15/10/2018

FM Unique Designs - Sessel aus alten Koffern

Fabian Moser (31)

Ich hatte schon als Kind ein Faible für gutes Design”

Beim Dachboden-Ausmisten kam Fabian auf die Idee: Aus alten Koffern baut er stylische Design-Sessel. Upcycling aus Niederbayern.

 

PULS: Wie kamst du auf die Idee Koffer zu upcyceln?

Fabian Moser: Das Haus in Regensburg, in dem ich während meines Maschinenbau-Studiums gewohnt habe, musste renoviert werden. Im Dachboden waren noch Abteile von Leuten, die vor zehn Jahren schon ausgezogen sind. Wir haben angefangen zu kramen und lauter alte Koffer gefunden. Nach einiger Zeit ist mir dann eingefallen: Hey, da könnte man einen Sessel daraus machen. Ich habe gleich losgelegt. Das war im Dezember 2016. Auf einem Flohmarkt Anfang 2017 wurden mir dann von einem Hotelgründer auf einen Schlag sieben Stück abgekauft. Das hat mich motiviert, weiterzumachen.

Was ist das Schwierigste am Sessel bauen?

Jeder Sessel ist eine Maßanfertigung, weil jeder Koffer eine andere Größe hat. Für die normale Sessel-Version brauche ich etwa zehn Stunden. Denn ich mache alles selbst: Sägen, Rahmen schweißen, polstern.

Woher beziehst du die Koffer?

Viele Leute schreiben mich an, weil sie es zu schade finden ihren alten Koffer wegzuschmeißen. Manche möchten ein Erbstück umbauen lassen. Auch bei Haushaltsauflösungen und Flohmärkten finde ich was. Momentan brauche ich allerdings keine neuen Koffer, weil ich schon über 50 Stück auf Lager habe.

Mitterweile machst du auch Upcycling-Lampen und andere Möbel. Wer kauft deine Stücke?

Die meisten finden mich übers Internet. Facebook, Instagram, meine Homepage. Ich gehe auch regelmäßig auf Messen, zum Beispiel auf die Dilly Dally in Regensburg oder die All Good Things in München. In Niederbayern ist es schwierig Leute zu finden, die einen exquisiten oder ausgefallenen Einrichtungsstil haben und meinen Stil mögen. Meine Kundschaften sind eher Leute, die in der Stadt wohnen.

Du wohnst zum Teil in Wallerfing nicht weit von Dingolfing. Die meisten studierten Ingenieure streben in die Autoindustrie. Warum du nicht?

Die Autoindustrie ist nicht mein Ding. Ich habe etwas gesucht, wo man kreativ sein kann. Schon als Kind wollte ich etwas in die Richtung machen und hatte ein Faible für gutes Design. In meiner Wohnung ist ein einziges Teil gekauft, ein IKEA-Regal. Aber bislang ist “FM Unique Designs” noch ein Nebenjob für mich. Ich arbeite 30 Stunden pro Woche bei meinem Vater. Er hat eine kleine Firma, die Wasserschäden repariert. Ich arbeite daran, dass ich mein Startup in Vollzeit machen kann.

Wieso lieber Upcycling statt neu kaufen?

Beim Upcycling kann man aus Dingen, die andere vielleicht nicht für wertvoll halten, neue Sachen bauen kann, die dann wieder einen Wert haben. Ich finde es wichtig, sich bewusst zu machen, was man alles hat. Ich versuche in meinem Alltag möglichst nachhaltig zu leben, also so wenig wie möglich Plastikmüll zu produzieren und Fleisch zu essen. Beim Autofahren gelingt es mir noch nicht so gut, ich habe leider ein altes, spritintensives Auto.

Was war deine bislang schrägste Upcycling Idee?

Ich habe für einen Kunden in Berlin eine Bar aus Koffern gebaut. Sie besteht aus einer Holzkommode mit integriertem Weinregal. Sie ist mit Weltkarten beklebt und atmosphärisch beleuchtet.

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