16/04/2018

Markus Hoppe (28)
Hoppebräu
Craft-Bier aus Waakirchen

„Bier ist meine große Liebe!“

Markus Hoppe erfüllt sich den Traum eines jeden Bier-Liebhabers: Er baut sich seine eigene Brauerei. Bis dorthin war es ein langer Weg, der in der Garage der Eltern angefangen hat. Inzwischen gibt es sein „Hoppebräu“ in acht Sorten, von klassisch-bayerisch bis exotisch. Bis nach Mauritius hat das Brauen Markus schon geführt. Aber inzwischen braut er lieber daheim – nur ein Mal wäre er am liebsten wieder abgehauen.

icon_interviewPULS: Wie die meisten Craft-Brauer hast Du vor ein paar Jahren als Gypsy-Brauer angefangen, dich also in fremde Brauereien eingemietet. Jetzt baust Du deine eigene Brauerei. Warum?

Markus Hoppe: Mich hat gestört, dass ich es nie zu 100 Prozent in Hand hatte. Man muss als Mieter immer Kompromisse eingehen. Zum Beispiel, dass man nicht brauen kann, wann man will oder eine Abfüllung gerade nicht möglich ist. Außerdem ist an dem alten Spruch „Bier braucht Heimat“ wirklich was dran. Die Leute müssen sehen können, wo das Bier herkommt. Wir waren immer auf Reise, jetzt wird Hoppebräu sesshaft und ich freue mich brutal, dass ich bald schon in meiner eigenen Brauerei stehe und den Leuten zeigen kann, was ich mache.

Warum bist du überhaupt Brauer geworden?

Weil ich es wahnsinnig spannend finde, wie facettenreich und komplex das Thema Bier ist. Jeder trinkt Bier, aber keiner weiß, wie es eigentlich gemacht wird. Das war für mich der Grund, mich mal einzulesen. Ich fand es spannend und wollte mehr drüber lernen. So bin ich zum Bierbrauen gekommen und habe eine Lehre gemacht. Und danach hat mir mein Meister eine Stelle auf Mauritius verschafft.

Auf Mauritius?!

Ja. Es gibt eine Münchner Firma, die Sudhäuser auf der ganzen Welt baut und einen Brauer mitliefert, der sie in Betrieb nimmt. Ein bierfanatischer Mauritianer wollte eine Brauerei haben und hat mich dann quasi mitgebucht. Das war 2012, da war ich 21 Jahre alt. Ich war insgesamt 14 Monate dort und hatte eine tolle Zeit: Gebraut, immer beim Surfen gewesen, einfach ein schönes Leben.

Und warum bist du dann wieder zurück nach Oberbayern?

Weil die Insel sehr klein ist und irgendwann fehlen einem die Berge. Dann bin ich wieder heimgekommen. Und ich wollte mich auch noch weiterbilden auf der Akademie für Brauwesen. Währenddessen habe ich schon meine eigenen Biere gebraut, in der Garage meiner Eltern, auf einer kleinen Anlage, gasbetrieben, mit Kochlöffel zum Umrühren. 70 Liter Bier konnte ich dort machen. Die gingen an Familienfeiern, an den Sportverein, an Freunde und so ging es los.

Erstmal nur als Hobby, neben der Arbeit in größeren Brauereien. Warum hast Du irgendwann ganz aufs eigene Bier gesetzt?

Ich wollte Bier so brauen, wie ich es interpretiere und wie es mir am besten schmeckt. Bier kann so vielseitig und kreativ sein, das hat mir in der bayerischen Bierwelt ein bisschen gefehlt. Ich wollte zeigen, was alles möglich ist, auch innerhalb vom Reinheitsgebot. Ich wollte perfektes Bier brauen. Und Leuten zeigen, wie wertig Bier ist. Bier ist ein reines Massenprodukt geworden in den letzten Jahren. Wir sagen: Bier steht Wein in nichts nach. Es ist ein anderes Produkt, aber nicht schlechter. Es ist wahnsinnig komplex, spannend und meine große Liebe.

Was hat Dir gefehlt in der bayerischen Bierwelt?

Wir haben 200 Hopfensorten, 30 Malzsorten, unendlich viele Hefestämme. Und die Hellen, die Weißbiere und die Dunklen, die schmecken in ihrem Stil fast alle sehr ähnlich. Ich wollte zeigen, dass man auch ein IPA oder ein leichtes Bier mit wahnsinnig viel Geschmack brauen kann. Oder ein Stout, das in Fässern gereift ist. Das macht mir Spaß. Und so habe ich eben meine kreative Seite, die „Wuidbiere“, aber auch die klassischen Biere, Helles und Weißbier. Auch das Helle braue ich genau so, wie ich es mir vorstelle: Lang gelagert, richtig sauber gebraut, bekömmlich. Das hat den Aaaah-Effekt.

Ende 2018 soll deine eigene Brauerei fertig werden. Gab es auch mal einen Moment, in dem du dir gedacht hast, das wird ein viel zu großes Projekt?

Absolut. Als ich bei der Bank war, den Kredit unterschrieben habe und diese Summe gesehen habe, für die ich bürgen muss, ist mir schlecht geworden. Da hat es mir den Magen verdreht und ich hab mir gedacht: „Oh Gott, oh Gott, pack dein Zeug zusammen, ab zum Flughafen und weg. Mach was anders.“ Aber dann kam der Gedanke: „Nein, du machst es, du unterschreibst und gehst gestärkt aus der Sache raus. Mach es, so wie Du es dir vorgenommen hast. Und es läuft.“


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