29/04/2018

Sophie Zepnik (25), Anna Souvignier (26)
hejhej-mats
Nachhaltige Yogamatten aus Schwangau

„Viel zu wenig Frauen gründen ein Startup.“

Mit Yoga ein klein wenig die Welt retten – das wollen Sophie und Anna von hejhej-mats. Sie haben eine nachhaltige Yogamatte entworfen, die zu 100 Prozent aus Müll besteht. Ihr Versprechen: Eine Matte spart eineinhalb Kilo Müll.

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PULS: Wie hat das mit hejhej-mats angefangen?

Sophie: Anna und ich machen beide super viel Yoga. 2016 haben wir in Schweden Nachhaltigkeitsmanagement studiert. Dort waren wir auf einer Ausstellung, auf der die Künstlerin Pinar Yoldas den Lebensstil vieler Yogis angeprangert hat. Ihre Kritik: Yogis denken oft, dass sie einen nachhaltigen Lebensstil haben. Dabei machen sie Yoga auf einer billigen Plastikmatte, die schädlich für Gesundheit und Umwelt ist. Anna und ich haben uns gleich ertappt gefühlt. Nach der Ausstellung haben wir uns angeschaut und gesagt. Okay, lass uns eine nachhaltige Yogamatte machen.

Jetzt produziert ihr eine Matte aus Müll. Stinkt das nicht?

Nein, wir stellen unsere Matte nach dem Closed Loop-Prinzip her. Das heißt. wir verwenden saubere Schnittreste aus der Schaumstoffindustrie. Die Matte besteht also aus recycelten Materialien und ist am Ende auch wieder recycelbar. Und der Natur werden keine neuen Rohstoffe entnommen.

Wie viel Bayern steckt in hejhej-mats?

Ich komme aus dem Allgäu und bin dort extrem naturverbunden aufgewachsen: Wir hatten einen großen Garten mit Komposthaufen, haben mit meiner Mama Marmelade gekocht und sind viel gewandert. Ich habe hier von klein auf gelernt, dass die Umwelt wunderschön ist und man achtsam mit ihr umgehen soll.

Außerdem hejhej-mats sitzt in Bayern – und nicht in Berlin …

Mir war es sehr wichtig, zu Familie und Freunden zurückzukommen. Bayern ist ein super Umfeld für Startups – es muss nicht unbedingt Berlin sein. Wir sind gerade viel unterwegs: In Schwangau bei meinen Eltern, wo wir unsere Produkte lagern können. Genauso gut sind wir in Nürnberg oder in München. Von dort ist man schnell in den Bergen und kann die Freizeit in der Natur verbringen.

Hattet ihr Momente, in denen es schwierig wurde?

Wir arbeiten mit großen Firmen zusammen. Unser kleines Startup ist da natürlich nicht die Nummer eins. Da kommt dann ein anderes Unternehmen und – schwuppdiwupp – musst du noch mal vier Wochen auf deinen Prototyp warten. Das war schwer für uns, aber zum Glück sind Anna und ich zu zweit. Wir haben uns gegenseitig immer wieder gepusht.

Was waren die schönen Momente?

Wir haben jedes Mal über beide Ohren gestrahlt, wenn jemand eine Matte über unsere Crowdfunding-Kampagne gekauft hat. Wenn du das Ziel deiner Kampagne erreichst, bist du der glücklichste Mensch auf der Erde.

In eurem Blog kritisiert ihr, dass es zu wenige Frauen in der Startup-Szene gibt. Was war der Anlass?

Bei einem Gründerwettbewerb waren unsere Konkurrenten fast nur Männer. In der Jury saßen Männer, genauso im Publikum. Frauen haben meistens nicht gewonnen – auch wir nicht. Mit Frauen in der Jury, die nicht nur an das Ökonomische denken, sondern auch an Ökologisches und Soziales, hätten wir vielleicht mehr Chancen gehabt. In Deutschland gibt es noch zu wenig Frauen, die sich trauen, ein Startup zu gründen. Dabei geht es: In Schweden gründen genauso viele Frauen wie Männer Startups. Davon können wir uns in Deutschland eine Scheibe abschneiden.

Wie wird es mit hejhej-mats weitergehen?

Wir sind kurz davor die Matte auf den Markt zu bringen und wir fiebern dem Launch entgegen. Dann fällt uns erstmal ein großer Stein vor Herzen. Wir planen gerade einen nachhaltigen Yoga-Block, auf dem du dich bei den Übungen abstützen kannst. Sobald wir unsere Matte auf dem Markt haben, starten wir die Entwicklung für den Block.


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