15/05/2017

Kilian Trenkle (30)
Feetup
Kopfstandhocker für Yoga-Fans

„Wenn du einmal am Tag einen Kopfstand machst, wirst du hundert Jahre alt“

Kilian Trenkle aus Pfronten im Allgäu hat den FeetUp herausgebracht, ein Hocker mit dem der Yoga-Kopfstand einfacher gelingen soll. Damit hat sich Trenkle einen Namen in der bayerischen Yogaszene und darüber hinaus gemacht.

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PULS: Kilian, wie kamst du zum Yoga?

Kilian Trenkle: Nach dem Abi hatte ich keine Ahnung, wo es für mich hingehen soll. Ich wusste nicht, ob ich, wie die meisten meiner Freunde BWL studieren soll oder doch etwas Eigenes machen möchte. Dann bin ich in München in eine Yogastunde gestolpert und seither beim Yoga geblieben.

FeetUp Bavarian MakersWoher kam dir die Idee für FeetUp?

Die Lehrerin in der Yogastunde hat immer wieder betont, dass der Kopfstand das Beste ist, was man machen kann. Sie meinte: „Wenn du einmal am Tag einen Kopfstand machst, wirst du hundert Jahre alt und bist gesund und munter.“ Von ihren Schülern haben aber nur drei oder vier den Kopfstand hinbekommen. Als ich dann nach Hause gegangen bin, habe ich mir überlegt, ob ich etwas erfinden kann, womit der Kopfstand leichter werden würde. Dann kam eins zum anderen. Ich habe in der Werkstatt meines Vaters mit dem Bau von Prototypen losgelegt, geschreinert und Stück für Stück hat sich das Produkt dann über die letzten Jahre entwickelt. Das ich das machen durfte, war eine Ausnahme. Die Werkstatt ist uralt, sie wurde 1889 in Pfronten erbaut und dort wird eigentlich bloß geschmiedet.

Wie hast du den FeetUp unter die Yogaleute gebracht?

Ich habe mir einen Hersteller gesucht und die ganze Welt bereist, um auf Yogamessen den FeetUp vorzustellen. Ich war ein junger Kerl. Ich hatte keine Ahnung, was in der Welt abgeht. Erst als ich in London auf der größten Yogamesse Europas war, habe ich begriffen, wie groß die Szene ist. Da habe ich beschlossen mit meinem Produkt aufs Ganze zu gehen. Seitdem geht es rund bei uns. „Viele Leute kommen zu mir und sagen: „Kilian, ich hab so krasse Rückenschmerzen und weiß nicht was ich machen soll.“ Dann zeig ich ihnen den FeetUp-Trainer. Die Rückenschmerzen sind meistens in ein bis drei Monaten besser oder weg, aber die Leute gehen auch meistens weiterhin zum Yoga.

feetUp Bavarian MakersWürdest du sagen, dass es auch eine bayerische Yogaszene gibt?

Ja, das kann schon sagen. Ich komme aus dem Allgäu, ich bin in den Bergen groß geworden und habe dadurch eine tiefe Verwurzelung ins bayerische Lebensgefühl. Gleichzeitig merke ich, wenn ich rumreise und Yoga mache, dass wir Menschen doch alle gleich sind. Das ist also eine gute Mischung: „Mia san mia“, Lederhose, Bier, also ein bayerisches Lebensgefühl und gleichzeitig der Gedanke „Wir alle sind eins“. Ich glaube irgendwo dazwischen liegt die bayerische Yogaszene.

feetUp Bavarian MakersKannst du vom FeetUp leben?

2012 habe ich meine Firma „Freigeist Products“ gegründet. Das war zwei Jahre lang eine One-Man-Show. Seit 2014 ist meine Schwester dabei, ein Jahr später kam noch ein Kumpel dazu und mittlerweile sind wir drei Leute die fest in der Firma angestellt sind. Wir alle drei leben vom FeetUp und vertreiben ihn mittlerweile in 19 verschiedene europäische Länder. Zusätzlich bieten wir Kurse für Yogalehrer an, in denen sie lernen, wie sie den FeetUp in ihren Yogaschulen verwenden können. Weil das manchmal sehr viel wird, arbeiten einige meiner Kumpels oder Freelancer in der Firma mit, aber mir ist es auch wichtig, dass wir ein angenehmes und familiäres Arbeitsumfeld haben. Das macht sehr vieles einfach leichter.

An wen richtet ihr euch mit dem FeetUp? Ist das eher ein Produkt für Yoga-Einsteiger oder für Fortgeschrittene?

Am Anfang war er für Leute gedacht, die den Yogakopfstand aufgrund von mangelnder Kraft, aus Angst umzufallen oder wegen Nackenbeschwerden nicht ausführen können. Aber es interessieren sich auch immer mehr Leute aus anderen Bereichen für den FeetUp, sei es aus dem Sportbereich oder aus der Rehabilitation. Durch das Yoga-Workout mit dem FeetUp kommt es beispielsweise zu viel schnellerer Muskelregeneration. Jeder kann sich damit die Vorteile, die man durch den Kopfstand hat, zu Nutze machen.

 

FeetUp Bavarian Makers
FeetUp Bavarian Makers

Jeden Tag einen Kopfstand machen – das stelle ich mir unangenehm vor. Was sind denn die Vorteile des Kopfstandes?

Nach etwa einer Woche kann ein Fünf-Minuten-Kopfstand am Morgen schon besser als Kaffee sein. Da es kein gewöhnlicher Kopfstand ist, sondern man von den Schultern getragen wird, gibt es keinen Druck auf die Halswirbelsäule, der Körper richtet sich durch das eigene Körpergewicht automatisch selber auf, der Nacken wird lang gezogen und die ganze Blutzirkulation im Körper wird angeregt. Anfangs haben wir gesagt, dass der FeetUp rein für den Kopfstand gedacht ist. Wir haben mittlerweile Poster mit über 100 Yogaposen, die man am FeetUp machen kann und bei denen man durch ihn unterstützt wird. Außerdem gibt es schon eine richtige Community rund um den FeetUp. Beispielsweise eine Facebookgruppe, in der Leute neue Ideen für Übungen am FeetUp teilen oder Bilder von sich und dem Hocker an verschiedenen Orten posten. Die Bandbreite, wie man damit trainieren kann, wird also immer größer. Das geht von einzelnen Yogaposen bis hin zu 45-Minuten-Workouts. Dadurch kommen mit dem FeetUp auch fortgeschrittene Yogis an ihre Grenzen. Das geht also gerade ganz schön durch die Decke.

FeetUp Bavarian MakersWorauf achtet ihr bei der Produktion des FeetUps?

Gerade in der Yogaszene spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle. Sie sollte aber auch ganz generell in jedem Bereich des menschlichen Handelns ein wichtigeres Thema werden. Wir produzieren den FeetUp komplett in Europa und für jeden verkauften FeetUp spenden wir Geld, mit dem ein neuer Baum gepflanzt wird.

Trainierst du selbst am FeetUp?

Ich habe eine komplette Routine am FeetUp. Nach dem joggen stelle ich mich erstmal fünf Minuten am FeetUp auf den Kopf und ich merke, dass ich danach viel konzentrierter arbeiten kann.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.