04/10/2015

Laura Berg (27)
Kekszauber
Persönliche Botschaften aus Keksen

„Ich habe das ganze halt dann selber in die Hand genommen und bin Keksfee geworden“

Laura meint es ernst mit ihrem Kindheitstraum. Sie ist die Keksfee. In Regenburg produziert sie seit einem Jahr in ihrer Keksmanufaktur mit viel Liebe zum Detail Keksbotschaften. Mit süßen Keks-Liebesbotschaften bis zu Keks-Heiratsanträgen hat sie schon viele glücklich gemacht.

LauraBerg

icon_interviewPULS: Wie kam denn die originelle Idee zustande Keksbotschaften zu backen und zu verschicken?

Laura Berg: Die Keksbotschaften sind inspiriert von Russisch Brot, also den ABC-Keksen, die man ja schon aus der Kindheit kennt. Ich habe bei einem Kaffeeklatsch mit drei Generationen mal beobachtet, dass jeder sofort angefangen hat, sich aus diesem ABC seinen Namen zu basteln oder lustige Wörter zu legen. Da wurde regelrecht um die Buchstaben gestritten. Da sind ja nur begrenzt As, Bs, oder Cs drinnen und wenn man Pech hat, hat man eben auch mal mehr X und Y als man sich wünscht. Und dann habe ich mir gedacht, warum macht denn eigentlich noch niemand Kekse in den Buchstaben, die ich auch haben möchte? Und ich habe festgestellt, es gibt europaweit wirklich noch niemanden, der Botschaften aus Keksbuchstaben verschickt. Da ich selbst jemand bin, der sehr gerne individuelle Kleinigkeiten verschenkt, hab ich mit der Keksmanufaktur den Sprung ins kalte Wasser gewagt.

Dann bist du ja quasi ein Kekspionier! Hast du dann schon immer gern gebacken?

Das hat bei uns glaube ich eine Generation übersprungen. Ich habe schon immer total gern gebacken, auch als Kind. Aber meine Mama ist jetzt nicht so der Riesen-Bäcker. Das habe ich von meinen beiden Omas gelernt. Die Rezepturen der Kekse sind ja aucBESTE MAMAh komplett von mir und wie man schon an den Zusammenstellungen sieht sehr simpel, also ohne irgendwelche Aromen oder Zusatzstoffe drin. Und das ist ja auch so das klassische Backen, was man dann so von der Oma eigentlich lern
t. Ich backe die Kekse aber nicht selbst – auch wenn ich gern würde. Aber das ist schon rein lebensmittelrechtlich kaum möglich von der Küche aus solche Produkte herzustellen und zu vertreiben. Deshalb arbeite ich mit einer Bio-Bäckerei aus Regensburg zusammen. Da bestelle ich dann am Abend die entsprechende Anzahl an Buchstaben und in der Früh bekomme ich dann die ofenfrischen Kekse, die werden dann verpackt und verschickt.

Woher kommt denn die Liebe zu Feen in eurer Kekszauber-Welt?

Ich weiß nicht, ich glaube, das ist so eine klassische Mädchengeschichte. Ich habe das ganze halt dann selber in die Hand genommen und bin dann Keksfee geworden. Und Schenken ist ja auch so was Schönes und dieses Gefühl haben wir versucht, mit dieser Herzchen- und Sternchen- Magie irgendwie einzufangen.

Welche Botschaften werden denn am häufigsten bestellt?

Ganz oft „Ich liebe dich“, oder „Danke“. Es sind aber auch KEKSZauberland3lustige dabei. Es ist auch öfter mal das „Vernasch mich“ dabei. „Heirate mich“ hatten wir dieses Jahr auch schon ganz oft. Das ist immer total schön zu wissen, dass mit unseren Keksen dann ein Hochzeitsantrag gemacht wird. Ich freue mich immer darüber zu sehen, was da so für Keksbotschaften verschickt werden.

Wie weit reicht euer Kekszauber?

Wir verschicken mittlerweile eigentlich in ganz Deutschland, aber wir haben natürlich sehr regional angefangen. Bestellungen kommen mittlerweile sogar schon auch aus dem Ausland. Aber wir wollen natürlich noch wachsen. Wir können ja prinzipiell jedes Alphabet aus Keksbuchstaben backen und wer weiß, vielleicht zieht’s uns dann ja noch nach Russland und wir schreiben dann Kyrillisch-Kekse, oder Mandarin oder Arabisch. Das halten wir uns alles offen.

Ihr seid mit den Keksen im September letzten Jahres an den Start gegangen – was waren denn die größten Schwierigkeiten von der Idee bis zur Selbstständigkeit?

Wenn ich zurückblicke, gab es jede Woche eine neue Hürde. Während so einer Unternehmensgründung läuft halt so unfassbar viel schief. Ich hatte das Gefühl, ich bin prinzipiell einmal pro Woche hingefallen. Vom ersten Gespräch mit der Bank bis zu Lieferschwierigkeiten mit unsern Schachteln. Das ist wirklich dieses klassische Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten und weitergehen. Das ist das Wichtigste, dass  ich in der Gründungsphase lernen musste.

Welche Rolle spielt Bayern für deine Kekse?

KEKSZauberland6Eine sehr wichtige. Wir haben im letzten Jahr zu Weihnachten ein sehr großes Wachstum hingelegt. Und da wurde ich gefragt, ob ich nicht anfangen möchte, in Tschechien günstiger zu produzieren. Da habe ich auch gesagt, nein, das ist für mich eigentlich nicht das Thema. Das ist ja das Besondere: die Kekse sind handgemacht in Regensburg und ein bayerisches Produkt. Mit Liebe gemacht und von Hand ausgestochen. Und das muss auch so bleiben.

Was bedeutet für dich Heimat?

Heimat ist für mich einfach das Gefühl, wenn ich jeden Tag von meiner Wohnung in die Manufaktur fahr, am Domplatz vorbei. Oder das Radler zum Feierabend im Biergarten. Mich haben auch Leute gefragt, warum bist du mit deinem Startup nicht nach Berlin gegangen? Nein, ich will das genau da gründen, wo ich auch herkomme und wo die ganze Region hier auch stolz auf das Produkt ist.

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