04/10/2015

Kai Stiebel
Goodbois
Streetwear aus dem Allgäu

“Für uns ist es eine Möglichkeit, Teil der Kultur zu sein.”

Inspiriert von mehreren Jugendkulturen haben Kai, Danny und Fabian unter dem Namen Goodbois viele Partys gefeiert. Inzwischen führen sie ihr Klamotten-Label ernsthafter, aber immer noch eng vernetzt mit der Musikszene.

Goodbois

 

icon_interviewPULS: Ihr seid ein Modelabel, vielen kennen aber eher eure Parties. Wie geht das zusammen?

Kai Stiebel: Wir haben Goodbois vor sieben Jahren gegründet. Ich hatte unseren Designer Danny zuvor in einem Praktikum kennengelernt. Da waren wir Anfang 20, und wie das in dem Alter so ist, feiert man gerne und viel. Wir haben eigentlich mehr Party als Klamotten gemacht. Dazu haben wir immer viele Musikprojekte gestartet, Künstler unterstützt, gebloggt, EPs und Mixtapes veröffentlicht und viele Dinge ausprobiert. Mein Bruder Fabian ist DJ. Das war auch eine Phase, in der wir uns finden mussten. Sie hat uns dabei geholfen, unser Hobby – das Label – zum Beruf zu machen. Inzwischen arbeiten wir strategischer und fokussieren uns auf das Modelabel.

Wie kam es dazu?

Als ich vor drei Jahren mit dem BWL-Studium fertig war, konnte ich eGoodboiss kaum erwarten, mich endlich Vollzeit Goodbois zu widmen. Ich bin aus meiner Studentenbude in Duisburg in unser erstes Büro im Allgäu gezogen, nicht weit von dem Ort, in dem mein Bruder und ich aufgewachsen sind. Wir haben den Designer Danny ins Team geholt, der Marke einen neuen Anstrich verpasst und ein Rebranding konzipiert.

Inwiefern?

Wir haben die Charakterzüge unserer Marke geschliffen, ein neues, sauberes Logo mit dem Slogan “Stand for something” entworfen. Unsere größten Einflüsse sind die Hip-Hop-Kultur und urbaner Lifestyle – das reflektiert unsere Marke durch eine sportliche und stilvolle Ästhetik. Im Frühjahr 2015 bin ich nach München gezogen. Danny ist inzwischen in der Schweiz, mein Bruder ist in Berlin. Wir arbeiten nun in einer Netzwerkstruktur.

Warum der Name Goodbois? Wollt ihr gute Jungs sein?

Für uns ist unser Name ein Streben und Glauben an guteGoodbois Werte. Wir meinen damit einen positiven Lifestyle, eine sportliche und durch die Hip-Hop-Kultur beeinflusste Aspiration, mit der wir aufgewachsen sind und die uns geprägt hat.

Was fasziniert euch an Fashion?

Für uns ist es eine Möglichkeit, Teil der Kultur zu sein. Früher gab es klarer getrennte Kulturen, die Hip Hop-, Skateboard- und dann auch eine neue Internetkultur. Heute sind viele dieser unterschiedlichen pop-, musik- und jugendkulturellen Einflüsse zu einer Kultur verschmolzen, die “Street Culture”. Mit unserer Mode können wir daran teilhaben und möchten mit unserer eigenen Reflektion der Kultur andere junge Menschen inspirieren. Wir versuchen diesen Esprit über unsere Kleidung zu kommunizieren. Wir haben auch eine Firmenphilosophie, in der wir Werte wie Ehrlichkeit, Kreativität, Nächstenliebe und Ambition vertreten und wir wollen für unsere Kunden erreichbar sein. Klamotten sind für uns Ausdruck unserer Kultur. Daher arbeiten wir gerne kreativ – etwa in Pop-up-Store-Projekten mit Einzelhändlern oder mit Künstlern zusammen.

Mit wem zum Beispiel?

GoodboisRoger Rekless ist ein großer Unterstützer und langjähriger guter Freund von uns. Wir bekommen Unterstützung von Künstlern wie Chefket und Megaloh. Von unseren individuell hand-gefertigten Collegejacken haben wir jeweils eine Macklemore und Q-Tip geschenkt. Wir organisieren auch regelmäßig Fotoshootings mit Künstlern. Und Moneyboy hat letztens bei uns eingekauft. Er hat normal dafür bezahlt, das hat uns gefreut und das respektieren wir sehr.

Du hast jetzt schon sieben Jahre Erfahrung in der Branche: Was kannst du angehenden Label-Machern raten?

Ich kann empfehlen, nie etwas alleine zu starten, wenn man wirklich erfolgreich werden möchte. Aus Teamarbeit entstehen bessere Ergebnisse. Ohne meinen Bruder, der organisatorisch und musikalisch fit ist und ohne unseren Designer Danny gäbe es Goodbois heute nicht. Partner können auch die eigenen Schwächen ausgleichen.

 

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.