26/10/2015

Bastian Beyer (40)
Beyer’s Oil
Handgemachtes Bartöl aus Berchtesgaden

„Einen gscheiden Firmenwagen brauch ich mal. So einen alten Ami-Karren, wo dann fett das Logo drauf kommt.“

Bastian fühlte sich in seiner Elternzeit kreativ nicht ganz ausgelastet – und hat im April 2015 kurzerhand die Firma "Beyer’s Oil" gegründet. Der Vollbart-Träger kennt das richtige Rezept für einen schönen, weichen und glänzenden Bart. Sein Eisenkraut-Bartöl verkauft sich mittlerweile sogar in den USA.

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icon_interviewPULS: Wie kommt man auf die Idee, Bartöl herzustellen?

Bastian Beyer: Auf die Idee bin ich letztes Jahr gekommen. Meine Freundin hat mir einen Gutschein für einen Barbier geschenkt. Das war so ein Rundum-Wohlfühl-Paket. Und zum Schluss gab’s dann ein Bartöl in den Bart rein. Da bin ich zum ersten Mal mit sowas in Berührung gekommen und fand das total genial. Dann hab ich mir gedacht: Cooles Produkt, mal schauen, ob ich sowas nicht selber machen kann.

Und wie ist dann „Beyer’s Oil“ entstanden?

Am Anfang habe ich das ja nur zum Spaß gemacht für mich und meine Freunde. Die fanden das ganz gut und irgendwann habe ich gesagt: Ich müsste das eigentlich verkaufen. Und dann habe ich im April ein Gewerbe angemeldet.

Wie lernt man denn, Bartöl herzustellen? Kann man das studieren?

beyers_oil_1Ich habe ein bisschen im Internet geschaut, wie man sowas herstellen kann. Dann habe ich in England so um die vierzig Öle bestellt und damit einfach rumprobiert. Grundsätzlich hat man immer ein Haupt-Öl drin, das für die Pflege ist und ein paar Aroma-Öle, die für den Duft sind. Mit denen hab ich dann rumgemixt und meine Freundin total genervt, weil ich immer wissen wollte, wie das jetzt riecht. So hab ich mich ran gehangelt an das Thema.

Was bringt denn eigentlich so ein Bartöl?

Jeder, der sich schon mal einen Bart hat wachsen lassen, kennt das: Irgendwann juckt der mal. Wenn man dann ein Bartöl drauf tut, befeuchtet das die Haut unter dem Bart. Und außerdem pflegt es den Bart selber, weil es ihn ein bisschen weicher macht.

Was ist jetzt drin in deinem Bartöl?

Am Anfang dachte ich mir, ich mach irgendwas total Männliches, also holzig, erdig, so die typischen schweren Männerdüfte. Dann hab ich aber festgestellt, dass es da schon total viel gibt – frische Düfte allerdings weniger. Ich selber nehme auch immer eine Gesichtscreme mit Eisenkraut her, das ist so ein ganz eigener, frischer, zitroniger Geruch und da dachte ich mir: den nehme ich als Hauptbestandteil her. Gibt’s auch bisher noch nicht. Die Basis ist ein Bio-Jojoba-Öl, das pflegt die Haut ganz gut, und dann ist noch Lavendel und Bergamotte drin. Die Inhaltsstoffe sind alle natürlich, ohne chemische Zusätze.

Hast du dir schon mal beim rumprobieren den Bart weggeätzt oder ähnliches?

Also mit dem Bartöl hatte ich noch keine Bart-Unfälle. Gott beyers_oil_3sei Dank ist auch noch nie was passiert, bisher hab ich auch nur positives Feedback bekommen. Bart-Unfälle hatte ich früher mal, wenn ich mir beim Rasieren auf einer Seite ein Loch rein rasiert hab und dann auf der anderen Seite nachziehen musste und irgendwann hat man dann nur noch einen halben Bart. Aber mit dem Öl ist Gott sei Dank noch nichts passiert.

Planst du noch weitere Sorten?

Ich bin gerade dabei, wieder herumzuexperimentieren. Ich mach jetzt noch einen zweiten Duft, wahrscheinlich in die männliche Richtung. Was ich unbedingt mal machen möchte, ist ein Bart-Balm. Das ist so ähnlich wie eine Haarpomade, das gibt dem Bart noch eine bessere Form.

Was ist das Besondere an Beyer’s Oil?

Das Besondere ist sicher, dass es handgemacht ist. Es läuft nicht von irgendwelchen Maschinen, sondern ist von mir selber gemacht. Und das Eisenkraut gibt’s sonst auch nicht. Das ist ein ganz ungewöhnlicher Geruch, der sticht raus aus den anderen Bartölen.

Wie viel von deiner Heimat steckt in Beyer’s Oil?

beyers_oil_4Es ist mir sehr wichtig, dass das Produkt in Bayern hergestellt wird. Ich produziere das Bartöl in Berchtesgaden bei einem Bekannten, der ein Kosmetikunternehmen hat. Man braucht ja irgendeinen Raum, der sauber ist. Für das Bart-Balm experimentiere ich zum Beispiel mit Bienenwachs. Das kommt von einem Imker, der seinen Stock direkt am Chiemsee hat.

Dein Logo ist dein Gesicht. Warum?

Ich habe das Bartöl ja erst nur für Freunde gemacht. Denen wollte ich nicht einfach eine unbeschriftete Flasche geben, sondern noch ein Etikett drauf machen. Dann habe ich mich an den PC gesetzt und irgendein Cover gemalt und einfach mal ein Bart-Bild von mir ausprobiert und das vektorisiert. Irgendwie fanden das dann alle total witzig. Mittlerweile erkennt man das Produkt glaub ich eher an dem Bild von mir drauf als an dem Logo selber.

Welche Zukunftspläne hast du für die Firma?

Ich werde einfach noch ein paar neue Produkte machen. Vielleicht fällt mir ja auch mal was für Mädels ein. Ansonsten werde ich noch ein paar Geschäfte suchen, wo ich das Bartöl verkaufen kann. Und einen gescheiten Firmenwagen brauch ich mal. So einen geilen, schwarzen Pickup, so einen alten Ami-Karren, wo dann fett das Logo drauf kommt. Das mach ich dann, wenn ich mal ein bisschen Geld verdient hab.

 

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