18/01/2016

Henning Rehder und jonas Kronwitter (33)
Guidebase
Bergführer-App aus München

„Wenn man einmal infiziert ist mit dem Virus, dann wird man das auch nicht mehr los“

Henning und Jonas sind beide viel rumgekommen – Henning hat seine Kindheit in Neuseeland und Südafrika verbracht und Jonas ist als Profipokerspieler um die Welt gereist. Ihre Leidenschaft für die Berge hat die beiden zusammen und mit einer Geschäftsidee zurück nach München gebracht. Dort haben sie die Plattform Guidebase entwickelt für Bergsteiger und Bergführer.

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PULS: Wie seid ihr auf die Idee gekommen eine Bergführer-App zu entwickeln?

Hennig Rehder: Wir waren letztes Jahr im August auf dem Mont Blanc. Dort wollten wir Bergführer buchen, hatten aber immer wieder Probleme, kurzfristig jemanden zu finden oder herauszufinden, mit wem wir es da zu tun hatten. Wir fanden den ganzen Prozess veraltet. Das kann man deutlich besser machen, mit den Technologien, die heute zur Verfügung stehen.

Wie genau funktioniert eure App?

Copy of 05_GuideBase_chat_overviewHenning: Der Bergführer meldet sich bei uns an. Dann überprüfen wir seine Personalien und sein staatlich geprüftes Bergführerzertifikat. Wenn er bei uns verifiziert ist, kann er Touren oder Verfügbarkeiten einstellen. Wenn ein potentieller Kunde einen Bergführer gefunden hat, kann er ihm eine direkte Buchungsanfrage stellen. Wenn die Buchung erfolgreich stattgefunden hat, kriegt der Bergführer automatisch das Geld auf sein Bankkonto ausgezahlt. Und wenn eine Tour gebucht wurde, ziehen wir dem Bergführer eine Provision von 15 Prozent ab.

 Wie seid ihr denn beide überhaupt zum Bergsteigen gekommen?

Henning: Ich bin da quasi  „reingewandert.“ Von klein auf.

Jonas Kronwitter: Ich bin über meinen Bruder zum Bergsteigen gekommen, der ist jede freie Minute in den Bergen. Ski-Touring, oder beim Alpinklettern. Und wenn man beim Reisen viel von der Welt sieht, dann sieht man eben auch viele Berge und die Schönheit der Natur. Und wenn man einmal infiziert ist, mit dem Virus, dann wird man das auch nicht mehr los.

Was ist euer Lieblingsberg?

Jonas: Mein Lieblingsberg ist, ganz klassisch: das Matterhorn. Copy of 05_GuideBase_guide_search_result_map (1)Schon allein, wegen der imposanten Statur. Und Patagonien ist auch superschön. Henning war gerade wieder in den Dolomiten. Das sind auch unglaublich imposante Bergstrukturen.

Ihr seid beide viel gereist – wie habt ihr euch kennengelernt?

Jonas: Wir kennen uns bestimmt schon seit sieben Jahren. Wir haben uns damals über die Pokerszene kennengelernt. Ich als Spieler und Henning hat quasi auf der anderen Seite gearbeitet. Auf einer Veranstaltung haben wir uns dann getroffen und wir haben uns von Anfang an verstanden und hatten dann mehr miteinander zu tun. Und als dann die Geschäftsidee entstanden ist, waren wir beide eben sehr Berg- und Outdoor-affin und das hat uns ein bisschen zusammengeschweißt.

Henning: Letztes Jahr zufälligerweise beide grad keine Jobs und hatten eigentlich eine Auszeit geplant. Daraus ist dann ein Startup geworden.

Was hat euch zurück verschlagen?

Jonas: Wie es halt so oft ist: Meine Mutter ist hier, meine Freunde – die sozialen Kontakte. Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt auszuwandern, aber im Endeffekt ist es daheim dann doch am schönsten. Ich bereu die Entscheidung auch kein Stück. Ich bin ja auch hier wieder näher an den Bergen.

 Würdet ihr euch als bayernverbunden bezeichnen?

Copy of 03_GuideBase_tour_detail (1)Henning: Absolut. Der Jonas ist ja Bayer durch und durch und hat das gleiche durchgemacht wie ich: Seit er mit der Schule fertig ist, ist er irrsinnig viel herumgereist, hat teilweise in Australien und England gelebt. Er ist auch absolut der Meinung, dass München die schönste Heimat ist und wo man am allerbesten leben kann. Das finde ich auch.

Du kommst aus Südafrika. Wieso bist du nach München gekommen?

Henning: Ich bin in Südafrika groß geworden und habe sehr lange Zeit dort gelebt. Danach habe ich in London und Australien gelebt. Vor etwa drei Jahren bin ich nach München gezogen. Bisher hat mir noch keine Stadt in der Welt so gut gefallen wie München: die Lebensqualität, das Leben selber hier. Es ist sicher, man kann einfach in die Berge fahren. In anderthalb Stunden Flug ist man am Mittelmeer, man ist in Zentraleuropa, man ist eigentlich zentral in der Welt. Ich hab immer gedacht, ich werde mein Leben lang immer wieder umziehen. Aber momentan gefällt mir München zu gut, als das ich da eine Alternative sehe.

Ihr habt früher Poker gespielt – jetzt macht ihr ein Start-Up – Warum seid ihr so risikofreudig?

 Jonas: Ich glaube man muss an die Idee glauben. Und das Copy of 04_GuideBase_guide_profilehaben wir eben beide von Anfang an getan. Wenn du davon überzeugt bist, dass das was wir vorhaben gebraucht wird, dann sieht man das Risiko dahinter gar nicht so sehr, sondern eher das Ziel und die Perspektive. Und das allein ist schon Motivation genug das Risiko auf sich zu nehmen und ein Start-Up zu gründen. Klar, es kommen immer mal wieder Stolpersteinchen in der Produktentwicklung und man merkt, okay, es verzögert sich. Oder es kommen Herausforderungen ums Eck, mit denen wir nicht gerechnet haben. Aber das macht‘s dann auch wieder spannend.

 

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