09/05/2018

Jasmin Neuefeind (25)
Bravaria
BHs für asymmetrische Brüste

„Viele Frauen fühlen sich dank Bravaria wohler mit ihren Brüsten.

Zwischen 60 und 80 Prozent der Frauen haben asymmetrische Brüste. Mal sieht man den Unterschied kaum, mal handelt es sich um ganze zwei Cupgrößen. Und trotzdem ist der Online-Shop von Jasmin Neuefeind der erste weltweit, in dem sich Frauen einen BH zusammenstellen können, der den Größenunterschied zwischen ihren Brüsten perfekt ausgleicht.

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PULS: Warum hast du dich entschlossen, Bravaria zu gründen?

Jasmin: Der ausschlaggebende Moment war auf einer Übernachtungsfeier. Wir waren alle in Schlafklamotten und eine Freundin hatte immer ihre Arme verschränkt vor der Brust – wir haben sie dann gefragt, was los sei. Nach längerem Nachbohren hat sie uns gestanden, dass sie sich dafür schämt, dass sie sichtbar ungleich große Brüste hat. Nämlich ein A-Körbchen und auf der anderen Seite ein C-Körbchen.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich da das erste Mal von so einer Problematik gehört habe. Mein Gedanke war gleich: Dann kauf dir halt nen BH, der dafür gemacht ist. Das es sowas nicht gibt, konnte ich überhaupt nicht glauben.

Ich hab’s dann selbst gegooglet, weil ich dachte, sie irrt sich. Es gibt ja eigentlich alles im Netz. Aber nichts – stattdessen nur Tipps, wie man die Brüste kaschieren oder operieren kann. Das war dann auch der ausschlaggebende Punkt für meine Erfindung. Es kann doch nicht sein, dass es als unnormal abgetan wird, wo es doch so viele Frauen mit unterschiedlich großen Brüsten gibt.

Was war die größte Hürde für dein Start-Up?

Die größte Hürde war, einen passenden Lieferanten zu finden. Als Start-Up hast du ja meist Anlaufschwierigkeiten, aber bei mir lag es wirklich am Produkt. Die meisten haben gar nicht verstanden, was ich eigentlich von ihnen will. Ich habe sicher 600 Emails verschickt und 100 Gespräche geführt. In 90 Prozent der Fälle war das echt frustrierend – die Lieferanten waren Männer und haben das Problem nicht gesehen. Die dachten immer zuerst, es geht um Push-Up BHs. Sie haben auch überhaupt nicht geglaubt, dass es für meine speziellen BHs eine Nachfrage gibt. So kann man natürlich nicht zusammenarbeiten.

Der Lieferant muss das Produkt ja verstehen. Ich habe im Endeffekt genau zwei Frauen gefunden, die Prototypen liefern konnten, weil sie auch eine Vision davon hatten, wie die BHs aussehen könnten.

Wie funktionieren die BHs?

Meine Freundin mit den asymmetrischen Brüsten hat mich inspiriert. Sie kauft sich immer zwei BHs – einen in A und einen in C – zerschneidet ihn mittig und näht die passenden Teile wieder zusammen. Der BH passt dann zwar, man sieht aber trotzdem die Asymmetrie durch‘s Shirt. Dieses Prinzip habe ich abgewandelt: Ich orientiere mich an der größeren Brust. Dann produziere ich quasi einen C-Cup, setze aber auf der kleineren Brustseite einen A-Cup ein und fülle den Zwischenraum bis auf C auf. So sitzt der BH an beiden Brüsten gut und man sieht auch keinen Unterschied mehr nach außen.

Was war mit Bravaria dein schönstes Erlebnis bisher?

Das krasseste und schönste war eigentlich als mir ein Mädel geschrieben hat, dass sie ihren Brust-OP Termin wieder abgesagt hat, weil sie Bravaria entdeckt hat. Das gab ihr Hoffnung. Sie meinte, sie hätte da das erste Mal kapiert, dass sie nicht zu einer Minderheit gehört, sondern zu einer Mehrheit, weil eigentlich voll viele Frauen ungleiche Brüste haben. Sie wollte sich dann nicht mehr für etwas unters Messer legen, was einen Großteil der Frauen betrifft.


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