04/10/2015

Johannes Krohne (35) und Bernhard Kurz (35)
Holzgeschichten
Holzmöbel mit Geschichten aus München

“Das ist kein Trend, der die Welt schlechter macht”

Johannes Krohne und Bernhard Kurz sind eigentlich Architekten. Jetzt designen sie Möbel aus Holz, das eine Geschichte erzählt. Von Bäumen, die jahrzehntelang vor einer Dorfkirche standen, oder von einer Lawine mitgerissen wurden.

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icon_interviewPULS: Eigentlich seid ihr Architekten und keine klassischen Designer, wie seid ihr dazu gekommen?

Bernhard Kurz: Als Architekt ist es heutzutage ohnehin wichtig, dass man den Innenausbau mit im Griff hat. Möbelentwürfe sind da eigentlich auch täglich Brot – und machen uns einfach wahnsinnig Spaß. Wir haben uns schon immer mit solchen Dingen auseinandergesetzt. Die Holzgeschichten sind auf einer Autofahrt von Ruhpolding nach München entstanden – wir waren auf dem Heimweg von unserem Freund Axel, er ist Restaurator und Schreiner bearbeitet Holz und hat uns seine Lager gezeigt und da kam uns dann die Idee.

Was sind denn eure Holzgeschichten?

LEO_Bild1Gross_Hoehe_1000Jeder unserer Kunden bekommt eine Broschüre mit der Geschichte zum Holz und zum Design dazu – so kann man zu jedem Stück, das zu Hause steht, etwas erzählen. Vielleicht sieht man nicht, dass das Holz für ein bestimmtes Möbelstück von der Kirchenlinde von Ruhpolding stammt – das Holz sieht erst einmal aus wie Linde, aber der Baum stand über hunderte Jahre neben der Kirche in Ruhpolding. Das allein macht sie auch schon wieder einzigartig.

Wie findet ihr diese speziellen Hölzer?

Letztendlich läuft unser Geschäftspartner Axel Sporn in die Berge und guckt in Schotterfeldern oder Lawinenrinnen nach Bäumen, die da seit Jahren liegen. Sie sind Hitze und Kälte ausgesetzt, es regnet und schneit drauf. Mineralien dringen ein und das Holz sieht fast aus wie eine alte Landkarte. Wir sagen immer: Der erste Handwerker ist die Natur.

Ihr schneidet also überhaupt keine neuen Bäume?

Nein, jedes Holz, das wir verarbeiten, war vorher schon tot oder in Verwendung. Entweder lag es am Berg oder es war ein Dachbalken von einem 300 Jahre alten Speicherhaus, das abgerissen wird. Oder ein Bauer ruft an und sagt, dass bei ihm im Garten noch ein umgeschnittener Baum liegt, den er nicht mehr braucht.

Was macht Holz so besonders?

Es ist ein sehr warmer Werkstoff, er ist angenehm, HOKO-Bild1-gro_-Hoehe_1000egal wie ich die Oberfläche behandle. Ich kann mich eine Stunde davor setzen und entdecke immer etwas Neues. Ob ich den Stamm horizontal oder vertikal aufschneide, oder schräg – er sieht jedes Mal anders aus. Wir sind selbst oft erstaunt, was da herauskommt. Und wenn du eine Küchenarbeitsplatte hast, die acht Zentimeter dick ist – dann ist das einfach: YEAH!

Wie wichtig ist für euch Nachhaltigkeit?

Wir wollen nicht sinnlos unser wertvoll gewonnenes Holz vergeuden. Ich denke, Nachhaltigkeit wird im Design immer wichtiger. Den Leuten ist bewusst, dass wir so nicht weitermachen und Ressourcen verschwenden können. Man muss nicht mehr unbedingt jedes Jahr einen neuen Tisch haben, sondern kauft sich einmal einen schönen. Es ist definitiv ein Trend. Klar schwimmen wir da mit, ich hoffe, wir prägen ihn irgendwann auch. Aber ich glaube: Das ist kein Trend, der die Welt schlechter macht.

Eure Möbel sind relativ teuer, ein Tisch kostet leicht mal 7500 Euro, so viel wie ein Kleinwagen.

Axel-auf-Holzsuche-3Ja das ist natürlich sehr teuer. Aber schon ein normaler Massivholztisch aus dem Möbelhaus kostet 3000 Euro aufwärts. Für den ist aber ganz normales Holz verwendet worden, industriell abgebaut und gefertigt. Bei uns ist der ganze Prozess, wie wir das Holz holen und bearbeiten, sehr aufwändig. Allein um das Holz trocken zu bekommen, brauchen wir über ein Jahr.


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