04/10/2015

Regina Späth (27), Markus Römer (27), Daniel Kloß (32)
Dress And Friends
Kleiderschrank-App

„Wenn du das Problem hast, werden das sicher 1000 andere Frauen auch haben.“

Mit der App Dress And Friends bringen Regina, Markus und Daniel Ordnung in die Kleidungsschränke der Unentschlossenen. Die App ist ein virtueller Kleiderschrank, soziales Netzwerk und Marktplatz für Gebraucht- und Neuwaren in einem. Die eigenen Outfits einmal abfotografiert und schon hat man seinen mobilen Kleiderschrank, kann bei der Freundin in den Schrank spitzeln und seine alten Klamotten auch wieder verkaufen.

Office

icon_interviewPULS: Hast du auch immer das Problem, dich für ein Outfit zu entscheiden, oder woher kommt die Idee zu einer Kleiderschrank-App?

Regina Späth: Ich hatte öfter das Problem, dass ich morgens zu lange vor dem Kleiderschrank stand und nicht wusste was ich anziehen soll, oder nicht mehr wusste, wie ich bestimmte Sachen kombiniert hatte. Ich habe dann einfach Outfit-Selfies gemacht. Das Problem war damals aber, dass diese Bilder zwischen den ganzen Essens- und Familienfotos gespeichert waren, weil es noch keine Ordnerfunktion gab. Mit dem Problem bin ich zu meinem Kumpel Markus gegangen und der meinte: „Wenn du das Problem hast, werden das sicher 1000 andere Frauen auch haben. Wieso machen wir nicht eine App draus?“ Wir  haben bis in die Nacht Skizzen gemacht und ich dachte mir nur: Oh Gott, da steckt viel Arbeit und ein hoher finanzieller Aufwand dahinter.

Wart ihr die ersten mit der Idee?

Es gab zwar schon ähnliche Apps, aber die waren alle nicht OOTDbesonders gut. Wir wollten das besser machen. Innerhalb von ein paar Tagen haben wir gemerkt, dass wir das alleine nicht stemmen können und haben uns ein paar Mitgründer gesucht:  einen Webentwickler, einen App-Entwickler und jemanden aus dem Bereich Sales. Ich habe mich auf Marketing, PR und Produktentwicklung konzentriert. Das Team stand noch in der ersten Woche fest und wir konnten loslegen. Das war Ende 2013. Die App kam dann Anfang 2015 raus. Innerhalb eines Jahres haben wir das durchgesponnen.

Welche Rolle spielen Outfits und Kleidung für dich persönlich?

Ich muss sagen, als ich die Idee hatte, war ich nicht die fashionaffinste in Nürnberg. Da ich mittlerweile jeden Tag ein Outfit hochlade, achte ich schon darauf, wie das aussieht. Dann schau ich mir unsere Fashion-Blogger an und hole mir tatsächlich selbst Inspirationen von unseren Usern – was ist gerade angesagt, wo kann ich mich inspirieren lassen, wo haben die Mädels das gekauft. Also spielt das mittlerweile schon eine sehr große Rolle für mich.

Meinst du, die Mädels haben dann nicht Angst, dass ihr Style kopiert wird?

Ich glaube, das ist das beste Kompliment, was man Beratungbekommen kann. Wenn alle meine neuen Schuhe lieben, dann können die nur cool sein. Ich finde, ein schöneres Kompliment gibt es nicht. Mich persönlich stört es null, wenn andere dieselben Schuhe tragen wie ich.

Was ist eure Zielgruppe?

Unsere Zielgruppe waren anfangs junge Mädels. Mittlerweile haben wir aber auch gemerkt, dass auch einige Männer diese App nutzen und auch sehr viele Frauen über 30. Meine Vision ist aber, dass alle diese App einmal nutzen – jeder geht gekleidet außer Haus und ich glaube, dass sich jeder schon mal die Frage gestellt hat: Was soll ich heute anziehen? Da würde ich sagen ist die Zielgruppe ganz groß.

Wie kommt die App bei den Usern an?

Wir bekommen durchweg positives Feedback von unseren Usern. Wir haben eine Nutzerzahl im fünfstelligen Bereich. Dafür, dass wir erst Anfang des Jahres auf den Markt gekommen sind, sind wir damit echt zufrieden. Es werden auch täglich immer mehr. Es gibt ein paar Momente, die uns ganz besonders glücklich machen, beispielsweise wenn eine Userin ein Selfie postet mit einem Schild in der Hand ‚I love you Dressandfriends‘.

Könnt ihr von den Erlösen der App leben?

5Momentan noch nicht, nein. Wir hoffen aber, dass sich das in naher Zukunft ändert. Wir mussten für den Traum, ein Startup zu sein sehr viel aufgeben und haben uns immer selbst finanziert. Ich habe mein Auto verkauft und einige Taschen mussten dran glauben. Wir sind aber sehr optimistisch, dass sich das bald positiv entwickelt.

 Aber ihr plant es für die Zukunft als festes Standbein, richtig? Ein eigenes Unternehmen?

Auf jeden Fall. Wir befinden uns auch bereits in Gesprächen und sind was das betrifft sehr optimistisch, dass das in naher Zukunft funktioniert. Meine To-Do-Liste für die App ist auf jeden Fall ganz lang, eben weil ich so perfektionistisch bin. Ich möchte die App gut und userfreundlich gestalten. Hierfür haben wir schon viele Funktionen in petto, die die App auf jeden Fall interessanter machen.

Hattet ihr Schwierigkeiten mit eurer App?

Bisher eher weniger. Das liegt daran, dass wir nie besonders Verkaufteure Funktionen verwendet haben und immer erst mal auf die Reaktion der User gewartet haben, um dann zu schauen ob die Funktion bleibt oder wieder herausgenommen werden muss. Immer nach dem Motto „Don’t worry be crappy“, denn die User geben einem schon das Feedback, ob es gut oder schlecht ist und daran haben wir uns immer gehalten. Das hat uns dann ermöglicht die App so kostengünstig wie möglich zu gestalten.

Was waren deine Zukunftsträume, also in Bezug auf die App?

Ein Riesentraum von uns wäre es, wenn Stars wie Miley Cirus oder Justin Bieber auf die App stoßen und ihren Kleiderschrank auf „Dress and Friends“ teilen würden. Weil deren Kleidung dann doch am interessantesten junge Leute wären.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.