19/05/2017

Michael André Ankermüller (28)
Blog Bohème
Internationaler Blog aus Augsburg

„Das ist eine Leidenschaft, die ich da ins Netz gestellt habe“

Eigentlich stand ein Blog bei Michael André Ankermüller nie auf der To-Do-Liste. Stattdessen hat der gebürtige Augsburger fast alles ausprobiert, was man mit dem "Interessengebiet Medien" so alles machen kann: Werbeagentur, Social Media-Beratung, Arbeit in den Pinakotheken. Durch ein Uni-Seminar bekam er den Auftrag einen Blog zu launchen - mittlerweile ist der Blog Bohème zu seinem Lebensmittelpunkt geworden. Im Interview erzählt er, wie ihn die bayerische Kleinstadtöde inspiriert hat und warum Bohéme auch bayerisch ist.

Michael Andre Ankermüller

PULS: Du hast über 5000 Follower auf Facebook. Was unterscheidet den Blog Bohème von den anderen Blogs im Netz?

Michael André Ankermüller: Das ist eine schwierige Frage, auf die man ja fast nur überheblich antworten kann. Ich glaube diese Blogwelt ist voll von totalem Nonsens und irrelevanten Inhalten. Viele Blogs existieren nur, weil damit Geld verdient werden soll. Und der Blog Bohème: Das ist eine Leidenschaft die ich da ins Netz gestellt habe – nicht nur um Kohle zu machen. Ich denke, dass man das merkt.

Warum eigentlich der Name „Blog Bohéme“?

Michael Andre AnkermüllerDer Name ist inspiriert von der alten Bohème, mit ihren ganzen Künstlern, Literaten und Intellektuellen. Die haben es sich zum Lebensziel gemacht, genau das zu tun, auf was sie Lust haben – ohne auf irgendwelche  Konventionen achten zu müssen. Auf meinem Blog habe ich auch so ein ähnliches Themenspektrum: Von Reisen, Lifestyle und Mode zu Literatur, Kunst, Musik und Persönlichem ist alles dabei.

Wie wählst du deine Themen aus?

Das ist eigentlich ganz banal. Wenn mir was gut gefällt, dann denke ich mir: Ah, da könnt ich was drüber schreiben. Das denke ich mir bei Ländern,  in die man reisen könnte, spannenden Hotels oder Restaurants. Es ist schon ein ziemlich persönlicher Ansatz. Eigentlich ist der Blog so ein Abbild von mir und meinen Interessen. Und weil ich Bayer bin ist er auch bayerisch – aber gleichzeitig auch international.

Ist das nicht ein krasser Kontrast: Bayerische Kleinstadt und gleichzeitig ein Blog über Lifestyle und Reisen. Hat dich das in besonderer Weise gepusht?

Ich hab in Nürnberg, Eichstätt, Augsburg und München Michael Andre Ankermüllergewohnt – also meistens ziemliche Pampa. Manchmal hat mir schon die Internationalität gefehlt. Der Blog war da eine wunderbare Möglichkeit zu zeigen, dass es total egal ist, wo man herkommt – man kann trotzdem international sein. Und es war auch die richtige Umgebung, um sich auf den Blog konzentrieren zu können (lacht). Ich weiß nicht ob ich den Blog gemacht hätte, wenn ich in Berlin oder New York gewesen wäre.

Wann hast du gemerkt, dass du den Blog zu deinem Job machen willst?

Insgesamt hat es zwei Jahre gedauert, bis ich vom Blog leben konnte. Anfangs war es ziemlich hart: Türklinken putzen, Freunde fragen ob sie mal den Link teilen und Aufkleber überall hin kleben. Dass ich den Blog zu meinem Job machen will, habe ich Mitte letzten Jahres gemerkt. Da habe ich festgestellt, dass ich am Monatsende mehr Geld über meinen Blog verdient habe, als über meinen Job. Ohne Job könnte ich noch viel mehr Zeit in meinen Blog investieren, dachte ich mir. Dann habe ich gekündigt.  Aber natürlich war es auch eine Entscheidung für meine Leidenschaft: Reisen, Fotografieren, mein eigener Chef sein. Und jetzt hab ich die volle Freiheit und kann mich auf mein Baby konzentrieren.

Bestimmt gab es auch Steine auf dem Weg, oder?

Michael Andre Ankermüller

Ja, da gab es einiges! Einmal wurde mein Blog gehackt. Die komplette Datenbank war verschwunden, alle Bilder, die ich gemacht habe, waren weg. Da wollte ich mit dem Blog eigentlich aufhören. Das war eine ziemlich heftige Geschichte. Es kamen dann viele Mails von Lesern und meine Freunde meinten: „Du hast die letzten zwei Jahre nichts anderes gemacht, warum das jetzt einfach aufgeben?“ Und dann dachte ich mir: Ja stimmt eigentlich – und hab weitergemacht.

Und was war das schönste Erlebnis?

Ach, da gab es ganz viele! Einerseits sind es natürlich die Reisen, die ich machen kann.  Aber was ich am Besten finde, sind die vielen tollen Leute, die ich kennenlerne: Musiker, Schriftsteller, Literaten, andere Journalisten. Kein Geld, keine Turnschuhe, keine Klamotten, sondern die Menschen sind das Schönste.

Wie lange kann man so einen Blog machen, bis einem Langweilig wird?

Ich glaube man kann Magazine und Blogs tatsächlich ganz Michael Andre Ankermüllerschön lange machen. Ich bin jetzt 28 und kenne Leute, die Anfang 40 sind und ihre Kinder von solchen Blogs ernähren. Ich möchte den Blog immer haben. Der Blog Boheme soll auch offline interessant sein. Ich überlege, ob ich mal mein eigenes Produkt entwickeln soll, eine Klamotte zum Beispiel. Und ich würde gerne ein „Open-House-Projekt“ machen, eine Casa Bohème, wo die Leute co-working machen können, Yoga, zusammen arbeiten. Also ich hab da noch viel geplant in der Zukunft.


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