04/10/2015

Anita Fuchs (31), Nathalie Gandrille (32) und Kristian Kimmel (37)
Golden Ride
Brettsport-Magazin für Mädels

“Wir sind noch da, im Gegensatz zu vielen anderen”

Snowboard- und Skatemagazine gibt es viele, aber wenig für Frauen. Das wollten Natalie, Anita und Kristian vor acht Jahren ändern. Bis heute vertreiben sie ihr Magazin "Golden Ride" komplett in Eigenregie und mit vielen Events.

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icon_interviewPULS: Was ist der größte Bonus am eigenen Magazin machen?

Anita Fuchs: Für uns ist es ein großer Vorteil, dass wir mit unserem Magazin Hobby und Beruf verbinden können. Wir kommen viel herum und sind eng vernetzt mit der Surf- und Snowboardszene. Dieses Jahr waren wir zum ersten Mal in Japan zum Snowboarden, wovon wir schon lange geträumt haben. Vor zwei Jahren haben wir Weihnachten in Bali gefeiert und sind den ganzen Tag Surfen gegangen.

Golden Ride gibt es nun seit acht Jahren. Wie entstand das Magazin?

Anita: Die meisten Boardsport-Magazine sind eher für Jungs. Wir wollten ein Gegenstück schaffen und haben daher einfach selbst ein Magazin für Mädchen gegründet. Wir sind ziemlich naiv reingestartet. Über die Printkrise haben wir uns keine Gedanken gemacht. Ursprünglich waren wir zu fünft, inzwischen sind wir noch zu dritt. Das ist gut so, denn jeder hat eine Aufgabe: Marketing, Redaktion und Grafik.

Habt ihr denn ein Rezept gegen die Printkrise?

Nathalie, Anita Sri LankaAnita: Anzeigenbudgets im Board-Sport werden immer knapper. Deshalb haben wir vor einem Jahr einen inhaltlichen und visuellen  Relaunch gemacht und uns nach neuen finanziellen Wegen umgeschaut: wir machen viel nun viel mehr Veranstaltungen, zum Beispiel Yogasessions. Damit hat sich einiges verbessert.

Lesen euer Magazin nur Mädels – oder habt ihr auch männliche Leser?

Nathalie Gandrille: Hauptsächlich Mädels, zwischen Mitte 20 und Anfang 30. Etwa zehn Prozent unserer Abonnenten sind aber männlich. Uns lesen viele Münchner, weil wir von hier kommen, aber auch an der Nord- und Ostküste Deutschlands sitzen viele Leser. Insgesamt sind wir in sieben Ländern erhältlich: Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol und in den Beneluxländer. Wir haben keinen fetten Verlag dahinter, sondern sind einfach nur zu dritt.

Habt ihr jemals überlegt in einen Verlag einzusteigen?

Nathalie: Nein, wir genießen es, unsere eigenen Chefs zu sein. Auch wenn wir viele Krisen durchgemacht haben. Wir sind GoldenRide-Cover34noch da, im Gegensatz zu vielen anderen, und mit fast dem gleichen Team. Wir machen alles selbst – darauf sind wir stolz. Wir können gut zusammenarbeiten, weil wir auch privat seit fast 20 Jahren befreundet sind.

Welche Geschichte ist euch eurer Meinung nach besonders gut gelungen?

Anita: Ich finde das Interview mit der Surferin Leah Dawson aus Florida sehr gelungen. Sie ist eine interessante Persönlichkeit, die das Potenzial hat, andere zu inspirieren.

Könnt ihr vom Magazin leben?

Anita: Schön wär’s. Leider ist es noch nicht so weit. Wir arbeiten zu etwa 60 Prozent für Golden Ride, und zu 40 Prozent macht jeder noch andere Aufträge.

Was macht ihr neben dem Magazin?

Anita: Ich bin eigentlich Fotografin und mache daher noch klassische Fotojobs. Über die Jahre hinweg habe ich mich ins Redaktionelle eingearbeitet, was mir inzwischen genauso viel Spaß  macht.

Nathalie Gandrille: Ich mache nebenher Social Media- und Marketingjobs. Ich habe eigentlich Meeresbiologie studiert und ganz andere Lebenspläne gehabt. Aber schon im zweiten Semester kam Golden Ride dazwischen und hat mich nicht mehr losgelassen.

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