04/10/2015

Maximilian Seitz (18)
Maximilian Seitz
Modedesigner und Instagrammer

„Jeder soll so rumlaufen, wie er möchte – egal ob verrückt oder trashig“

Im "Real Life" macht er eine Ausbildung zum Verkäufer – im Internet ist er ein erfolgreicher Modedesigner. Dank seiner regen Aktivität in den sozialen Medien hat sich der Schweinfurther Maximilian Seitz eine riesige Fangemeinde aufgebaut.

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icon_interviewPULS: Maximilian, du hast über 41.000 Likes bei Facebook, über 21.000 Leute folgen dir auf Instagram. Wie hast du das hinbekommen?

Maximilian Seitz: Ich weiß es nicht genau, ich habe keine Strategie oder sowas. Ich bin eher der spontane Typ und plane eigentlich nichts. Vielleicht gefällt den Leuten genau das. Natürlich kenne ich inzwischen einige Regeln: Abends gehen die Likes nach oben, weil mehr Leute online sind, Selfies funktionieren eher auf Instagram, Marken eher auf Facebook. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich vieles aus meinem Leben preisgebe. Aber wenn ich etwas poste, stehe ich dahinter und ich kenne meine Grenzen. Ich würde mich nie nackt posten, nur um Likes zu bekommen.

Ist Modemachen und -Bloggen dein Hauptberuf?

Nein. Zur Zeit mache ich eine zweijährige Ausbildung zum Verkäufer im Lebensmittelbereich. Sie geht noch ein Jahr. Es ist mir wichtig, etwas Festes in der Hand zu haben, wenn es mit der Modekarriere nicht klappt.

Wie würdest du dir deine Karriere vorstellen?

Maximilian SeitzIch möchte mein Modelabel betreiben und ausweiten. Momentan arbeite ich an der dritten Kollektion. Dazu möchte ich in Zukunft auch so etwas wie eine Agentur aufbauen, mit der ich andere Talente im Showbereich fördere: Models, Youtuber oder Blogger zum Beispiel. Ich habe bereits viel Schönes erlebt, etwa die Fashion Week in Berlin im Januar 2015. Wir sind als kleines Team angereist, haben viele Leute kennengelernt und hatten eine geniale Zeit zusammen. Das möchte ich weitergeben.

Fühlst du dich in Schweinfurt als Modeblogger allein auf weiter Flur?

Es gibt hier nicht so viele Leute, die das Gleiche tun wie ich. Daher bin ich ein stadtbekannter Vogel. Wenn ich in der Stadt einkaufen gehe, kommen manchmal viele Leute auf mich zu und wollen ein Foto machen. Aber ich liebe Schweinfurt über alles. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, und würde gerne mein Leben lang hier bleiben – wobei es wohl früher oder später darauf hinauslaufen wird, dass ich in eine Großstadt ziehe, weil ich dort in der Modeszene mehr Möglichkeiten habe.

Wieso ist dir Mode so wichtig?

Mode begleitet mich, seit ich klein bin. Es ist mein Maximilian Seitz
Lebensinhalt. Meine Oma hat meinen Stil geprägt. Ich kenne niemanden in ihrem Alter, der so gut gekleidet ist wie sie. Sie hatte immer das neueste Zeug von Chanel und so an. Ich möchte mit meinen Kollektionen anderen Leuten Mut Machen, dass sie sich etwas trauen – wie meine Oma. Jeder soll so rumlaufen, wie er möchte – egal ob verrückt oder trashig.

Wie kamst du zum Bloggen?

Im August 2012, mit 15, habe ich aus Interesse einen Facebook-Kanal gegründet. Ihn mit Bildern zu füllen, macht mir Spaß: Ich kann damit ganz viel ausdrücken, etwa wie ich mich fühle oder was mich bewegt. Später habe ich noch einen Instagram-Kanal angelegt und eine Webseite erstellt. Nach einer Weile ist die Fangemeinde gewachsen und die ersten Marken haben angefragt, ob ich sie vorstellen würde. Dabei arbeite ich gerne mit kleinen Labels zusammen und stelle sie vor. Die schicken mir dafür kostenlos Klamotten, Geld verdiene ich damit keines. An großen Labels habe ich kein Interesse.

Wer surft auf deinen Seiten?

Die meisten sind Mädchen ab 14 Jahren. Es kommen aber auch ältere Muttis auf meine Seite, das überrascht mich immer wieder.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.