04/10/2015

Manou Wahler (35) und Julia Bruns (31)
Herr Pfeffer
Kreativlabor aus Würzburg

„Im Nachhinein ist uns erst aufgefallen: Würz-burg und Pfeffer passt ganz gut“

Julia und Manou aka Herr Pfeffer sind kreative Tausendsassa. Sie nähen, illustrieren, designen, geben Workshops und bezeichnen ihren Laden in der Würzburger Innenstadt als Wohnzimmer. Seit sechs Jahren machen die beiden geschäftlich gemeinsame Sache und sind darüber auch gute Freundinnen geworden.

Herr Pfeffer

icon_interviewPULS: Ihr habt mehr als 4500 Facebook-Fans. Das ist richtig viel. Wie viele habt ihr dazugekauft?

Julia Bruns: Keine. Die haben wir ganz normal und ganz legal fleißig gesammelt. Das ist mit der Zeit einfach passiert.

Ihr nennt Euch Kreativlabor. Was heißt das?

Wir stecken einfach ganz viele kreative Bereiche ab. Wir sind nicht nur ein Laden und ein Label, wir erfüllen auch Aufträge und machen Schulungen. Deswegen haben wir sehr lange nach einem Wort gesucht. Designbüro klingt spießig, nur ein Ladengeschäft ist Herr Pfeffer nicht und Kreativbüro klingt auch so…. Dann sind wir irgendwann auf Kreativlabor gekommen. Das passt, weil wir immer versuchen, neue kreative Sachen zu entwickeln, zu fördern oder uns zu engagieren.

Was macht ihr denn alles?

Herr PfefferWir haben den Laden, wo wir unsere Produkte verkaufen. Das sind Sachen aus Stoff aber auch aus Papier, also zum Beispiel Kissen, Kalender oder Postkarten. Die Sachen verkaufen wir auch online. Dann übernehmen wir auch noch Aufträge, z.B. Hochzeitskarten oder Logos. Das Street-Meet-Festival in Würzburg haben wir jetzt auch schon dreimal organisiert, da laden wir internationale Künstler ein und bemalen mit denen zusammen Hauswände. Oder wir organisieren Designmärkte oder geben Kreativ-Workshops. Außerdem bringen wir eine Bastelbuch-Serie raus.

Wie viele Stunden hat so ein Arbeitstag bei euch?

Das kann man so nicht sagen, weil wir eigentlich die ganze Zeit arbeiten. Aber wir lieben das, was wir machen und da ist es eigentlich egal, ob wir vielleicht mal nur fünf Stunden am Tag arbeiten oder dann doch eher so 18. Manou und ich sind auch sehr gut befreundet und da bleibt es gar nicht aus, dass wir in irgendeiner Form arbeiten oder uns Ideen holen, wenn wir privat unterwegs sind.

Geht ihr euch da nicht manchmal auf den Geist?

Ja, kommt vor. Das ist aber auch okay. Wir haben ganz gut Herr Pfeffergelernt, damit umzugehen, dass wir dann doch mal eine Auszeit voneinander brauchen, die aber nicht so lang ist. Meistens vermisst man sich eher, als dass man sich auf den Sack geht.

Wer von euch beiden macht was?

Ich bin die Grafikerin. Also wenn Illustrationen koloriert oder für den Druck angepasst werden müssen, dann mach ich das. Oder auch Fotografie und die ganze Online-Präsenz. Manou ist die Künstlerin unter uns, sie macht auch die meisten Hand-Made-Sachen. Ich bin dann doch eher die Dienstleisterin. Die Illustrationen kommen aber von uns beiden und die mischen wir ganz oft. Manou macht z.B. eine Illustration für eine Karte, ich scanne die ein und illustriere noch was dazu. Oder Manou designt und ich mache die Schrift. Es ist schon so eine Symbiose aus beiden Skills.

Hat sich euer Stil im Laufe der Zeit angeglichen?

Herr PfefferJein, grade entwickelt sich unser Stil wieder ein bisschen voneinander weg. Wir haben jetzt schon einige Male gemerkt, dass wir manches nicht mehr kombinieren können, aber das ist auch nicht schlimm, dann macht’s halt einer allein. Aber sagen wir so: Unser Geschmack hat sich sehr angenähert. Wir brauchen eigentlich nicht mehr reden, was wir gut oder schlecht finden.

Wie kam’s denn zum Namen Herr Pfeffer?

Das war eigentlich eine sehr spontane und schnelle Entwicklung. Wir haben in einer Kneipe ein bisschen gebrainstormt und innerhalb von einer Viertelstunde stand Herr Pfeffer. Im ersten Laden, den wir hatten, war vorher ein Kräutersepp drin. Erst war’s so: Herr Thymian? Ne.. Herr Pfeffer. Im Nachhinein ist uns erst aufgefallen: Würzburg und Pfeffer passt ganz gut.

Wieso eigentlich Würzburg?

Ich hab in Würzburg Kommunikationsdesgin studiert undHerr Pfeffer Manou stammt aus der Region hier. Wir haben uns über einen Freund kennengelernt. Das mit dem Laden hat sich innerhalb von einem halben Jahr entwickelt. Es war nie eine Frage, ob wir in irgendeine andere Stadt gehen. Würzburg ist sehr heimelig, sehr familiär und wir wollten kein Fisch in einem Aquarium sein, wo tausend andere drin schwimmen, wie  in Berlin.

Geht denn insgesamt viel in Würzburg?

Man muss ein bisschen suchen, aber es geht schon was. Es ist jetzt nicht so, dass  gähnende Leere herrscht, aber wir versuchen immer, es noch mehr zu pushen. Manou hat zum Beispiel den KÖR-Verein gegründet, Kunst im Öffentlichen Raum, da sind wir kreativ aktiv und veranstalten auch ehrenamtlich ganz viel. Es entwickelt sich immer mehr und man merkt, dass der Bedarf schon da ist.

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