04/10/2015

Tim Binder (27) und Mathias Hasselmeier (30)
KlotzaufKlotz
Holzmanufaktur in Eichstätt

 „Ich bin eher der Koch, er ist der Schnippler“

Unter dem Label KlotzaufKlotz stellen Webdesigner Tim (27) und Schreiner Mathias (30) seit vier Jahren Wohnaccessoires und Küchenutensilien aus Holz her. Tim kümmert sich um den Vertrieb und das Marketing – Mathias ist fürs Holz zuständig. Kochen tun beide gern.

DSC_9003 (Kopie)

icon_interviewPULS: Was fasziniert euch so am Material Holz?

Tim Binder: Das ist einfach ein wunderschöner Werkstoff. Jedes Produkt sieht irgendwie doch anders aus, hat eine andere Maserung. Wenn man mit Holz  produziert, lässt man sich immer wieder auf was Neues ein, es ist lebendig. Die Haptik von Holz ist einfach etwas besonderes – so in dieser Form hat die unserer Meinung nach kein anderer Werkstoff. Und wir lieben einfach selbst Holzmöbel und Holzaccessoires in der Küche und in der Wohnung.

Entwickelt ihr die Ideen für eure Holzmanufaktur gemeinsam oder wie kommt ihr die Ideen für Wanduhren, Tablet-Ständer und Küchenutensilien?

DSC_0203Oft gibt’s im Alltag Situationen, in denen wir denken: „hey, hier fehlt uns noch ein passendes Produkt im Sortiment,“ weil wir das einfach selbst cool finden und Verwendung dafür haben. Dann probieren wir das einfach aus und versuchen eine coole Variante davon zu entwickeln. Meistens kommt der Mathias mit einer Idee und testet dann erste Prototypen. Und dann schauen wir, ob die Produkte im Online-Shop gut ankommen – oder eben auch nicht.

Kocht ihr beiden denn selbst gern? Ihr stellt ja besonders viele Küchenutensilien her.

Also ich koche sehr gern und der Mathias auch, vielleicht nicht ganz so viel wie ich. Ich bin da eher der Koch – aber wir können schon beiden was damit anfangen. Die Eierbecher-Idee zum Beispiel kam von mir. Der Messerblock war Mathias‘ Idee. Er ist wahrscheinlich eher der Schnippler.

Welche Rolle spielt denn Bayern für eure Produkte?

Letztendlich kommen wir beide aus Bayern, das ist halt DSC_8769unsere Heimat mit der wir schon auch verbunden sind. Heimat bedeutet für mich meine Wurzeln. Da komme ich her. Das ist so eine Basis. Wir leben hier gerne, wir mögen die Leute, haben hier unsere Freunde, unser Umfeld, das wir nicht missen möchten und deswegen spielt das schon eine wichtige Rolle für uns, hier zu sein. Wenn wir jetzt aber woanders aufgewachsen wären, wär das wahrscheinlich genauso.

Kommt euer Holz auch hier aus Bayern?

Teils, teils. Also wir versuchen das möglichst regional zu beziehen. Wir legen da schon sehr großen Wert auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Aber wir merken auch, dass noch nicht in allen Bereichen klappt. Wir versuchen aber das nach und nach zu optimieren und das Holz möglichst regional zu beziehen.

 Schreinert der Mathias alles selbst? Seid ihr quasi eine Ein-Mann-Werkstatt?

wanduhr_nussbaum_1020x680Zum Größtenteil ist das eine Ein-Mann-Werkstatt, es ist aber schon so, dass die Family ein bisschen mithilft. Mathias‘ Papa macht zum Beispiel auch viel und seine Schwestern müssen immer mal wieder ölen. Wir haben gewaltig Unterstützung aus unserem näheren Umfeld, ohne die wir das auch nicht schaffen würden.

Was würdest du sagen, war die größte Schwierigkeit auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Vor allem die Entscheidung, überhaupt zu gründen. Verlassen wir uns jetzt wirklich zu 100 Prozent auf das, was wir getan haben oder was wir bis jetzt entwickelt haben und gehen wir den Schritt in die komplette Selbstständigkeit? Ich glaube das Vertrauen zu haben, in das, was man da tut, ist das Schwierigste. Natürlich hat man auch die Angst, dass es vielleicht irgendwann nicht mehr so läuft und grad beim Mathias ist es ja auch so, er muss noch drei Kinder ernähren. Letztendlich ist das Schwierigste, diesen ersten Schritt zu tun und einfach loszulegen. Und dann die ersten Erfolge zu spüren und dann zu merken, ey irgendwie funktioniert’s doch, das ist ein schönes Gefühl.

Sorry, zur entsprechenden Suchanfrage konnte leider kein Ergebnis gefunden werden.