04/10/2015

Andreas Mall (23), Sami Sigl (25), Sari Sigl (23) und Felix Brach (22)
Almighty Boards
Longboards für die Slackline

“Wenn wir geschäftlich irgendwelche Differenzen haben, darf man das nicht auf die Freundschaft übertragen”

Kein Park, in dem nicht eine Slackline zwischen zwei Bäumen gespannt ist: Seiltanzen ist Trend – genau wie Longboards. Warum also nicht beides zusammenbringen? Das haben sich fünf Jungunternehmer aus Egenhofen gedacht und einen neuen Actionsport erfunden – samt Sportgerät. Das Slackdeck.

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icon_interviewPULS: Ihr habt nach der Schule nicht sofort die Landflucht ergriffen. Warum?

Felix Brach: Also einerseits gibt es natürlich Vorteile daheim zu wohnen: Hotel Mama und so. Aber auch sonst, in der Stadt hat man nie seine Ruhe, es sind immer Leute um einen herum. Draußen auf dem Land ist es einfach anders, da hat man auch mal eine halbe Stunde nur für sich. Ich find’s wunderbar.

Andi Mall: Bei mir ist’s genauso. Ich find’s super auf dem Land draußen. Da legst du dein Longboard auf die Straße und kannst ohne Ende vor dich hin rollen, Musik reintun und einfach nur gedankenverloren vor dich hin düsen. Außerdem haben wir einen riesigen Freundeskreis. Jeder kennt jeden und das ist der Hammer.

Ihr macht Decks für Slacklines. Das sind ja zwei Dinge, die höchstwahrscheinlich die gleiche Zielgruppe ansprechen, aber nicht zwangsläufig zusammenpassen. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen?

Almighty BoardsSari Siegl: Angefangen hat das am See. Wir haben uns da getroffen, die meisten sind mit dem Longboard gekommen, ein paar mit dem Fahrrad, wir hatten einen Beachvolleyball dabei. Irgendwann haben wir das Longboard auf die Slackline gestellt und versucht, das ein bisschen auszubalancieren. Das hat leider nicht so funktioniert. Da war klar, dass wir ein Board für die Slackline brauchen.

Und was war dann der nächste Schritt?

Sari: Wir haben einen Prototypen gebaut, verschiedene Bewegungen auf dem Deck getestet und überlegt, wie man die Bewegung und das Board unter einen Hut bringen kann.

Felix: Am Anfang war das halt einfach nur Ausprobieren. Wir sind ein bisschen herumgehüpft, immer mit Sicherungsleine. Es ging ja auch wirklich nur um Spaß.

Sari, du studierst Holzingenieurwesen. Hast du die Decks in der Uni gebaut?

Sari: Wir haben von Anfang an in der Werkstatt von meinem Almighty BoardsDad gearbeitet, getüftelt und uns ausprobiert. Die ersten Prototypen habe ich zwar alleine gebaut, aber als ich dann wusste, wo ich Hilfe brauche, haben wir dann noch mehrere Leute dazu geholt.

Ihr wart damit auf einer Jungunternehmer-Messe in Fürstenfeldbruck. Was hat euch dahin verschlagen?

Andi: Nachdem uns klar war, dass wir eine Firma gründen wollen, bin ich in die IHK-Hauptzentrale gefahren und habe mich da mit einem Berater getroffen. Der war so begeistert von unserer Idee, dass er uns geraten hat, zur Jungunternehmer-Messe zu gehen. Da standen wir dann einen Monat später. Größtenteils waren da kleine, selbstständig arbeitende Unternehmen, die nicht länger als fünf Jahre im Geschäft waren. Alle waren jedoch vor allem darauf ausgelegt im Landkreis zu bleiben und da einen festen Kundenstamm aufzubauen – wir wollten natürlich eine größere Reichweite. Insofern haben wir uns schon von den restlichen Teilnehmern unterschieden. Und wir sind wir sogar Erster geworden.

Und mit Freunden Business zu machen, ist das nicht eine ziemliche Herausforderung?

Sari: Da haben wir am Anfang einen ziemlich guten Rat bekommen, von jemandem von der Sparkasse. Der hat gesagt, man müsse Freundschaft und Geschäft trennen. Wenn wir geschäftlich irgendwelche Differenzen haben, darf man das nicht auf die Freundschaft übertragen. Das passt halt schlicht und ergreifend nicht.

Wie geht es mit den Slackdecks weiter?

Almighty BoardsAndi: Wir sind gerade dabei, auf einer Line verschiedene Tricks zu machen. Und jetzt haben wir in einer Baumgruppe mehrere Lines in einem Netz übereinander gespannt und springen dann von Line zu Line. Unser Ziel ist es, die Line irgendwann so hoch zu spannen, dass man nicht mehr auf dem Boden aufkommt. Die Tricks dann dort zu machen, ist dann nochmal ein Stückchen schwieriger, weil einfach die Stabilisation vom Boden fehlt.

Felix: Wir würden das Slackdeck auch gerne in die Sport-Therapie integrieren. Slacklines werden da mittlerweile schon verwendet, nur hat man darauf eben ein begrenztes Übungsspektrum. Da wäre das Board eine super Ergänzung.

Andi: Außerdem wollen wir 2016 auf die ISPO kommen. Ich denke, dass wir das schaffen werden.

Gibt es noch einen Rat den ihr weitergeben würdet?

Felix: Ganz wichtig ist es, Freunde und Familie zu überzeugen. Die müssen natürlich ehrlich sein.

Andi: Und: Wenn man eine Idee hat, mag sie noch so blöd klingen, soll man es einfach probieren

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.