04/10/2015

Max Sendner (21)
9t3
Streetwear aus Schwabach

“Ich hatte was ganz anderes vor. Ich hab früher bei Greuther Fürth Fußball gespielt”

9t3 ist ein richtiges Familienunternehmen. Seit Max sich vor vier Jahren von seiner Mutter eine Strickmütze gewünscht hat, ist der Kundenkreis immer größer, die Produktpalette immer umfangreicher geworden. Und Max hat nebenbei auch noch selbst nähen gelernt. Bedruckt werden die Klamotten alle in Fürth, und mittlerweile auch komplett in Europa hergestellt. Zum Teil auch immer noch daheim in Schwabach.

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icon_interviewPULS: Max, du bist 21 und leitest ein Klamottenlabel. Hattest du das immer schon geplant?

Max Sendner: Nein, überhaupt nicht, ich hatte was ganz anderes vor. Ich hab früher bei Greuther Fürth Fußball gespielt, auch in der Jugendbundesliga. Ich bin auf die Berthold-Brecht-Sportschule gegangen – also eigentlich war da der Fußball-Weg schon vorgezeichnet. Aber irgendwann kommt der Moment, in dem man sich für eine Sache entscheiden muss. Profisportler zu werden ist jetzt auch nicht so wahrscheinlich, das ist ein harter Weg. Und der Sport ist ja nicht weg: Ich arbeite nebenbei auch als Fitness-Instructor. Ich habe mich dann entschlossen, mein Abi zu machen und Textildesign zu studieren. Für meine Bachelorarbeit entwerfe ich eine Running-Kollektion für 9t3.

Wie hat denn mit 9t3 alles angefangen?
Das war vor vier Jahren – ich hab meine Mutter gefragt, ob sie mir eine 9t3Mütze stricken kann. Das hat sie gemacht und dann wollten ein paar Freunde auch eine haben. Also haben wir denen auch welche gemacht. Das hat immer weitere Kreise gezogen. Ich habe dann auch angefangen, Shirts selber zu nähen und zu bemalen. Das erste war natürlich eher so ein Do-it-yourself-Teil, aber man wird ja immer besser. Meine Mutter hat mir alles beigebracht, was sie so drauf hat. Irgendwann waren wir an dem Punkt, wo wir das nicht mehr alleine geschafft und uns nach einer Näherei umgeschaut haben.

Wo lasst ihr eure Sachen denn produzieren?

So viel wie möglich lassen wir in Deutschland produzieren, das sind mittlerweile ungefähr 85 Prozent. Von der alten Kollektion kamen noch ein paar Teile aus Asien. Inzwischen 9t3haben wir aber einen Produzenten in Portugal gefunden. Wir achten auch immer drauf, dass alle unsere verwendeten Materialien GOTS- oder FairWear-zertifiziert sind. Das Global Organic Textile Standards Siegel ist ja das weltweit verbreitetste Siegel für nachhaltige Textilien. Das meiste passiert aber in unserer Näherei in Chemnitz. Das war von uns aus die nächste, die wir gefunden haben. Die Textilbranche in Deutschland wird ja immer mehr ins Ausland ausgelagert, gerade was Nähereien angeht. In Bayern haben wir da leider echt nichts Vergleichbares gefunden. Mir war es ganz wichtig, dass wir sagen, wir gehen nicht ins Ausland. Wir wollen auch unsere Region bereichern und stärken. Bedruckt werden alle unsere Klamotten gleich hier in Fürth.

Nähst du auch noch manchmal selbst?
Wenn Not am Mann ist, auf jeden Fall! Wir sind ja nach wie 9t3vor ein richtiges Family-Business. Meine Mutter näht zum Beispiel alle Kinderhosen noch selber. Ich hab‘ in letzter Zeit ein bisschen zurückgesteckt, auch wegen des Studiums und weil ich mich ja auch um das Marketing und die Website kümmere. Aber involviert sind alle bei uns. Meine Freundin unterstützt uns, mein Dad hilft manchmal im Lager aus, und mein Opa bastelt unsere Messestände.

Dein Lieblingsstück?

Auf jeden Fall die Jogginghose in Jeansoptik und zwar in schwarz, die hab ich selbst fast jeden zweiten Tag an.

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