16/08/2017

David Ikic (22)
AREA Clothing
Streetwear aus Neusäß bei Augsburg

„Wenn dir Boateng sagt, dass er deine Sachen feiert, bestätigt dich das in deinem Weg“

Der 22-Jährige David Ikic entwirft mit seinem Label AREA seit drei Jahren international gefeierte Streetwear. Aber nicht in London, Paris oder Berlin - sondern in Neusäß bei Augsburg. Mit seinem individuellen Style hat er es geschafft, sogar internationale Stars für seine Kleidung zu gewinnen.

David Ikic/AREA Clothing

PULS: Obwohl es derzeit so viele neue Modelabels gibt, hast du dich dennoch dazu entschlossen, diesen Weg zu gehen. Wie kam es dazu?

David Ikic: Das ist eine sehr gute Frage, weil die Konkurrenz einfach riesen groß und der Markt total umkämpft ist. Aber bei mir ist das aus dem Zufall entstanden, es war nie so geplant. Ich habe für mich genäht, um meine Outfits individuell zu machen. Und dann kamen immer mehr Anfragen, ob ich das nicht auch für andere Leute machen könnte. Es wurde immer mehr und mehr, so dass ich mit 19 gesagt habe: Jetzt wage ich den Schritt einfach mal. Mittlerweile bin ich 22 und es ist super aufgegangen. Aber vielleicht auch deshalb, weil es nie mein Plan war und ich mir nicht übermäßig Druck gemacht habe.

Du wohnst in Neusäß bei Augsburg und produzierst da auch alles. Warum kam es für dich nie in Frage, wie so viele andere auch nach Berlin oder München zu ziehen?

Ganz einfach, weil ich mich zuhause total wohl fühle. Ich will mich nicht gezwungen fühlen, nach Berlin zu ziehen, nur weil es viele andere machen. Außerdem bin ich auch stolz darauf, Bayer zu sein. Hier ist es einfach schön. Wir sind schnell am Meer, am Gardasee oder in den Alpen. Alleine die Nähe zu den Bergen genieße ich total. Da wurden auch schon viele Shootings für meine Kollektionen gemacht. Manchmal dient mir das auch als Inspirationsquelle – auch wenn ich ja Streetwear mache.

Wenn man deinen Instagram-Feed oder deine Website anschaut, fallen einem natürlich sofort die ganzen Promis auf, die deine Kleidung tragen. War es schwer Jerome Boateng oder Renato Sanches dafür zu bekommen?

Ach, das läuft eigentlich immer ganz easy ab. Ich kontaktiere die Promis meist über die sozialen Medien. Mir ist es dabei aber ganz wichtig, nicht aufdringlich zu sein. Also ich schreibe sie nicht an und sage: „Hier hast du eine Summe Geld und meine Klamotten, bitte poste mal ein Bild davon!“ Das ist mir zuwider. Ich schreibe die Leute an und frage sie einfach nach ihrer Meinung, ganz locker. Und ich glaub‘, das ist es auch, was ankommt. Und im besten Fall – wie es zum Beispiel bei Jerome Boateng oder Renato Sanchez war – finden sie die Sachen gut und wollen sie tatsächlich tragen.

Und wie läuft das dann, nachdem man sich kontaktiert hat und die Promis die Sachen gut finden?

Das mit Jerome war zum Beispiel wirklich mega witzig, weil ich damals noch eine richtig schreckliche Homepage hatte. Und mein Instagram-Feed war genauso schrecklich. Trotzdem hat ihm die Jacke gefallen und er hat mir geschrieben, dass ich zu ihm nach München kommen soll. Du musst dir vorstellen, dass diesem Typen jeden Tag hunderte von Labels schreiben, die viel professioneller sind als ich. Dann bin ich zu ihm gefahren und wir haben die Bilder an der Säbener Straße gemacht. Jerome ist wirklich ein unglaublich sympathischer und bodenständiger Typ.

Würdest du da auch von einem Highlight deiner noch jungen Karriere sprechen?

Total! Weil es einfach auch eine große Anerkennung und Selbstbestätigung ist. Wenn diese ganzen Prominenten, die jeden Tag so viele Angebote bekommen, dir hinter den Kulissen sagen, dass sie deine Sachen feiern. Das ist einfach ein total schönes Gefühl und bestätigt mich auch, diesen Weg weiterzugehen!

Hast du denn auch so dein Baby, wenn du deine Kollektion anschaust?

Die Babys sind sicher die Jacken. Mit denen habe ich angefangen und die laufen auch am besten. Mit denen identifiziere ich mich auch am meisten. Aber explizit ein Einzelstück, das mir am besten gefällt, habe ich nicht.

Wie geht’s bei dir jetzt weiter?

Ich bin einfach ein sehr großer Fan von allen Social-Media-Kanälen. Und da kommt in nächster Zeit auf alle Fälle wieder viel. Videos auf YouTube zum Beispiel, bei denen es mehr um mich als um das Produkt geht. Aber auch die neue Jacken-Kollektion wird intensiver beworben – dass die hoffentlich im Herbst auch wieder durch die Decke geht. Und dann stehe ich gerade im Kontakt mit einigen bekannten Namen. Da kann ich jetzt aber leider nicht konkreter werden. Außerdem habe ich noch ein Projekt, das sich um Vintage- und Second-Hand-Clothing dreht. Das wird dann auch noch in meine neue Kollektion mit reingenommen. Es wird auf jeden Fall interessant für mich werden.


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