27/06/2017

Lorenz Albrecht (34) & Ludwig Grimm (29)
Ghettofassl
Stylische Feuertonne aus Bad Aibling

„Schmeißt eure Handys weg und genießt einfach die Zeit, die ihr miteinander habt“

So geht Lagerfeuer in stylisch! Was mit einem alten Ölfass angefangen hat, ist seit drei Jahren das Herzensprojekt von Lorenz Albrecht (34) und Ludwig Grimm (29) aus Bad Aibling: Ghettofassl. Die gebürtigen Oberbayern designen Metalltonnen und machen daraus tragbare Feuerstellen.

PULS: Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Ludwig Grimm: Das war vor drei Jahren im Winter. Es war arschkalt draußen und der Lenz hat gesagt, lass uns ein Feuer machen. Dann hat er in ein altes Ölfass Löcher rein geschlagen und es angezündet. Daraufhin haben wir uns gedacht: Das kann man besser machen und technisch viel mehr rausholen. Daraufhin haben wir recht schnell einen kleinen Prototypen aus leichtem Metall gebaut. Und dann saßen wir da und haben uns bei einem Bierchen gedacht: Junge, daraus zaubern wir was Cooles.

War das denn schwierig?

Ludwig: Ich würde behaupten, dass das Ganze technisch keine hohe Kunst ist. Eher die Marke aufzubauen und wie man es lebt und gestaltet, das ist die große Hürde. Also wie man die ganze Firma aufbaut. Ich glaube, es gibt bestimmt andere Unternehmen, die das Gleiche herstellen wie wir. Aber ich hab jetzt noch keines gesehen, das diesen ganzen Lifestyle hat, das ist bei uns einzigartig.

Lorenz Albrecht: Wir machen das Ghettofassl ja für alle möglichen Anlässe, z.B. Geburtstage, Hochzeiten, Firmenfeiern. Und das pulsiert brutal. Es funktioniert durch Mundpropaganda und die Leute wollen mit uns zusammenhocken und ihr eigenes Unikat entwerfen.

Und was ist euer Lifestyle?

Lorenz Albrecht: Unser Lifestyle ist einfach: Leute, kommt ans Feuer, kommt zusammen, ratscht, schmeißt eure Handys weg und genießt einfach die Zeit, die ihr miteinander habt. Das Leben kann so schnell vorbeigehen und das sind einfach so besondere Momente, die das Leben prägen. Wir haben immer wieder bei sämtlichen Events Fässer aufgestellt: Die Leute kommen, schauen ins Feuer und lassen die Gedanken schweifen. Das ist was Schönes, da fühlt man sich frei. Diese Message wollen wir an die Leute raustragen.

Habt ihr ein Lieblingsstück?

Lorenz: Wir haben mal für einen 30. Geburtstag ein Fassl mit 60 Unterschriften designt. Das war auf der einen Seite tricky, weil man jede Unterschrift einzeln digitalisieren muss und das war schon ein erheblicher Aufwand. Auf der anderen Seite ist es wirklich cool. Jeder hat sich darin verewigt und das war was ganz Besonderes in dem Moment. Immer, wenn sie das Fass anmachen, werden sie an diesen schönen Abend denken. Das find ich so toll daran.

Könnt ihr von euren Fassln leben?

Ludwig: Also wir sind beide noch in unserem alten Beruf tätig, Ghettofassl ist aber unser Herzensprojekt. Lenz ist Werkstattmeister für eine Papierfabrik und ich bin gelernter Werkzeugmachmeister und das hilft uns natürlich beim Fassl herstellen. In der Firma in der ich arbeite, hab‘ ich das Glück, dass mein Chef uns unterstützt und die ganze Infrastruktur zur Verfügung stellt. Es wäre natürlich ein finanzieller Aufwand, sich diese Maschinen anzuschaffen. Und deshalb können wir das nebenher so fahren und es läuft sehr gut.

Verbindet euch die Arbeit auch als Freunde?

Ludwig: Wir kennen uns ja schon ewig lang, also nicht erst seit wir das Business haben. Früher haben wir schon miteinander in einer WG gewohnt und uns super verstanden. Es wird eigentlich von Jahr zu Jahr lustiger miteinander und wir streiten so gut wie nie.

Was hält euch bei der Arbeit am Ball?

Lorenz: Uns ist bei der ganzen Fasslgeschichte einfach wichtig, dass wir unsere ganze Energie in ein Projekt stecken, das uns auch taugt. Das hat man in der Arbeit ja nicht immer. In dem Produkt steckt wirklich unser ganzes Herzblut drin und wenn wir sehen, was von den Leuten zurückkommt, das ist der Wahnsinn. Die sind on fire im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn dir zum Beispiel einer noch einmal schreibt und sagt, wie geil das Fassl angekommen ist, das ist ein Riesenlob für uns. Uns gefällt es einfach, Menschen glücklich zu machen. Dann weiß man auch wieder, dass es sich rentiert, was man macht.

Und wie sieht die Zukunft von Ghettofassl aus?

Lorenz: Also wir könnten uns auch vorstellen, dass wir Kooperationen mit Showrooms eingehen, die hippe Sachen am Start haben. Ich denke, das würde ganz gut passen. Außerdem haben wir jetzt einige Prototypen für Fassl entwickelt, auf denen man auch grillen kann. Ich denke, dass das ein cooles Gadget ist. Also da wird noch einiges kommen in nächster Zeit.


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