17/12/2018

Gipfelsockerl - Skitouren- und Splitboard-Felle einfach abziehen

Alexander Bestle & Daniela Odesser

Wenn man auf Skitour jemanden trifft, der auch die Gipfelsockerl verwendet, erfüllt einen das riesig.“

Alex und Dani gehen leidenschaftlich gerne Skitouren – nur das Abziehen und Verpacken der Skifelle hat sie schon immer genervt. Egal, wie man es anstellt, es ist immer ein Gefrickel. Mit ihren Gipfelsockerln wollen sie Skitouren- oder Splitboardfelle abziehen bequemer und einfach machen.

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PULS: Wie ist die Idee zum Gipfelsockerl entstanden?

Alex: Ich gehe seit 20 Jahren Skitouren und was mich von Anfang an immer furchtbar genervt hat, war das Abziehen und Verpacken der Skifelle am Gipfel. Vor allem diese Plastikfolien, um die man die Felle klebt, fand ich schon immer furchtbar. Das war immer ein Gefrickel. Da wir immer in größeren Gruppen unterwegs waren, ging’s uns allen gleich und wir haben dann angefangen, zusammen zu überlegen, was die Lösung für dieses Problem sein könnte. Und die Idee mit der Socke, die kam uns dann – wo sonst – bei einem lustigen Skihütten-Abend. Irgendjemand kam damals mit einer Skisocke an und hat dann angefangen, damit am Ski und den Fellen rumzuhantieren und das Skifell da reinzupacken. Und dann war die Idee einfach da.

Wie lange hat’s dann gedauert, von diesem lustigen Hüttenabend bis zum Produkt, wie ihr es jetzt verkauft?

Alex: Fünf Jahre. Wir haben uns da schon ein bisschen Zeit gelassen, denn es war nicht von Anfang an klar, dass das jetzt ein Produkt wird. Am Anfang war es eine Blödelei und dann dachte ich mir, ich mach ein bisschen was draus, also nur für den engeren Freundeskreis. Und irgendwann hatten so viele Leute Interesse bekundet, dass ich mir gedacht hab, das muss etwas Interessantes sein. Ich bin dann einfach den nächsten Schritt gegangen und dachte mir, ich probiere das einfach mal aus, bevor wir in fünf Jahren noch immer nur davon reden.

Das Gipfelsockerl ist schon ein sehr spezielles Produkt für eine Nischenzielgruppe. Hattet ihr nicht Angst, dass sich niemand dafür interessiert oder es sich nicht lohnt?

Dani: Ich glaube, der Gedanke war so am Anfang gar nicht da. Es war viel mehr so: Mei, wenn wir das nutzen, dann schauen wir halt mal, wer das sonst noch brauchen kann. Das ist kein Produkt, das mit dem Gedanken entstanden ist, damit großes Geld zu verdienen. Sondern wir wollten den Bergfexen und den Skitourengehern, die das auch haben möchten, die Möglichkeit zu geben, da ran zu kommen.

Alex: Und erst nachträglich, als wir das Ding schon am Markt hatten, ist uns klar geworden, dass es eine enorm interessante Zielgruppe ist, dass es immer mehr Skitourengeher gibt und das eine der am schnellsten wachsenden Bergsportarten ist.

Welche Rolle hat Bayern für euer Produkt gespielt? Hättet ihr die Idee auch in Berlin gehabt?

Alex: Nein, auf keinen Fall, da sind ja keine Berge! Die Idee ist in den bayerischen Bergen auf einer Skihütte entstanden und die Entscheidung, das Produkt tatsächlich zur Marktreife zu bringen, ist ebenfalls auf einer Skitour in Bayern gefallen. Wir sind aus Bayern und wir gehen vor allem in den bayerischen Alpen unsere Skitouren. Das Gipfelsockerl ist also 100 Prozent von Bayern entwickelt und auch weiterentwickelt worden.

Dani: Außerdem haben wir es uns zum Ziel gemacht, lokal zu produzieren – soweit es möglich ist. Der Stoff kommt zwar nicht aus Bayern, weil er sehr speziell ist und hier nicht hergestellt werden kann, aber wir lassen die Sockerl in München in einer sozialen Einrichtung nähen und verschicken. Wir wollen auf nicht auf Teufel komm raus Kosten sparen und die Marge erhöhen. Wir verkaufen es lieber mit einer sehr geringen Marge und können uns aber sicher sein, dass es lokal und fair produziert wird.

Was war bis jetzt euer schönstes Erlebnis?

Alex: Da gibt’s viele! Aber eigentlich immer, wenn positives Feedback kommt. Wenn die Leute schreiben: „Wie toll, euer Produkt löst ein Problem, das ich schon seit zehn Jahren habe.“ Darüber freuen wir uns natürlich wahnsinnig. Und noch mehr, wenn man auf Skitour jemanden am Gipfel trifft, der auch schon die Gipfelsockerl verwendet. Das passiert zwar noch nicht so häufig, aber es passiert immer mehr und das erfüllt einen dann riesig.

Welche Tipps würdet ihr anderen Gründern geben?

Alex: Nicht so lange darüber nachdenken, ob man es versuchen soll, sondern es einfach mal ausprobieren. Weil wenn es dann tatsächlich konkret wird und den reinen Spaßbereich verlässt, dann stellen sich einfach ganz andere Fragen, die man sich vorher – ohne große Vorerfahrung – nie stellen würde. Und dann merkt man auch sehr schnell: Geht das überhaupt und kann ich so produzieren, dass ich es auch noch zu einem realistischen Preis verkaufen kann?! Also einfach machen und schneller anfangen.

Und wie geht’s bei euch weiter?

Alex: Unser Labor sind ja die Berge und wir arbeiten momentan an weiteren Innovationen im Bereich der Skitouren, aber da wollen wir uns nicht in die Karten schauen lassen.

Dani: Ich kann dazu nur noch verraten, dass es sich um eine Idee geht, die tatsächlich unsere Kunden an uns herangetragen haben und meinten: Hey, das fehlt uns noch! Der Plan ist momentan auf jeden Fall, dass wir das bis Ende 2019 gelauncht haben.

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