kundenwünsche zu erfüllen, wollen aber auch unseren eigenen Weg gehen.

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