29/10/2018

Chocolate3 - Schokolade aus dem 3D-Drucker

Benedikt Daschner
chocolate3

Meine Lust auf Schokolade wird sicherlich nie vergehen.”

Wie kriegt man Schokolade in jede erdenkliche Gestalt? Diese Aufgabe hat sich der Münchner Konditormeister Benedikt Daschner gestellt und arbeitet seither daran, einen 3D-Drucker für Schokolade zu entwickeln.

PULS: Wie kamst du darauf Schokolade in den 3D-Drucker zu füllen?

Benedikt Daschner: Ich bin Konditormeister und Bastler. Mein Herz schlägt für Schokolade. Also habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, eine neue Art der Schokoladenverarbeitung zu entwickeln. Ich habe im Januar 2018 angefangen mir das Thema 3D-Druck anzuschauen. Ein Freund, der viel in dem Bereich macht, hat mir einiges gezeigt. Das fand ich spannend, also habe ich mir selbst einen Drucker gekauft. Ich habe erst mit Kunststoff experimentiert. Nach einer Weile habe ich den Drucker auf Schokolade umgebaut. Seither baue ich ihn auch regelmäßig wieder zurück, weil ich mir die Teile, die ich für meinen Schokoladendrucker brauche, aus Kunststoff selbst ausdrucke.

Auf welche Probleme bist du beim Schokolade drucken gestoßen?

Die Probleme sind eigentlich endlos. Am Anfang war die größte Herausforderung, die Technik zu verstehen und zu modifizieren. Mittlerweile sind die Probleme viel kleinteiliger und komplizierter. Da geht es zum Beispiel um solche Sachen, wie: Wenn der Druck aufhört, tropft ein bisschen Schokolade nach, was am Ende nicht schön aussieht. Oder es geht um die Spritze. Wenn ein Druck läuft und die Spritze leer ist, drückt der Drucker einfach weiter bis er das ganze Gerüst zerreißt. Es sind auch viele Dinge in der Software, die ich versuche in den Griff zu bekommen. Damit der Drucker handhabbarer wird und ihn auch mal jemand verwenden kann, der ihn nicht so gut kennt.

Brauchst du zum Drucken eine spezielle Schokolade?

Nein. Meistens verwende ich eine sehr hochwertige Schokolade aus der Schweiz. Aber das ist genau das, was mich von den meisten anderen unterscheidet: Ich will mit meinem Drucker jede Schokolade verarbeiten können.

Wie wird die Schokolade schnell genug hart, wenn sie aus dem Drucker rauskommt?

Ich drucke in einem relativ gut gekühlten Raum bei zirka 18 Grad. Das hat sich als die beste Temperatur erwiesen. Wenn es kälter wird, leidet die Druckqualität darunter. Wenn es wärmer wird, wird die Schokolade nicht fest genug. Ich versuche gerade eine Box für den Drucker zu bauen, damit ich nicht mehr den ganzen Raum kühlen muss und den Drucker auch mal auf Events herzeigen kann.

Du bist Konditor und keinen klassischen Gründerweg gegangen. Wie kamst du dazu?

Grundsätzlich mag ich das Prinzip „no risk, no fun“. Als ich aus der Meisterschule raus kam, habe ich gemerkt: Ich brauche meine Freiheiten. Zuvor war ich für ein paar Monate in Graz Produktionsleitung für ein Startup, das zuckerfreie Pralinen gemacht hat. Da habe ich dann relativ überraschend erfahren, dass das Geld aus ist und ich wieder nach Hause darf. Eigentlich war danach der Plan: Ich suche mir jetzt wieder einen Job, in dem ich längerfristig glücklich werde. Das hat sich in der ersten Zeit nicht ergeben und da habe ich gesagt: Okay, ich nutze die Zeit, die ich habe, für meine Idee. Mittlerweile mache ich es in Vollzeit und jetzt steht an, das Ding zur Marktreife zu bekommen.

Was macht dich so sicher, dass dein Startup zur Marktreife gelangt?

Weil jeder Schokolade mag. Es spricht einfach jeden an. Wenn man sie dann noch in einer schicken Form präsentieren kann, sind es pure Emotionen. Die meisten kommen und sagen: Hey, das ist so schön, fast zu schön zum Essen.

Wie finden dich deine Kunden?

Ganz viele sind über meine Crowdfunding-Kampagne auf mich aufmerksam geworden. Ich habe auch ein paar Pressemappen verschickt. Die Webseite ist so weit, dass sie bei Google gefunden wird, darüber kommen auch einige. Und sonst funktioniert im Moment auch viel über das private Netzwerk. Häufig ist es so: Einer, der die Schokolade geschenkt bekommen hat, kommt drei, vier Monate später auch zu mir und will sie auch jemandem schenken.

Was war das bisher verrückteste Schoko-Objekt das du gedruckt hast?

Das bisher verrückteste Objekt mit dem ich seit einem halben Jahr rechne, ist noch nicht in Auftrag gegeben worden: Schokoladen-Penisse. Mein ganzer Freundeskreis spricht schon lange davon.

Wie schaffst du es nicht den ganzen Tag Schokolade zu essen?

Ich esse sicherlich jeden Tag mindestens zwei, drei Stück. Aber diese endlosen Mengen interessieren einen irgendwann gar nicht mehr. Man hat auch die ganze Zeit diesen süßen Geruch in der Nase – da will man lieber etwas Pikantes. Wobei meine Lust auf Schokolade sicherlich nie vergehen wird.

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